
Zur Vorgeschichte: Kanadische Musiker machten in der Vergangenheit oft keinen Hehl aus ihrer Meinung, dass der Status Quo der Musikproduktion nicht der Realität des 21. Jahrhunderts entspricht. Im April 2006 wandten sich viele namhafte Künstler, darunter Billy Talent, die Weakerthans, Avril Lavigne und Sum 41, an die Öffentlichkeit und beklagten, dass die Industrie ohne ihr Zutun die Fans kriminalisiere. Ende 2007 machte die Songwriters Association of Canada (SAC) mit einem bemerkenswerten Vorstoß auf sich aufmerksam: Musik solle legal in P2P-Tauschbörsen herunterzuladen sein, gegen eine monatliche Gebühr in Höhe von fünf kanadischen Dollar (etwa 3 Euro). Die Industrie ließ sich jedoch auf keine Diskussion ein, stattdessen wurde eine kanadische Form des DMCA ins Leben gerufen und die Internetprovider begannen, P2P-Protokolle zu filtern - trotz Widerstands in der Bevölkerung, von Verbraucherschützern und auch der Polizei.
Mit dem neuen Vorschlag der SAC, den man online auf musicfilesharing.ca nachlesen kann, trägt die Musikergemeinde der Tatsache Rechnung, dass sich sowohl viele Bürger gegen die Quasi-Kulturflatrate aussprachen als auch die Industrie bislang nicht mit sich reden ließ. Im Detail sieht er vor, dass die Höhe von 5 Dollar für die Flatrate fallen gelassen und stattdessen vom Copyright Board of Canada festgelegt wird. Weiterhin wird vorgeschlagen, dass sowohl die Internetnutzer als auch die Rechteverwerter bei Bedarf nicht an der Flatrate teilnehmen können.
Das Modell mag beim oberflächlichen Betrachten sinnvoll klingen, dennoch sind Zweifel auch zum neuen Konzept angebracht. Zum einen würde die Flatrate nur Musik und nicht etwa Videos umfassen, zum Anderen nur die Musik bestimmter Künstler. Wenn man als Konsument vor dem P2P-Download zuerst recherchieren muss, ob der Download des gewünschten Albums auch legal ist, kann man kaum noch von einer Flatrate sprechen. Dennoch ist es positiv zu bewerten, dass die Künstler in Kanada nicht in den Katzenjammer über das Sterben der Musik als Industrie einstimmen, sondern konkrete Diskussionsangebote machen. Nun sind die Rechteverwerter am Zug. Entweder die Funktionäre der Musikindustrie akzeptieren endlich, dass Filesharing eine nicht mehr wegzuklagende gesellschaftliche Realität ist und öffnen ihren Geist für neue Ideen, oder sie gehen unter wie der Kapitän mit seinem leckgeschlagenen Schiff. (fraencko)
(via Michael Geist's Blog, thank you)
News Redaktion am Dienstag, 24.03.2009 00:55 Uhr
Die Frage ist, wer bezahlt dann alles die Monatspauschale, und wie hoch ist sie? Für einen User alleine haben wir Napster, das kostet 10€ / Monat bzw. 15€ / Monat wenn man es auf einen tragbaren Player überspielen will; natürlich gibt es Einschränkungen, sonst würde sich jemand für 10€ ...
Bei einer Flatrate von 3Euro wäre halt die Frage, ob sich das wirklich für die Künstler (und viel mehr auch für die Labels) lohnt. Ich weiß nicht, wie es momentan so aussieht und kenne mich da auch nicht so wirklich aus, aber ich vermute mal, dass der größte Anteil des Geldes für verkaufte W ...
ich find es sehr richtig, dass man in die richtung geht, filesharing zu legalisieren. alles andere wird den krieg auch nicht beenden. ich find dazu kann man auch zb die gez-gebühren leicht erhöhen... naja, so bald werden die majors da eh nicht mitmachen.. ...
jo entweder billige angebote ohne DRM ... Oder ne Flatrate ... mit ner Flat würd ich mir dan auch mal die einen oder anderen künstler anhören ... bei 3€ im monat -.- Aber so wie ich das verstanden hab sind die Kanadir dagegen weil sie nicht auswählen konnten ob sie eine flat haben wollen .. ...
Die Majors werden sicher dagegen sein. Selbst wenn nicht jeder kauft - diejenigen die es tun, bezahlen in den Stores 1€+ pro Song. Bei erfolgreichen Hits kann man in einem Monat also das große Geld machen - das ist bei der Flatrate nicht so gut möglich. ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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