Der unabhängige IT- und Tech-Kanal!
internet.board.entertainment.games.hardware

Datenleck bei T-Com: Bis zu 14 Millionen Kunden betroffen

Die Resisto IT GmbH will eine neue Sicherheitslücke im System der T-Com ausfindig gemacht haben. Die Datensätze von bis zu 14 Millionen Kunden sollen davon betroffen sein.

Durch das Ausnutzen einer sehr simplen Sicherheitslücke dürfte die gesamte Liste der Haupt-E-Mail-Adressen der T-Online-Kunden bereits in die Hände von unbefugten Dritten (Spam-Versender und dubiose Datenhändler) gelangt sein. Man habe das Auslesen dieser Daten kürzlich unter Aufsicht von neutralen Sicherheitsexperten unter Beweis stellen können. Möglicherweise sind nach eigenen Angaben erneut viele Millionen Kunden von diesem neuen Datenleck betroffen.

Neben T-Online seien auch die Anbieter GMX und Web.de von dieser Lücke betroffen. Der Download aller E-Mail-Adressen sei hier jedoch zeitaufwendiger, da die Systeme der United Internet AG einen anderen Aufbau als der der Telekom haben.

Die Mitarbeiter von Resisto machten sich die allseits geforderte Bequemlichkeit der Kunden zunutze. Man ließ entweder wie bei der Telekom die Mailnamen aufgrund des alphanumerischen Aufbaus der E-Mail-Adresse hochzählen, oder fragt die Datenbanken der anderen Anbieter mittels so genannter Brute-Force-Angriffen ab. Angeblich sollen bei T-Online rein rechnerisch 100 Milliarden kurze Server-Anfragen ausreichen, um alle Hauptadressen aus der Datenbank zu entwenden. Tobias Huch dazu: "Bei GMX und Web.de bräuchten wir mit Sicherheit ein paar Tage oder Wochen länger, um einen großen und wertvollen Datenbestand zusammen zu haben, aber wir haben genügend Rechnerpower und eine 1000 MBit/s-Anbindung im Unternehmen, was für eine solche Unternehmung ausreichen dürfte. Professionelle Datendiebe und Spam-Versender haben nach unserem Stand der Erkenntnis sogar noch weit größere Ressourcen, um solch eine Lücke auszunutzen".

Erotikunternehmer Huch machte bereits im Oktober 2008 als Datenschützer von sich reden. Er deckte einen Datenskandal bei T-Mobile auf, kurze Zeit später wurden seine Räumlichkeiten mit einer Hausdurchsuchung bedacht. Man hat damals wie heute erneut den Landesbeauftragten für den Datenschutz in Rheinland-Pfalz über die Lücke informiert. Für die nächste mit Sicherheit anstehende Hausdurchsuchung wurden schon vor einigen Tagen Osternester in den Räumlichkeiten versteckt, um den Beamten ihre Aufgabe "schmackhafter" zu gestalten. Man darf also gespannt abwarten, wie lange die nächste Hausdurchsuchung auf sich warten lässt, beziehungsweise wie viele der neuen Nester dann gefunden werden. (via Resisto.com, thx!)

Update:

Die Telekom hat das neue Datenleck in Bezug auf die E-Mail-Adressen ihrer Kunden zurückgewiesen. Bei ihnen und T-Mobile würde es keine Datenlücken geben, es habe auch kein Datendiebstahl stattgefunden. Ein Sprecher gab bekannt, die Angelegenheit hätte nichts mit einer Sicherheitslücke zu tun. Dem Unternehmen sei die Problematik aber bekannt. Zum Schutz der Kunden vor unerwünschter Post würde man restriktive Spam-Filter einsetzen. Offenbar ist dies für die Mitarbeiter der Telekom genügend Schutz vor jeglichem Missbrauch.

Mittlerweile sind die ersten Bilder der Osternester aufgetaucht, die Tobias Huch in froher Erwartung für die ermittelnden Beamten verteilt hat. Erotikunternehmer Huch kritisierte das Verhalten der Deutschen Telekom auf Anfrage von gulli scharf:

"Eine Vogel Strauß-Taktik jetzt anzuwenden ist dem Problem nicht dienlich. Eine Lücke ist klar vorhanden und das System das einzigartig einfachen Mailadressenaufbaus bei T-Online ein zu großes Risiko. Dann auch noch mit den eigen Spamfiltern zu werben verschärft die oberflächliche Reaktion auch noch. Das kommt mir vor, als ob ein Arzt in seinem Ort die Leute mit Grippe ansteckt und dann argumentiert, dass er doch genug Tamiflu zum verschreiben habe."

Huch zeigte sich verärgert, dass die Telekom keinen direkten Handlungsbedarf sieht und die betroffenen Kunden im Dunkeln tappen lässt. Anbieter wie gmx hätten direkt reagiert, obwohl sie nur am Rande von dem Problem betroffen seien, da ihr Mailadressenaufbau an sich sicher und gut sei. (Ghandy)

(via Stern.de, thx!)

