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Rotes Kreuz Bericht: Mediziner halfen beim Foltern

Medizinisches Personal soll nach einem Bericht in der New York Times tief in die "missbräuchliche Vernehmung von Terrorverdächtigen" im Ausland verstrickt sein.

Nach einem internen Bericht des Roten Kreuzes zufolge sollen Mediziner, die für die CIA arbeiteten, an der Folter von Gefangenen beteiligt gewesen sein. Es handelt sich um eine "grobe Verletzung der ärztlichen Ethik" heißt es im langen Bericht des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, der nun abgeschlossen wurde.

Auf der Grundlage von Erklärungen von 14 Gefangenen, die 2006  nach Guantánamo Bay auf Kuba verlegt wurden, hat das Rote Kreuz einen Bericht angefertigt, der zu dem Schluss kommt, dass Medizinisches Personal für die CIA  mit überwacht hat und dabei war, als Gefangene gefoltert wurden. Die medizinischen Fachkräfte sollten sicherstellen, dass die Folteropfer beim Waterboarding nicht ertrinken. Mediziner waren auch anwesend, als Wachen Häftlinge in kleine Kisten zwangen, die Arme gefesselt zur Decke gestreckt. Sie waren auch anwesend als Gefangene in Kühlboxen gesperrt mehrfach gegen die Mauern geknallt wurden, heißt es in dem Bericht.

Das "Erleichtern" solcher Praktiken, die das Rote Kreuz als Folter bezeichnet, ist eine schwere Verletzung der ärztlichen Ethik auch wenn die medizinischen Mitarbeiter mit anwesend waren, um den Tod oder dauerhafte Schädigungen der Gefangenen zu verhindern.

Im Bericht kommt klar zum Ausdruck, dass die medizinischen Fachleute eher die Rolle eines Folterhelfers einnahmen und nicht zum Schutz der Gefangenen anwesend waren. "Man hat die Misshandlungen geduldet."

Zeitweise haben Mitarbeiter den Folternden "Anweisungen gegeben weiterzumachen, haben sich mit ihnen abgestimmt oder haben vorgeschlagen die Methode zu stoppen."

Das Rote Kreuz-Bericht wurde schon im Jahr 2007 verfasst. Der ausführliche Bericht wurde von Mark Danner, einem Journalisten (Autor von "Torture and Truth")  am Montag Abend gepostet, große Teile gingen bereits im März durch die Presse, aber die Berichterstattung durch das Rote Kreuz und die Schlussfolgerungen darin, hinsichtlich der medizinische Ethik und andere Fragen sind neu.

Die Details sind grausam. Einem anderen Gefangenen, Walid bin Attash, dem man zuvor ein Bein amputiert hatte, wurde dennoch gezwungen tagelang mit gefesselten Armen über dem Kopf zu stehen. Seine "Gesundheit" wurde von den Mitarbeitern in regelmäßigen Abständen untersucht, indem man die Schwellung an seinem intakten Bein gemessen hat und schließlich veranlasste, dass er sitzen durfte.

Das Rote Kreuz ist von Seiten der Politik als unabhängiger Überwacher der Haftbedingungen auf der ganzen Welt beauftragt und verfasst seine Berichte für die jeweiligen Regierungen, um die Haftbedingungen zu garantieren. Bernard Barrett, ein Sprecher der Organisation in Washington, gab am Montag einen Kommentar zum Bericht. "Wir bedauern, dass vertrauliches Material des IKRK (internationales Rotes Kreuz) veröffentlicht wurde."

Die CIA-Verhöre waren unter Präsident George W. Bush legal, erklärte das Justizministerium. In dem Bericht werden auch neue Einzelheiten über die Bush-Regierung bekannt, die sich über mehrere Jahre geweigert hat, mit dem Roten Kreuz zu kooperieren. Wiederholte Anfragen und Berichte der Organisation erhielten seit Beginn 2002 keine Antwort von den US-amerikanischen Beamten.

Allerdings dürfen sich die Obama-Euphoriker nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Zwar hat Obama kurz nach seinem Amtsantritt im Januar, das geheime CIA-Inhaftierungs-Programm geschlossen und bestimmt, dass das Rote Kreuz unverzüglich über jede Person unterrichtet wird, die von der CIA oder einem anderen Geheimdienst inhaftiert wird, aber an anderer Stelle versucht man Informationen zurückzuhalten. "Zudem hatte Obamas Administration die britische Regierung unter massiven Druck gesetzt, jegliche Folterbeweise unter Verschluß zu halten." (taz)

Der Schatten von Georg W. Bush ist lang, es wird nicht einfach werden, überall eine neue Politik bei den Hardlinern  zu etablieren. (double_screening)

(via boingboing Danke!)

News Redaktion am Dienstag, 07.04.2009 13:43 Uhr

tagsTags: george w. bush folter barack obama waterboarding cia guantanamo bay ikrk interner bericht kuba mark danner walid bin attash nytimes rotes kreuz

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11 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ELok-rum am 07.04.2009 22:06:17

    Im Bericht kommt klar zum Ausdruck, dass die medizinischen Fachleute eher die Rolle eines Folterhelfers einnahmen und nicht zum Schutz der Gefangenen anwesend waren. "Man hat die Misshandlungen geduldet." Zeitweise haben Mitarbeiter den Folternden "Anweisungen gegeben weiterzumachen, haben s ...

  • CircleJerk am 07.04.2009 21:57:14

    Also ich finde es gut, dass die nur unter medizinischer Aufsicht foltern dürfen. Nicht auszudenken, was da sonst alles schief gehen würde. ...

  • Redfly am 07.04.2009 18:55:48

    ah. eben, ich wunder mich schon, warum sich hier alle übers RK aufregen :confused: ...

  • double_screening am 07.04.2009 18:53:35

    Vorsicht, es war nicht das Rote Kreuz oder deren Mitarbeiter, die an den Folterungen beteiligt waren. Das Rote Kreuz hat nur einen Bericht darüber verfasst, dass Mediziner, die von der CIA bezahlt wurden, "mitgeholfen" oder die Folter geduldet haben. Kleiner wichtiger Unterschied, sonst kommt hier ...

  • scarface22 am 07.04.2009 18:19:11

    komisch so was und die nennen sich freund und helfer:dozey: so was mußte ja irgent wann kommen:dozey: ...

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