Stuttgarts CDU-Oberbürgermeister Wolfgang Schuster erläuterte die offizielle Absage der Veranstaltung: "Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen, bei dem 15 Menschen getötet wurden, können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren". Somit wurde das Event offiziell untersagt. Debattiert hat man in der letzten Woche, ob es auch möglich sei, das Event in der Stuttgarter Liederhalle zu verschieben, oder die Disziplinen zu ändern. Selbstverständlich dachte man daran, die Wettkämpfe, die in "Killerspielen" ausgetragen werden, aus dem Programm fallen zu lassen. Dieses sei jedoch aus ligatechnischen Gründen unmöglich gewesen, so der Veranstalter. Somit sah die Verwaltung nur noch die Möglichkeit, das Event ganz abzublasen. Martin Rau, Geschäftsführer der Objektgesellschaft Stuttgart sagte: "Das konnten wir aus unserer Sicht nicht akzeptieren und haben heute in Abstimmung mit der Stadt Stuttgart die Absage ausgesprochen."
Im Stuttgarter Wochenblatt erschien ein Interview mit Ibrahim Mazari, dem PR-Direktor und Jugendschutzbeauftragten bei Turtle Entertainment, die das Event ausrichten. "Die ESL Pro Series abzusagen kam für uns nicht in Frage. Es ist die Profiliga des elektronischen Sports, mit der Bundesliga vergleichbar. Bei klassischen Fußballspielen kommt es allerdings oft zu Ausschreitungen und vielen Verletzten. Bei den vielen Hundert eSport-Events, die wir durchgeführt haben, gab es nicht eine einzige handfeste Schlägerei."
In dem Interview machte er auch deutlich, dass es sportlich, fair und offen zugeht. Auf die Frage der Stuttgarter Zeitung, ob auch Eltern dieses Event besuchen sollten (als die Absage noch nicht erteilt war), gab es eine klare Antwort: "Kommen Sie am 27. März in die Liederhalle! Unter anderem gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung veranstalten wir die Eltern-LAN. Alle Stuttgarter Eltern und Lehrer sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild von Counter-Strike zu machen. Wer das Spiel kennt, kann sich auf jeden Fall besser mit den eigenen Kindern und deren Spielgewohnheiten auseinander setzen."
In dem Interview wurden auch Begründungen geliefert, warum die immer wieder gern "Killerspiele" genannte Spiele, in dem Kontext der ESL verwendet werden. "Counter-Strike gehört seit zehn Jahren zu den beliebtesten Spielen der Welt, es ist die moderne Version des Räuber-und-Gendarm-Spieles. In Deutschland ist es ab 16 Jahren frei gegeben, Blut ist in dieser Version gar nicht zu sehen. Es geht um Spieltaktik und strategisches Denken, ein bisschen wie auch beim Schach. Man sollte es sich ansehen, bevor man nach einem Verbot ruft."
Selbstverständlich wurden auch die Taten in Winnenden kommentiert. "Die eSportler in Deutschland sind entsetzt über die Taten von Winnenden, aber ein Zusammenhang zum professionellen eSport besteht in keinster Weise." Deswegen wollte man auch keine Schweigeminute im Ablauf vorsehen. die Spieler-Community würde sich mit dem Vorfall in Winnenden auch intensiv auseinandersetzen. Schlussendlich wies Mazari auch darauf hin, dass sich bei dem Event hunderte von Jugendlichen aus Stuttgart und Umgebung treffen, um sich ungezwungen und unter Gleichgesinnten auszutauschen und dass Veranstaltungen dieser Art auch ein Forum für die Jugendlichen darstellt. (020200)
Update: Über die Spielkultur-Mailingliste gab ein Mitarbeiter der Turtle-Entertainment bekannt, dass es einige Unklarheiten in Bezug auf die Pressemitteilung der Stadt Stuttgart gegeben habe. Angeblich wurde Turtle-Entertainment, also der Veranstalter des Events, durch die Pressemitteilung selbst vor vollendete tatsachen gestellt. Man möchte sich genauer dazu im Laufe des Tages äußern. Darüber hinaus kursiert das Gerücht, dass Künstlern auf der Kunstveranstaltung Pictopia Haus der Kulturen der Welt in Berlin eine Gotcha-Performance untersagt wurde.
Update: In einer offiziellen Stellungnahme distanziert sich die ESL von den öffentlichen Vorwürfen. "Der Dialog über eine Verschiebung der Veranstaltung oder die Verwendung anderer Spiele wurde von der Stadt nicht gesucht, obwohl Turtle Entertainment jederzeit dialogbereit und lösungsorientiert war und ist. Wir bedauern die Absage, denn das Event und die vorgelagerte Eltern-LAN wären eine ideale Möglichkeit gewesen, sich differenziert mit dem Thema Computerspiele als Teil unserer heutigen Jugendkultur auseinander zu setzen und die Mediennutzung junger Menschen zu thematisieren und zu diskutieren." Ihnen wurde heute der Mietvertrag gekündigt, und drei Tage vor Beginn ist es nicht möglich einen Ersatzaustragungsort zu finden. (020200)
(via Fragster, Stuttgarter Wochenblatt, thx!)
News Redaktion am Dienstag, 24.03.2009 17:05 Uhr
Das von Paula gepostete Video spottet ja mal wieder jeglicher Beschreibung. Ich hätte Lust, mich mal mit all den Videos zu "bewaffnen" und dann in der Diskussion mit den Leuten, die wirklich soetwas machen bzw. die wirklich in dieser Hinsicht etwas entscheiden können, jeden Beitrag verbal niederzume ...
Ja aber Karlsruhe veranstaltet jetzt ein zuzusagen "Ersatz" für die Stutgart, eine IFNG. :T ...
Haha der Witz des Jahrhunderts, jetzt sagt Nürnberg das nächste IFNG ab! Die Internationale Waffen Messe kurz nach dem Amoklauf wurde nicht abgesagt, aber jetzt ein E Sport Event, da ja die bösen Killerspieler noch gefördert werden könnten. :P Dafür besuche ich diese Jahr nicht ...
Von den jüngeren Leuten gehen doch eh kaum welche zur Wahl Wen wunderts? ...
eben drum so was kann genau diejenigen dann anspornen zu wählen. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.