
Die Digital-Rights Agency war eine von Lord Carter geplante Institution, welche sich dafür einsetzen solle, dass die britische Bevölkerung vermehrt auf legale Quellen zugreift, um urheberrechtlich geschützte Materialien zu beziehen.
Um eine Diskussion über diese Behörde beginnen zu lassen, hat man nun erste Informationen veröffentlicht. "Dieser Strohhalm kann ignoriert werden, akzeptiert oder er kann Anstoß für den Beginn einer konstruktiven Debatte sein", hielt Lord Carter gegenüber der Presse fest. "Ich für meinen Teil hoffe, dass es Letzteres sein wird."
Der Digital-Britain-Report befasst sich mit der Thematik des einkehrenden digitalen Zeitalters. In Anbetracht dessen, dass wir bereits das Jahr 2009 schreiben, ein relativ später Einstieg in die Thematik, aber bekanntlich besser spät als nie. Ziel ist es, dem Konsumenten zu verdeutlichen, wo er wann Inhalte beziehen kann und darf. "Die Menschen verstehen nicht, wieso eine TV-Sendung, welche in den USA läuft, nicht auch im UK verfügbar sein soll. Sie sind nicht Willens auf einen Film zu warten, um ihn dann viele Monate später zu Hause anzusehen, nachdem er in allen Kinos gelaufen ist. Sie akzeptieren die Logik nicht, welche besagt dass man die Musik von gekauften CDs nicht einfach auf den iPod kopieren darf." Laut dem Bericht habe diese Entwicklung nicht nur dazu geführt, dass die Bevölkerung sich andere Bezugswege gesucht hat, auch hat dies zu einem verminderten Zahlungswillen geführt.
Die Digital-Rights-Agency solle bei der Behebung dieser Problematik jedoch keinesfalls als Vollstrecker auftreten. Stattdessen soll die Behörde mithilfe des Gesetzes gegen illegales Filesharing vorgehen. Interessant ist, was man sich darunter nun genau vorstellt. Die Provider sollen Urheberrechtsverletzer auf ihr rechtswidriges Verhalten hinweisen. Nach Ansicht des Berichtes würde dies "rasch und dauerhaft" zu einer "Abnahme dieser Verhaltensweisen" führen. Bleibt lediglich die Frage, wie die Provider an die Informationen gelangen sollen, um die entsprechenden Personen zu ermitteln. Einziger Ansatz hierfür dürften wohl Deep-Paket-Inspections sein, welche aus gutem Grunde bei allen Beteiligten - außer der Regierung - ein mulmiges Gefühl hervorrufen.
David Lammy, der Intellectual Property Minister, sieht hingegen andere Lösungsansätze. Seiner Meinung nach müssen die Menschen das Urheberrecht gar nicht erst verstehen lernen, um Zugriff auf Online-Medien zu erhalten. "Wir müssen es dem Konsumenten einfacher machen, das Richtige zu tun. Das Internet ist zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden. Was wir brauchen, ist eine Behörde, welche die Komplexitäten filtert, sodass der Kunde auf der richtigen Seite des Gesetzes bleiben kann und zugleich sicherstellt, das Künstler gerecht bezahlt werden. Wir dürfen kein System haben, in welchem sogar 12-Jährige das Urheberrecht verstehen müssen, um sich und ihre Eltern auf der sicheren Seite des Gesetzes zu bewahren. [...]." (Firebird77)
(via news.bbc, thx!)
(Bild via guardian, thx!)
News Redaktion am Montag, 16.03.2009 20:23 Uhr
Ja, wir kommen nicht drumrum, dass unsere Rechte immer mehr im Internet beschränkt werden. Aber es ist natürlich immer besser, wenn man sich das Geld für Software anspart und sie sich dann im Laden kauft und weiß, wie man die Software trotz 100 Kopierschutzmaßnahmen installieren kann und ...
David Lammy, der Intellectual Property Minister, sieht hingegen andere Lösungsansätze. Seiner Meinung nach müssen die Menschen das Urheberrecht gar nicht erst verstehen lernen, um Zugriff auf Online-Medien zu erhalten. "Wir müssen es dem Konsumenten einfacher machen, das Richtige zu tun. ...
Was wir brauchen, ist eine Behörde, welche die Komplexitäten filtert, sodass der Kunde auf der richtigen Seite des Gesetzes bleiben kann und zugleich sicherstellt, das Künstler gerecht bezahlt werden. Ich krieg bei dem Wort "filtern" immer so einen bösen Brechreiz...wor ...
wieder eine Behörde zur totalen Überwachung, die spinnen die Briten ...
Irgendwie schon witzig was sich die Industrie so alles einfallen lässt nur um nicht von Ihrem veralteten Geschäftsmodell Abschied nehmen zu müssen.Lustigerweise werden ja immer die Künstler vorgeführt mit Ihren Verlusten,dabei bekommen die ja nur einen Bruchteil der Einnahmen...die armen Künst ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
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