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Wahlcomputer: Miese Menüs machen manipulierbar

Im US-Bundesstaat Kentucky wurde offenbar der erste Fall von Wahlbetrug mit Hilfe von Wahlcomputern aufgedeckt.

Eine Gruppe von Wahlfälschern manipulierte dort offenbar zwischen den Jahren 2002 und 2006 mehrere Wahlen. Neben dem klassischen Stimmenkauf, also der Bezahlung von Leuten für eine bestimmte Wahlentscheidung, wurden dabei auch Schwächen der verwendeten Wahlcomputer der Firma ES&S ausgenutzt.

Dabei wurde nicht die Software des Computers selbst manipuliert, sondern deren mangelnde Benutzerfreundlichkeit ausgenutzt. Das verwirrende Benutzer-Interface und der für die meisten Menschen ungewohnte Ablauf für die Stimmabgabe ermöglichte es den Betrügern, mit Hilfe einer Art "Social Engineering" die Wähler dazu zu bringen, den Wahlcomputer zu verlassen, bevor sie ihre Stimme tatsächlich abgegeben hatten.

Das Design des Interfaces war dabei sehr missverständlich: Viele Wähler glaubten nach dem Betätigen des "vote"-Buttons, ihre Stimme bereits abgegeben zu haben. Dies war jedoch nicht der Fall. Nach dem Betätigen dieses Buttons kam man auf eine Seite, wo man seine Stimme noch einmal einsehen und auch korrigieren konnte. Das jedoch war vielen Wählern unklar. So konnten die Betrüger den Wähler vorgaukeln, sie hätten nach dem Betätigen von "vote" bereits gewählt. Nachdem die betreffende Person sich dann entfernt hatte, konnten sie die Stimme nach Belieben ändern.

Die mangelnde Benutzerfreundlichkeit und Transparenz gerade für ältere oder technisch weniger fähige Menschen war einer der zentralen Kritikpunkte, die Gruppen wie beispielsweise der Chaos Computer Club immer wieder gegen Wahlcomputer ins Feld führten. In Deutschland sind Wahlcomputer daher seit Kurzem bis auf weiteres vom Bundesverfassungsgericht verboten. Sie dürfen erst wieder eingesetzt werden, wenn eine Reihe von Fehlern behoben ist und eine bessere Transparenz des Wahlvorgangs gewährleistet ist. Ob man dies überhaupt in Angriff nimmt oder beschließt, generell beim System mit Stift und Zettel zu bleiben, ist bisher noch nicht klar. Zumindest bei den nächsten Wahlen werden jedoch auf jeden Fall klassische Wahlzettel zum Einsatz kommen - warum, macht das Beispiel aus den USA noch einmal deutlich. (Annika Kremer)

(via Netzpolitik, thx!)

News Redaktion am Samstag, 21.03.2009 04:52 Uhr

tagsTags: it-sicherheit demokratie usa social engineering wahlcomputer kentucky wahlbetrug

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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Mr.Harmlos am 21.03.2009 15:53:10

    * Hust * Röchel * der erste ...* argl ... http://www.abload.de/img/freeneybushy2f3.jpg Programmer's Affidavit—Rigged Election in Fla - Clinton Curtis - By John Byrne[/CE ...

  • fraencko am 21.03.2009 10:51:07

    Eine Alliteration in der Überschrift? ANNIKA, WIR SIND HIER NICHT BEI DER FAZ!!!1ölf ;) ...

  • Ben_k am 21.03.2009 09:52:50

    Außerdem muss eine Funktion eingebaut sein, sodass der Computer erkennt wenn eine Person die Kabine verlässt. die aber nicht auf die Tasten guckt :D und vielleicht sollte man auch kein Vista als Betriebssystem (Bluescreens, Datenverlust, etc.) verwenden, sondern ...

  • Kinqpin am 21.03.2009 09:32:40

    Das Problem ist, dass es doppelt gemoppelt ist. Bei der Zettelwahl mach ich ein Kreuzchen und werfe es zur Bestätigung in den Reißwolf. Bei der Computerwahl wähle ich die Partei und drücke zur Bestätigung Vote UND dann noch mal zur 2. Bestätigung auf "wollen sie wirklich wählen"? Vista läs ...

  • DerBajuware am 21.03.2009 09:17:04

    Naja es ist klar, dass die Stimme nochmal ne Bestätigung braucht weil sonst kommen da iwelche Vollmongos an die aus Versehen des Falsche gewählt haben. Zur besseren Übersicht sollt dann halt gleich nach dem Bestätigen (indem man auf einen nicht allzu aufälligen Accept-Button drückt - also kein ...

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