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Warner: killt weiter YouTube Videos

Die Warner Music Group hat Zehntausende von Amateurvideos, die bei YouTube hochgeladen waren, löschen lassen. Hintergrund ist der andauernde Streit zwischen dem Video-Sharing Riesen YouTube und dem Copyright-Giganten Warner.

"Tausende Videos sind weg!", meinte Fred von Lohmann, ein Anwalt der EFF (Electronic Frontier Foundation). "Entweder haben sie den Ton weggenommen oder sie haben das Video runtergeworfen." Die nichtstaatliche Organisation mit Sitz in San Francisco, die sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt, hat ein Auge auf den Streit zwischen Warner und Google.

Viele der Videos, die von der Seite herunter genommen wurden, waren Familien- und Homevideos. Clips, die nur einen Warner Titel enthielten, der im Hintergrund abgespielt wurde, traf es dabei genauso, wie Videos, die mehrere Warner Songs enthielten oder professionelle Videoclips. Sogar Titel, bei denen ein Warner Song nachgesungen wurde traf es, so die Presse.

"Wir und unsere Künstler teilen die Frustration der Nutzer, wenn mancher Inhalt nicht verfügbar ist",  sagte der Pressesprecher von Warner Music Will Tanous laut UIP. "YouTube generiert Einnahmen durch die von Fans erstellten Inhalte (Videos), was normalerweise verlangt, dass eine Lizenzgebühr an den Rechteinhaber fällig wird. Im laufenden Prozess machen wir YouTube darauf aufmerksam, welche WMG (Warner Music Group)-Titel bei ihnen verwendet werden. Ihr (YouTubes) Inhalte-ID-Tool nimmt dann die unlizensierten Videos automatisch herunter, egal, um was für ein Video es sich handelt."

Der Streit zwischen Warner und YouTube gewinnt an Schärfe. YouTube muss die Videos löschen, die von Warner aufgespürt werden. Derzeit versuchen die Anwälte der beiden Giganten einen Vertrag auszuarbeiten, bei dem die Werbeeinnahmen von YouTube teilweise in die Kasse der Warner Gruppe wandern. Dadurch würde YouTube das Recht bekommen die Warner Titel zu streamen. Um in eine bessere Position bei den Verhandlungen zu kommen, scheint der Zeitpunkt günstig, aktuell möglichst viele Musiktitel von der Plattform zu nehmen.

Vielleicht kommt ja YouTube auf den Trichter die Lizenz vom Nuzter gleich beim Hochladen zu kassieren, dadurch entstünde kein Gewinnausfall.

Der Streit um den besten Deal für beide Parteien dauert seit Monaten an. Vor zwei Jahren hatte man sich auf eine Kooperation verständigt, aber nun soll ein neuer Vertrag her und Warner will mehr Geld. "Google scheint nicht bereit zu sein, die Zahlungen deutlich nach oben zu schrauben, was sich zuletzt auch in einem Streit mit der britischen Musikindustrie zeigte. Nach gescheiterten Verhandlungen entschloss sich die Plattform (YouTube), Musikvideos für britische Nutzer vorerst zu sperren." (die Presse).

Die Auseinandersetzung hatte dann im Dezember einen neuen Höhepunkt erfahren, als Warner ALLE seine Musikvideos auf YouTube löschen ließ. Das Gerangel zeigt, dass es zukünftig für Rechteinhaber (und das ist nicht nur Warner) darum geht, den Online-Werbe-Kuchen mit Google zu teilen. Dazu braucht es Macht, denn von alleine rückt "Big G" nichts heraus. Google braucht die Clips, vor allem die Musikvideos, da sie am meisten gesehen werden. Zum Beispiel ist das meist gesehene Video überhaupt (mit 117 Millionen Views) ein Musikvideo von Avril Lavigne. Die stetig neu eintrudelnden Musikvideos helfen Google also die Werbeeinnahmen nach oben zu treiben.

"Ich habe das Gefühl, die öffentliche Meinung über Plattenfirmen ist so feindlich, dass es YouTube gelingen wird von jeglichen Beschwerden abzulenken", meint zumindest Phil Leigh, Analyst für Neue Medien von der Consultingfirma Inside Digital Media. Alle hacken gerne auf den Musikfirmen herum, dass Google das ausnutzen könnte, um seinen Gewinn weiter zu steigern, wird dabei gerne vergessen.

Die Methoden, die beide Streithähne anwenden, um diesen Mamut-Deal zu beeinflussen, sind bemerkenswert. Beim Geschachere wird mit allen Mitteln gearbeitet. So soll, laut einem Bericht in der Sueddeutschen ein "ranghoher Google-Manager" den jahrelangen Sinkflug beim Internet-Unternehmen AOL (der Internetsparte von Warner) stoppen.

"Der Medienriese Time Warner holte sich den 37-jährigen Google-Vizepräsidenten Tim Armstrong als neuen starken Mann für seine Internet-Sparte." Auf der einen Seite will man also vom Erfolg von Google/YouTube lernen und kauft sich deren Manger ein, auf der anderen Seite will man aber keinen Dollar zu viel verschenken, da der Deal weitreichende Konsequenzen für die Zukunft hat.

Bis die Tinte auf dem Vertrag trocken ist, nimmt das YouTube-Tool, das nicht zwischen Homevideo oder professionellem Musikvideo unterscheiden kann, einfach alles runter, egal ob kommerziell oder nicht.

(double_screening)

(via after dawn Danke!)

News Redaktion am Dienstag, 24.03.2009 11:05 Uhr

tagsTags: eff google time warner fred von lohmann inside digital media phil leigh tim armstrong will tanous youtube clip video warner music aol

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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • teddybeer am 24.03.2009 21:33:42

    Wir kennen doch die Musikindustrie ~ ...

  • Arkenighte am 24.03.2009 19:28:03

    Also das mit den zusammengeschnittenen Videos ist die eine Sachen, aber auch Videos von Nachsängern rausnehmen? Warner killt in jedem Fall Kreativität und macht sich zumindest bei mir nicht sehr beliebt. Ich hoffe nur, dass in den nächsten Jahrzehnten die Vorstände endlich durch "Internet-Gener ...

  • Iron_Monkey am 24.03.2009 18:51:57

    ich kann bei der sache nicht verstehen, warum auch homevideos gelöscht wurden? fallen, nur weil im hintergrund ein warnerprodukt lief, diese ebenfalls unters urheberrecht??? ich finde, da geht es dann doch etwas zu weit... ...

  • m08 am 24.03.2009 17:16:59

    Ich finde diese Aktion von Warner als ziemlich schädigend für die Künstler. Wenn Warner ihre eigene Videos von Video- Portalen wie Youtube entfernt und dazu noch tausende Videos von Privat- Usern ist das doch ziemlich fragwürdig. Das Internet ist doch heutzutage das beste Mittel um Werbung für ...

  • Ghandy am 24.03.2009 16:19:56

    Der Streit wird leider auf dem Rücken von Unbeteiligten ausgetragen. Schade aber nichts Neues! ...

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