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Amanda Palmer: Künstler und Fans müssen zusammenarbeiten

Wenn es um Raubkopien geht, vernimmt man eigentlich in erster Linie Stimmen, die nach einem härteren Urheberrecht fordern. Nicht jedoch die Künstlerin Amanda Palmer.

Die Contentindustrie stirbt, ihr eigenes Ende hat sie bereits mehrfach prophezeit. Einziges Problem: Es ist bislang noch nicht eingetreten, trotz penibler Berechnungen, welch immense Verluste man bereits hinnehmen musste.

Oft genug schiebt man die Schuld dabei den Filesharern zu, welche mitunter auch Fans sind. Diese würden sich die Musik lieber kostenlos organisieren, als die Künstler zu unterstützen. Eine Behauptung, die nicht minder falsch ist. Aktuell beweist dies die Künstlerin Amanda Palmer, welche gerade eine Art persönlichen Kreuzzug führt, um aus dem Vertrag mit Roadrunner Music (zu Warner Music gehörend) herauszukommen. In einer E-Mail erklärt sie, wie sehr sie ihre Fans unterstützen und auf welche Art und Weise sie Kontakt mit ihnen aufnimmt.

"Es ist eine Lektion darin enthalten, wie die Zukunft der Musik aussehen wird. Die Fans [...] reihen sich nach den Shows vor dem Autogrammkartentisch auf, geben mir Geld und sagen Danke. Ich musste dem sogenannten 'Chef für Digitale Medien' von Roadrunner Australien erklären, was Twitter ist. Sein abwertendes 'davon weiß hier niemand etwas' war absurd, weil ich am nächsten Tag twitterte, dass ich in einem öffentlichen Park sein werde und 12 Stunden später waren dort 150 minderjährige Fans [...], die ihre CDs signiert haben wollten. Kein Manager wusste darüber Bescheid! Ich habe niemanden gewarnt oder davon erzählt! Keine Security! [...] Wir waren in einem verdammten öffentlichen Park![...] Auch interessant: Ich brachte eine Truppe von Background-Künstlern/Tänzern mit auf Tour (wir spielten nur vor 300-1000 Leuten) und hatten kein Geld um diese zu bezahlen. Also gaben wir einen Hut durch die Menschenmenge an jedem Abend. Jeder Künstler verließ jede Show mit rund 200 US-Dollar Bargeld. Die Fans haben sich um diese [Summe] gekümmert. Sie haben uns etwas zu essen gegeben, boten uns einen Schlafplatz. (Ich konnte es mir nicht leisten so viele Leute ins Hotel zu schicken). All dies ohne Label, nur mit E-Mails und Twitter. Die Fans folgten dem Abenteuer, sie liebten es, uns zu unterstützen.[...]. Verbindet euch mit euren Fans. Gebt ihnen einen Grund zum Kauf und sie werden euch unterstützen. Da braucht es kein DRM, Prozesse, Sammellizenzen, Blanko-Lizenzen oder Urheberrecht. Es ist ein Model das heute funktioniert und auch für Musiker aus allen Genres." (Firebird77)

(via techdirt, thx!) (Bildquelle: AmandaPalmer.net, thx!)

News Redaktion am Dienstag, 07.04.2009 13:23 Uhr

tagsTags: künstler email zusammenarbeit amanda palmer fans roadrunner music warner music

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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ForsakenRainman am 07.04.2009 16:22:25

    nette Achselbehaarung x-) ...

  • BlackCrack am 07.04.2009 16:03:25

    ein's iss klar, es sind nicht die Künstler die nach Richtlineien schreien, das sind die Manager, Plattenlables, Produzenten und sonstige Abkassierer, all die jehnigen, die mit dem Künster mehr Kohle -"-MACHEN-"- as der Künstler selbst überhaupt zu Gesicht bekommt oder gar jeh auf dem Konto haben ...

  • gwrtheyrn am 07.04.2009 14:38:14

    ps: Dresden Dolls kann ich für jeden Fan von "Nicht-Mainstream-Musik" nur empfehlen. Ich selbst höre Metal, aber Dresden Dolls ist einfach gute, handgemachte Musik mit Herzblut gespielt -- da kann man gar nicht nein sagen. dito. das tolle ist vor allem der kontrast zwisch ...

  • re-aktor am 07.04.2009 14:33:59

    Interessanter Artikel. Schön das neben NIN (Trent Resznor) auch mal etwas unbekanntere Künstler mit solchen Ansichten zu Wort kommen. :T "Chef für digitale Medien", wenn man sowas schon hört... ps: Dresden Dolls kann ich für jeden Fan von "Nicht-Mainstream-Musik" nur empfehlen. Ich selbst hà ...

  • mete_ am 07.04.2009 13:38:03

    Coole Geschichte. Das bringt eine völlig neue Beziehung zwischen Künstlern und Fans. Und Twitter: :T ...

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