
Das Forschungsprojekt, das die EU auf fünf Jahre mit insgesamt knapp 15 Millionen Euro finanziert, trägt den kryptischen Namen "Indect". Dabei handelt es sich um eine Abkürzung für den Begriff "Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment" (Informationssystem zur Unterstützung der Suche, der Entdeckung und der Überwachung von Bürgern in städtischen Umgebungen). Das Ziel des Projektes ist, wie der Name schon andeutet, die auf verschiedenen Wegen gesammelten Informationen und Überwachungsdaten zu vernetzen und abzugleichen.
Einer der Ansatzpunkte des Projekts ist die Suche im Internet: Man erforscht, ob sich "Gewalt", "Bedrohungen" und "abnormales Verhalten" im Netz durch automatisierte Suchen finden lassen. Zudem sollen mit Hilfe von Indect "verschiedenste bewegliche Objekte" (also vor allem Fahrzeuge oder Personen) observiert werden können. Auch Bilder und Videos soll Indects Suchmaschine mit Hilfe von Wasserzeichen in Rekordzeit identifizieren und wiederfinden können. "Kontinuierlich und automatisiert" will man im Internet Quellen wie Diskussionsforen und Websites, P2P-Netze, aber auch "individuelle Computersysteme" durchsuchen.
Diese Informationen aus dem Netz sollen keineswegs für sich allein stehen: Umfangreiche Datenbanken sollen bei Indect dazu dienen, auf verschiedenen Wegen gewonnene Informationen miteinander abzugleichen und zu verknüpfen - seien es nun Bilder von Überwachungskameras, Daten aus der Telekommunikationsüberwachung oder noch andere Daten. Wer sich auffällig oder kriminell verhält, sei es im Internet oder offline, soll so in Rekordzeit identifiziert und verfolgt werden können. Der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Stellen soll so extrem vereinfacht werden - selbst mobile Geräte, die der Polizei die "mobile Verfolgung von Objekten" ermöglichen, will man entwerfen, so steht es auf der Homepage des Projekts. Diese neue Technologie soll bei Indect entworfen, getestet und auf ihre Effektivität hin untersucht werden.
Das Ziel des Projekts: Mehr Sicherheit und eine effektivere Verbrechensbekämpfung. Dass diese sich nicht an Prinzipien wie die Unschuldsvermutung hält, sondern pauschal jeden Menschen zum Objekt präventiver Überwachung macht, erscheint absehbar. Das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnende Prinzip der Prävention und der Vorverlagerung von Straftaten wird hier konsequenter als je zuvor umgesetzt.
Bürgerrechtler sind besorgt angesichts der umfassenden Überwachungspläne. Der britische "Telegraph" zitiert den Forscher Stephen Booth mit den Worten: "Das ist nach meiner Meinung alles ziemlich beängstigendes Zeug. Diese Projekte würden eine riesige Invasion der Privatsphäre bedeuten und die Bürger müssen sich fragen, ob die EU wirklich ihre Steuergelder für so etwas ausgeben sollte." Andere Kritiker reden von "Orwellschen Plänen". Dieser Ansicht werden sich wahrscheinlich viele Menschen, die bereits jetztige Überwachungsmethoden mit Besorgnis und Skepsis sehen, anschließen. Werden ihre Warnungen wie so oft von den Verantwortlichen ignoriert werden? (Annika Kremer)
(via Die Zeit, thx!)
(Bildquelle: Globalisierungseffekte, thx!)
News Redaktion am Donnerstag, 24.09.2009 19:18 Uhr
Achja, wird ja immer besser... wer weiteres "Interesse" daran hat, hier auch mal die Liste aller bis jetzt beteiligten Firmen / Institutionen... Keine Ahnung, ob die Partner irgendwo öffentlich auf deren HP stehen, die is nich wirklich aufgeräumt... Können wir nur hoffen, dass die geleistete Arb ...
Hi Leutz, lest euch bitte mal hier durch: http://www.mmnews.de/index.php/200909263849/Politik/Rechtsstaat-am-Ende.html#comments ...
Ich denke der Hauptfaktor der das erstmal verhindern wird ist Geldmangel. Jupp lass ma diese Blase platzen ... Ausgelöst werden könnte ein derartiger Hypercrash durch die 800 Billionen-Derivate-Zeitbombe, die nach wie vor in den Märkten tickt und die es in den letzt ...
Mir gefällt das mit dem "abnormalen Verhalten" am Besten. Denen muss ja der Arsch auf Grundeis gehen.... , Mann, Mann, Mann... :mad: MfG Andy Demnach müste es bei Gulli freiweg ROT blinken bei den ganzen abnormalen hier :D Die 15 Mille hätten die sich auch spaaren k ...
Dann sag mir mal, wodurch das Deiner Meinung nach verhindert werden soll? Ich denke der Hauptfaktor der das erstmal verhindern wird ist Geldmangel. Aber auch wenn sie es nicht schaffen, solche Pläne lassen einen ahnen, was in deren Hirnen vorgeht :mad: ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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