News Redaktion am Dienstag, 07.04.2009 17:51 Uhr

tagsTags: t-com tobias huch resisto it gmbh telekom

Bookmark and Share
 
Weitere interessante News
26 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • hypnosis20m am 12.04.2009 12:09:36

    Ha ich bin bei AOL und hab ehrlich gesagt noch nie mit spams zu kämpfen gehabt trotz allem versteh ich den Rummel um solche Sachen nicht denn die meisten Leute sind durch ihr verhalten im Netz (klick klick klick ... oh was stand da jetzt gleich) doch selber schuld wenn sie mit spams zugemüllt werd ...

  • Sempralon am 08.04.2009 00:23:49

    Was hier alle für nen trouble machen... echt unverständlich... ... sagt der Wolfgang sinngemäß auch immer ... aber wenn der Wolfgang sowas sagt, dann kriege ich immer eine Gänsehaut ! Was sich die Leute darüber aufregen, das wir ein paar Gefährder wegsperren wollen ? ...

  • Zeppel am 08.04.2009 00:14:49

    Was hier alle für nen trouble machen... echt unverständlich... Wo ist den der Unterschied ob jemand brute-force mäßig alle Kombinationen mit Buchstaben und Zahlen ausprobiert, um zu schauen welche Adressen bei Mailprovider xy verfügbar sind, oder ob bei der Telekom nun alle 12stelligen Zahlen ...

  • Sempralon am 07.04.2009 23:50:06

    Was regt ihr euch alle auf ? Was wollt Ihr die Daten Illegal runterladen ? Ihr dürft diese ganz Legal bei der Telekomm kaufen ! Ist zwar vom ZDF, aber hilfreich. [URL="http://dontknow.me/at/?http://www.zdf ...

  • jesusthewalking am 07.04.2009 18:29:56

    Ich wollte gerade auch auf den Link von basicthinking verweisen. Habe schon bevor ich den Beitrag gelesen habe, mal nach dieser ominösen Firma gesucht. Schaut euch die Seite mal an von denen:dozey: Das reicht mir schon!:T ...

weitere Kommentare lesen     Nachricht kommentieren

 
Fotostrecke
News [Interviews]

ACTA: Viel Geschrei um nichts? Jurist Jens Ferner im Interview

Lars Sobiraj am 04.02.2012, 11:32 Uhr

ACTA: die Kabel rausziehen?

Während Die Linke zur Teilnahme an einem europaweiten Aktionstag gegen ACTA aufruft und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger die Kritik am internationalen Handelsabkommen zurückweist, führte der Jurist Jens Ferner eine ausführliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gefährlich ACTA tatsächlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?

mehr mehr lesen...

News [Kurioses]

Überwachung mal anders: Polizist in Zivil jagte sich 20 Minuten selbst

Lars Sobiraj am 09.02.2012, 11:40 Uhr

Überwachungskameras

In der südenglischen Grafschaft Sussex ereignete sich letzten Monat ein Fauxpas der besonderen Art. Statt einen Einbrecher zu fassen, jagte ein Polizist mit Hilfe von Kameras für etwa 20 Minuten sich selbst. Sein Kollege an den Monitoren hatte ihn nicht erkannt und fand sein Verhalten sehr auffällig. Der beobachtete Mann habe auf heißen Kohlen gesessen, weswegen er dringend tatverdächtig sei.

mehr mehr lesen...

Browsergames
Gondal World

TOPTIPP: Gondal World

Kämpfe als Held in diesem einzigartigen Fantasy Game. Viele Gefahren und Abenteuer erwarten dich! Escaria spielen

Escaria

Escaria

Erschaffe deine eigene Insel und erobere die Welt. Krieg oder Wachstum - deine Strategie entscheidet! Escaria spielen

Artyria

Artyria

Werde Gladiator und kämpfe im antiken Zeitalter um Ruhm und Ehre. Gehe Bündnisse mit anderen Spielern ein und kämpft gemeinsam gegen die schrecklichen Barbaren. Artyria spielen

Gondal

Gondal

Ziehe als einsamer Waldläufer oder an der Seite von Kampfgefährten in einem Fantasy-Spiel von Abenteuer zu Abenteuer. Gondal spielen

Last Emperor

Last Emperor

Tritt gegen legendären Samurai aus Japan des 19. Jahrhundert an und werde der gefürchtetste aller Samurai. Last Emperor spielen

Nightcreeps

Nightcreeps

Tritt in eine epische Schlacht zwischen Werwölfen und Vampiren, in der nur die Stärksten überleben werden, ein. Nightcreeps spielen

gulli:picsArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli RSS NewsPresso Feedsgulli:Newslettergulli twittertgulli bei facebookidenticagulli:news im AppStoreSeitenanfang

© 1998-2012 InQnet GmbH