Die Contentindustrie fordert in immer wiederkehrenden Zyklen massive Verschärfungen des Urheberrechts, um somit dem illegalen Filesharing von urheberrechtlich geschützten Werken besseren Einhalt zu gebieten.
Zwei aktuelle Studien aus dem Ausland zeigen jedoch auf, dass die breite Bevölkerung diese Meinung nicht grundsätzlich teilt und mitunter sogar eine gewisse Akzeptanz für illegales Filesharing entwickelt hat. Die aus Kanada stammende Studie gelangt zu dem Ergebnis, dass 45 Prozent aller befragten Personen Filesharing-Tauschbörsen benutzen, um Musik oder Filme herunterzuladen. Ein weiteres Ergebnis der Studie verdeutlicht, wie tolerant man inzwischen gegenüber dem Filesharing geworden ist. Lediglich drei Prozent der Befragten gaben an, dass die Gesetzgebung zu Strafen für Filesharer führen sollte.
Dabei sind die kanadischen Ergebnisse keinesfalls die einzigen ihrer Art. Eine wenige Wochen ältere Studie aus Spanien gelangte zu einem ähnlichen Ergebnis. Von den Befragten gaben mehr als die Hälfte an, Filesharing-Software dauerhaft zu benutzen. Über ein Viertel gab sogar an, täglich den P2P-Client anzuwerfen. Interessanterweise gab lediglich ein Prozent an, dass sie Filesharing als kriminelle Tat betrachten würden. Vielmehr wünschten sich 43 Prozent sogar, dass man die Entwicklung und Verbreitung von P2P-Netzen fördern und begünstigen sollte.
Die beiden Studien gelangen somit zu einer relativ eindeutigen Tendenz, die sich für das Filesharing ausspricht. Wenig verwunderlich, wenn man die Entwicklung der vergangenen Zeit betrachtet. Digitale Medien wurden anfangs verschlafen, als man endlich auf den Zug aufgesprungen war, tat man dies mit Methoden, die keinen Konsumenten glücklich stellen. Man legte das Hauptaugenmerk darauf, alle Schritte zu unternehmen, um dem Kunden die Weitergabe der erworbenen Werke unmöglich zu machen. Die DRM-Praktiken zahlreicher Online-Musik-Shops dürften hierbei nur die Spitze des Eisberges darstellen. Der unzufriedene Konsument hielt Ausschau nach Alternativen, die ihm mehr Komfort bieten konnten. Leider bewegte ihn dies oft genug in die Illegalität hinein, worin die Contentindustrie eine Bestätigung ihrer Befürchtungen sah. Infolge angemessener Lobbyarbeit konnte man bisher stets die Urheberrechte zum eigenen Gefallen verbessern, wider den eigentlichen Ansichten des Volkes. (Firebird77)
(via torrentfreak, thx!)
(Bildquelle: computermechanix Blog, thx!)
News Redaktion am Samstag, 14.03.2009 13:26 Uhr
Legalisierung muss ja auch nicht gleich bedeuten, dass man alles komplett für lau saugt. :) Im Gespräch ist hier und da die sogenannte Kulturflatrate. Das bedeutet man zahlt einen Unkostenbeitrag von ~5-20 Euro im Monat und dafür darf man sich alles runterziehen was das Herz begehrt. Das Geld soll ...
Jaja... ich hör sie schon wieder schreien: "Das kann man aber nicht vergleichen!" Stimmt, das kann man so nicht vergleichen. Lädt er/sie etwas runter, bspw. einen Kinofilm, nimmt er/sie eine Leistung entgegen, ohne die geforderte Gegenleistung zu erbringen. Hier di ...
Faszinierender Weise verbindet die Bevölkerung die nicht downloaded, seien es zu junge oder zu alte, damit nichts falsches, da jeder als erstes mal ein Bild im Gehirn assoziert. Das wäre dann diese Chart Sache, diese Superstars, diese Fernsehfilme, vielleicht noch Madonna oder irgendwas populäres w ...
PPS: An die kleinen Kinderchen hier. Bitte lest das in ein paar Jahren noch mal, wenn ihr arbeiten geht. Dann versteht ihr das auch. ;) Ist schon einer deswegen pleite gegangen ? Wer bekommt den eigentich das geld fürs nichts tun ? Und ist ja nicht so das Firmen die dami ...
@wolfkid Die Film/Musikindustrie ist immer so egoistisch aufgetreten, dass die überwiegende Mehrheit einfach nichts für sie übrig hat. In der Studie sind nur 3% für Strafen bzgl. Filesharer, das zeigt doch schon wo sich diese Industrie mit ihrer Profitgier hinein geritten hat. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.