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Kinoindustrie: Vergrault Zuschauer

Wer sich mit großen Tüten Süßigkeiten in den Kinosessel wirft, der läuft neuerdings Gefahr, gefilzt zu werden. Es könnte ja eine Kamera in der Tüte versteckt sein.

In Stockport, nahe Manchester wurde eine Frau von Mitarbeitern des Kinos "Cineworld" gebeten das Kino zu verlassen. Grund dafür war nur ein Beutel "Revels" (vergleichbar mit M&Ms). Sue, die ihren vollständigen Namen nicht nennen will, sagte gegenüber BBC News, sie sei "wie ein Verbrecher" durch die Mitarbeiter bei Cineworld behandelt worden.

Die Mitarbeiter des Lichtspielhauses "Cineworld"  - diese Kino-Kette, gibt es auch in Deutschland unter dem Namen Cineplex - beanstandeten, dass Sue ihre Süßwaren selbst mitgebracht hatte. Das Personal suchte daraufhin in ihren Taschen nach Kameras und Alkohol.

In einer Erklärung von Cineworld zu dem Fall heißt es, dass alle Lebensmittel im Kino gekauft werden müssen.

Sue, 38, aus Stockport, besuchte in der vergangenen Woche mit ihrer Schwester das Kino, um sich Ben Affleck und Jennifer Anniston in "He's Just Not That Into You" anzusehen. Nach dem Kauf ihrer Tickets, wurde sie durch Mitarbeiter aufgefordert, ihre Taschen zu zeigen, bevor sie in den Kinosaal traten. Ganz offensichtlich ging es dabei um Bedenken gegenüber Film-Piraterie und Alkohol. Taschenkontrollen vor jedem Kinobesuch schaffen nicht unbedingt Vertrauen in die Industrie. "Ich hatte ein Paket Revels dabei und das war der Auslöser, für alles was folgte", sagte Sue gegenüber BBC Radio, Manchester.

Die Mitarbeiter forderten sie auf, die Süßigkeiten (milk chocolate Revels) herauszugeben, aber sie weigerte sich "aus Prinzip". Daraufhin wurde sie von zwei Wachleuten und einer leitenden Angestellten in den Zuschauerraum geführt. "Sie wollten mich einfach nicht gehen lassen. Es war mir wirklich peinlich", fügte sie hinzu. Sue, die sich beharrlich weigerte, ihre Süßigkeiten herauszugeben, wurde vor die Wahl gestellt. "Wollen sie das ich die Polizei rufe, ist es das was sie wollen?" Entweder das Kino verlassen, oder man würde die Polizei holen. Sue entschied sich für die Polizei. "Ja, das ist eine gute Idee!"

Scheinbar war man nun auf Seiten der Wachleute überfordert, die Polizei rufen zu wollen, stellte sich als eine leere Drohung heraus. Der Film begann. Sue konnte den Film nicht genießen, da sie ständig vermutete, sie müsste nun jeden Moment den Polizeibeamten Rede und Antwort stehen. Die Angestellte schaute sich den Film mit an und rief keine Beamten. Sie wird keinen Ärger mehr mit Sue bekommen, da sie dieses Kino nicht mehr besuchen wird.

Torrent Freak meint, "Kein Wunder, dass sich die Film- und Musikindustrie mehr und mehr Feinde macht und jeden Tag Kunden verliert". Hinter dem Fall offenbart sich die Krise der Filmindustrie. Wer heute ins Kino geht, ohne das überteuerte Popcorn an der Kasse mitzunehmen, der rechnet sich nicht. Wie an der Tankstelle oder bei Ikea, nicht der Sprit oder die Möbel verdienen das Geld, sondern das "kulinarische" Beiwerk.

In der Erklärung des Presseprechers der Kinobetreibter heißt es. "Wir versuchen ein komplettes Unterhaltungsprogramm zu bieten, dazu gehört der neueste Film und die große Auswahl an Snacks gleichermassen. Wir brauchen diese Einnahmen, um den Kinokomplex vor Ort zu unterhalten."

Die Kinokarte an sich macht nicht die Kinobetreiber reich, sondern spielt nur (wenn überhaupt) das Geld der Filmproduzenten wieder ein. "Unsere Bestimmungen im Bezug auf Lebensmittel besagen, dass alle Speisen und Getränke, die während der Vorstellung verzehrt werden, in den von uns konzessionieren Verkaufsstellen erworben sein müssen. Diese Bestimmungen sind konform zu allen anderen in Großbritanien, wie sie z.B. bei Sport- und Freizeitveranstalltungen gelten."

Kein Wunder, dass die Fußballfans schon vor dem Anpfiff besoffen sind, müsste man den Verantwortlichen entgegenhalten. "Wir bieten außerdem an, dass man, sollte man das Kino verlassen, sein Geld vollständig zurückbekommt."

Ja, oder man trinkt eine Cola an der Kinokasse, um das örtliche Kino zu unterstützen und geht dann nach Hause, um sich den Film in aller Ruhe (auf dem heimischen PC) anschauen. Wer allerdings mit so einer Kiste Süßigkeiten unterwegs ist (siehe Bild links), der braucht sich nicht zu wundern, wenn man dahinter eine Cam-Rip-Box vermutet. (double_screening)

(via TorrentFreak danke!)

News Redaktion am Donnerstag, 19.03.2009 12:21 Uhr

tagsTags: großbritannien cam-rip kino bestimmungen cineword lebensmittel manchester stockport bbc

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61 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • agrarbayer am 25.03.2009 17:40:56

    ja die Bildzeitung evtl. :rolleyes: Was ist euer Problem damit, dass der Kinobesitzer nicht jeden mit allen Fressalien reinlässt die man will? Habt ihr schonmal probiert in eine Disco zu kommen mit Rucksack, Pizza und einem Kasten Bier? Nein?! Dort wird das als ganz gewöhnlich angesehen, nur we ...

  • DeMagier am 25.03.2009 10:33:24

    meine taschen durchsuchen um mir klarzumachen das ich nen verbrecher bin??.. im zweifel hab ich immer ne telefonnummer der lokalen presse dabei.. die öffentlichkeit wirds bestimmt interessieren.. ...

  • Private Paula am 24.03.2009 19:05:12

    Viel zu lästig das Zeug mitzunehmen, mein Snack im Kino (Cineplex) ist gutes Warsteiner Bier. 2 Euro die Flasche sind Okay, wenn man es mit anderen Veranstaltungen vergleicht. Die anderen Snacks gehen auch, man kann sich bei uns Sets kaufen. - Nachos Bier für 4.5 ... ist Okay Was nervt sind di ...

  • Enteiser am 24.03.2009 18:26:52

    Ist schon ganz schön traurig, was man hier so liest! Kinobetreiber die mit ihrem eigentlichen Kerngeschäft (Dienstleistung Filmvorführung) kein Geld mehr verdienen können, obwohl die Eintrittspreise meiner Meinung nach ganz schön deftig sind. Ich frage mich, warum die Budgets der Filme immer h ...

  • Backstube am 24.03.2009 18:00:57

    Ich hasse langsam das Kino. Teuere Kino Eintrittskarten und ausserdem scheiß Filme dazu mittlerweile Die Snacks, Getränke sind teurer als in der Autobahngaststätte ...

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