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Mininova: Interview bei Futurezone

Richard Pyrker traf sich für Futurezone mit Geschäftsführer Niek van der Maas und Präsident Dubbelboer der BitTorrent-Suchmaschine Mininova. Erst kurz zuvor war Mininova in ein neues Büro im niederländischen Utrecht umgezogen. Nun gibt man sich mit vollem Elan und Optimismus der weiteren Zukunft hin. Hauptthemen des Gesprächs waren der Kampf mit BREIN und CRIA, Geschäftsmodell und Zukunft des Unternehmens, ihre Beziehung zu The Pirate Bay, Set-Top-Boxen und die Möglichkeiten von BitTorrent für die Rechteinhaber.

Bezüglich der laufenden Verfahren mit der niederländischen Anti-Piraterie-Organisation (BREIN) äußerte man sich zuversichtlich. Zwar sei der Kampf noch immer in Gange, jedoch tue man bereits das Möglichste, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. So werden seit jeher Torrents unlizenzierter Inhalte auf Wunsch gelöscht. Mehr sei hier von einer reinen Suchmaschine, wie Mininova sie darstellt, nicht zu verlangen. Natürlich löscht man die entsprechenden Ergebnisse nur nach ausführlicher Begründung und Prüfung. Dies sei jedoch durchaus zu verlangen. Wie dieser Prozess ausgeht, das entscheidet sich vermutlich am 20. Mai.

Dass der laufende Prozess mit The Pirate Bay die Gesetzeslage bezüglich Torrents allgemein ändern könne, wurde verneint. Auswirkungen auf die eigenen Probleme seien auch unwahrscheinlich. Die eigene Anklage laufe schließlich nach dem holländischen Zivilrecht und nicht nach dem schwedischen Strafrecht.

Auf die Frage, warum sich Mininova die größte Suchmaschine für Torrents nennt, gab man bekannt, daß dies schlichtweg der Wahrheit entspräche. The Pirate Bay stehe zwar aktuell ständig in der Presse aufgrund ihrer Anklage, allerdings sprechen die Zahlen bei alexa.com eine deutliche Sprache. So führt Mininova mit einem Vorsprung an Hits in der Statistik. Damit ist es zumindest diesen Angaben nach die wichtigste Suchmaschine im Bereich BitTorrent. Dennoch sei hier kein konkretes Konkurrenzdenken vorzufinden. Technische Details und auch ein Austausch im Bezug auf Gesetzeskonflikte seien normal. Eine weitere Zusammenarbeit oder ein umfangreicher Kontakt bestehe trotzdem nicht.

Das Geschäftsmodell von Mininova beschrieb man als hauptsächlich basierend auf Werbung. Dass dies auch weiterhin die einzige Einnahmequelle bleibe, sei nicht das Ziel. Man könne sich vorstellen, durch Zusammenarbeit mit Rechteverwertern eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen. Dazu plane man eine Mischkalkulation für alle Beteiligten. Mediendaten sollen verteilt und je nach Traffic vergütet werden. Ob dies bei der noch immer anhaltenden negativen Meinung über Filesharing und Torrents so leicht möglich sein wird - man darf man gespannt sein. Es seien allerdings intensive Überlegungen im Gange. Letzlich müsse sich das Vertriebsmodell der Contentindustrie den Wünsche der Konsumenten anpassen. Manche wollen Inhalte zu ihren Zeiten haben und nicht dann, wenn sie gesendet werden. Wieder andere können Werbung nicht ausstehen. Manche jedoch sind auch an dieser interessiert, solange sie für sie interessant sei.

Während der CeBIT nutzte man also die Zeit, um Hersteller sogenannter Set-Top-Boxen zu kontaktieren. Dabei handelt es sich um Geräte für den Fernseher, mittels denen man Torrent-Files direkt downloaden kann. Eine Reihe dieser Geräte wird schon auf der Website von Mininova vorgestellt und ist bei Amazon erhältlich. Ein entsprechendes Label "Powered by Mininova" soll hierbei zusätzlich für Publicity sorgen.

So wird sich also jeder der aktuell fünf jungen und hauptsächlich Informatik studierenden Mitarbeiter weiterhin mit voller Energie in die Umsetzung dieser Pläne stürzen. Was anfänglich einfach nur eine "coole Website" hätte werden sollen, ist mittlerweile ein durchaus zukunftsträchtiges und ernstzunehmendes Unternehmen geworden. (MSX)

(via Futurezone.ORF.at: Interview mit Mininova, merci!)

(Bildquelle: Slyck.com, thx!)

News Redaktion am Dienstag, 17.03.2009 11:57 Uhr

Tags: filesharing interview the pirate bay multimedia bittorrent mininova.org

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