gullinews am Sonntag, 28.12.2008 21:14 Uhr (Rating: 

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Was 1984 auf dem Chaos Communication Congress als Märchen von Übermorgen prophezeit wurde, ist mittlerweile, 25 Jahre später zu harten Realität geworden. Diese drückt sich nicht nur durch den veränderten Eintrittspreis von damals 30 DM, für Frauen sogar nur 10 DM, sondern auch durch die technische und überwachungsstaatliche Entwicklung aus. Die Entwicklung selbst ist zwar nicht durch und durch zu begrüßen, doch die zum 25. Mal stattfindende Veranstaltung gibt Anlass zur Freude.
Das Jahr 2008 begann mit einem zentralen Thema, der Wahlbeobachtung bezüglich der Verwendung technischer Hilfsmittel, in diesem Falle der Wahlcomputer (wobei diese in der "Fachsprache" der Befürworter als Wahlmaschinen bezeichnet werden), bei welcher unter Anderem Constanze Kurz federführend ist.
Die Anstrengungen des CCC zur einstweiligen Anordnung der Nichtnutzung von Wahlmaschinen liefen ins Leere und konnten eine Verwendung der risikoreichen Geräte nicht verhindern. Der Grund dazu erscheint mehr lächerlich als logisch, denn Wahlen können ja nur im Nachhinein angefochten werden, hieß es. Von Prävention hat man bei einigen Wahlleitungen noch nicht viel gehört, was auch daran zu sehen ist, dass die Wahlcomputer vor der Wahl bei beteiligten Politikern Obdach fanden. Ermöglicht wurde die gesamte Arbeit am Thema Wahlbeobachtung durch großzügige Spenden von Mitgliedern und Sympathisanten.
Auf ein überwachungsreiches Jahr ließ die Entdeckung eines Kostenverteilungsdokuments, also eines Beweises für eine schon lange andauernde Planungsphase, des Bayerntrojaners, mit Augenmerk auf die Bespitzelung von VoIP - Gesprächen über Skype deuten. In den Kreisen der Multimediadiscountern hat das Aufkommen des TV-B-Gone Schlüsselanhängers für eine gehörige Portion Schrecken gesorgt, als nach dem 24C3 drei Besucher ein Liveexperiment im nahe gelegenen MediaMarkt ausgeführt haben. Mit den kleinen Wunderbiestern hatten Kongressbesucher mehrere Plasmafernseher laut Sicherheitsfirma zerstört, was diese zu einem Polizeiruf bewegte. Zum Erstaunen des Sicherheitspersonals waren die Geräte lediglich ausgeschaltet, und nicht wie zuvor angenommen, zerstört.
Mit der Demonstration "Freiheit statt Angst" am 2. Februar, wurde ein Jahr der Demonstration unter dem Leittitel "Hacker gehen auf die Straße" eingeläutet. "Schätzungen der Polizei nach waren 10 Milliarden Menschen auf der Straße." Nicht nur in der Statistik der Webseite des CCC ein absoluter Höhepunkt kann im März angesiedelt werden. Durch eine leichtsinnige Unachtsamkeit von Dr. "Wolle" Schäuble, unserem geliebten Problemminister, gelang ein Trägermedium mit dem Fingerabdruck des Bundesinnenministers in die gemeingefährlichen Fänge der Chaoten. Die enorme Bandbreite des Medieninteresses spiegelt sich auf der Titelseite der knallrotesten Tageszeitung Deutschlands wider.
Eine empirische, flächendeckende Studie des CCC zeigt auf, dass Sicherheit durchaus Spuren an der menschlichen Psyche hinterlassen kann. Dass dies nicht das Ende bedeutet, beweist der Therapieerfolg einer Testperson. Sicherheit ist eine Krankheit, die aber heilbar ist. "Mehrere Jahre Sozialtherapie haben mir geholfen, Freunde nicht mehr in Risikokategorien einzuordnen." Unser Appell an Ebenezer: Lassen Sie sich helfen, bevor es zu spät ist! (-rbrueckner & gS-) (bild via flickr, cc-by-sa: cspiegl & MrTopf)
| 4 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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rbrueckner am 28.12.2008 20:14:49: |
gS- am 28.12.2008 21:51:48: |
c64er am 30.12.2008 20:57:00: |