
Nach Berichten der Zeitung Sunday Express wurden entsprechende, schon länger existierende Pläne der britischen Regierung kürzlich in die Tat umgesetzt. Der Geheimdienst MI5 soll "50 Hacker mit großen Computerkenntnissen - einige von ihnen noch Teenager" eingestellt haben, um im neu gegründeten und von zahlreichen Geheimnissen umgebenen Cyber Operations Command zu arbeiten. Die Mehrheit der Hacker soll asiatischer Abstammung sein. Vor der Einstellung wurden die Computerexperten umfassenden Background-Checks unterzogen. Zudem mussten sie sich schriftlich zu einem hohen Maß von Geheimnhaltung verpflichten.
Nun wird von mehreren Seiten Skepsis laut. So zeigte Mathew Bevan (AKA Kuji), ein britischer Ex-Hacker, der bereits selbst vor Gericht stand, freigesprochen wurde und nun als Sicherheitsberater arbeitet, Ungereimtheiten in der Geschichte auf. Er erklärt, die Hacker wären nach Berichten früher "ungezogen" gewesen, hätten aber kein Vorstrafenregister. Wie aber, so Bevan, sollen die Behörden auf die Jugendlichen aufmerksam geworden sein, wenn diese nicht mit dem Gesetz in Konflikt kamen (oder bei kriminellen Handlungen niemals erwischt wurden)? Zudem sei ihm absolut nichts von Rekrutierungsbemühungen der Regierung bekannt, so der Sicherheitsexperte. Ihm sei niemand aus der entsprechenden Szene bekannt, der tatsächlich über derartige Annäherungsversuche der Regierung berichtet hätte.
Bevan vermutet, dass die Regierung in Großbritannien nicht genug geeignete Kandidaten gefunden hätte. Deswegen hätte man auf Personen aus Indien oder China zurückgreifen müssen. Wie diese Personen aber durch die Sicherheitsüberprüfungen gekommen wären, kann sich der Ex-Hacker nicht erklären. Immerhin hat gerade China in der Vergangenheit sehr häufig versucht, die IT-Systeme westlicher Länder mit den verschiedensten Methoden auszuspionieren.
Aus diesen Ungereimtheiten folgert Bevan, dass die britische Regierung die Geschichte maßlos übertreibt, um sich zu profilieren und insbesondere vor den amerikanischen Verbündeten besser dazustehen.
Kritik ganz anderer Art kommt von Rik Ferguson, einem Sicherheitsexperten, der wirklich für die Regierung gearbeitet hat. "Was mich an dieser Geschichte wirklich aufregt, ist die Implikation, dass nur junge (ehemalige) Kriminelle die nötigen Fähigkeiten haben, um die Arbeit zu tun, die zur Bekämpfung von Cyber-Terrorismus nötig ist," so Ferguson.
Zudem kritisieren sowohl Bevan als auch Ferguson, dass das Vorgehen der Regierung widersprüchliche Botschaften darüber verbreitet, wie "hacken" zu bewerten ist. Einerseits behauptet man, Hacker könnten der Regierung helfen und verantwortungsvolle Jobs übernehmen. Andererseits geht man gegen Personen, die sich entsprechende Straftaten zu schulden kommen ließen, wie etwa den "NASA-Hacker" Gary McKinnon, teilweise mit extremer Härte vor.
Diese Idee ärgert insbesondere Ferguson, der strikt dagegen ist, Hackern oder Ex-Hackern das Gefühl zu geben, sie würden für ihre Aktivitäten auch noch von der Regierung belohnt - und ihnen wichtige Geheimnisse anzuvertrauen. (Annika Kremer)
(via The Register, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 24.09.2009 15:33 Uhr
Publizieren von vertraulichen Informationen gehört ja wohl zum "Kerngeschäft" des Hackers. Das ist so nicht ganz korrekt. Es besteht ein Unterschied zwischen Hackern und Mitgliedern von Wikileaks ;) im Ernst: Es gibt natürlich Fälle, bei denen Hacker Full Disclosure betre ...
Da hat man jemanden der es richtig drauf hat ...Genau, Strafen sind eh für den Eimer... Und wenn jemand es richtig drauf hat: Warum sollte er für seine Strafen büßen, er konnte das doch so gut... Die Geschichte trieft einfach nur von PR: 1. Warum sollte ein Geheimdien ...
Immer diese heimlich revolutionäre Aktivitäten in Großbritannien. Liest sich wie so ein 1,99€ Groschenroman vom Grabbeltisch. Aber solange es nur um MI5 geht und nicht um MI6 greif ich da nichtmal zu. Schätzfrage wo rekrutieren sie wohl am meisten, bei U. o. Cambrige oder bei der University of ...
Evtl. wollten die Briten ja nur ein wenig auf die Kackeonsole hauen, ich meine so in der Form: "Ey Gays, wir sind breit genug für den Cyberwar!" :T Ansonsten schaun mer mal was bei rum kommt! Hmmm, evtl. bittet der Wolfgang den Britischen Innenminister um amtshilfe und tut das G ...
na also ich weis ja nicht was ich davon halten soll. 1. wäre es doch sehr unvorsichtig von der regierung, ausländische hacker einzustellen (wobei das ausländisch nur ein gerücht ist, wenn ich das richtig verstanden habe). besonders so junge, die könnten später weis gott was mit den infos anfan ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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