
Es drohten bis zu 90 Jahre (!) Gefängnis und eine Geldstrafe von fast einer Million US-Dollar für die Urheberrechtsverletzungen, die Craig Farrugia begangen hatte.
So hätte es kommen müssen, wenn es nach der Motion Picture Association of America (MPAA) sowie der Australian Federation Against Copyright Theft (AFACT) gegangen wäre. Es kam jedoch völlig anders. Der 26-jährige Craig Farrugia wurde in 18 Fällen angeklagt, Urheberrechte verletzt zu haben und Mitglied einer gewerblich handelnden Gruppe zu sein. Er bekannte sich in allen 18 vorgeworfenen Fällen für schuldig, Filme wie "Marley und Ich" oder "Der Ja-Sager" im Kino per Kamera aufgezeichnet zu haben. Pro Tat wäre eine maximale Haftstrafe von 5 Jahren sowie eine Geldstrafe von bis zu 43.311 US-Dollar anwendbar gewesen. Die Menge der Verstöße zusammen hätte ihn schon für 90 Jahre ins Gefängnis bringen können, von der Geldstrafe einmal ganz abgesehen.
Das Verfahren nahm nach der Bekenntnis, schuldig im Sinne der Anklage zu sein, jedoch eine überraschende Wendung. So hatte es sich die MPAA und AFACT sicher nicht vorgestellt. Craig Farrugia verließ den Gerichtssaal als "freier Mann", dem eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten auferlegt wurde, sowie eine Geldstrafe von 3.866 US-Dollar. Eine unglaublich milde Strafe im Vergleich zu dem, was ihm hätte widerfahren können.
Verständlicherweise dürften die Verbände der Rechteinhaber über dieses Ergebnis wenig erfreut sein, ging dem Verfahren doch ein erheblicher Aufwand voraus, um an den Camripper zu gelangen. Erst eine Hausdurchsuchung durch die New South Wales Police in Zusammenarbeit mit Ermittlern der Filmindustrie erbrachte die notwendigen Beweise, um eine Klage durchführen zu können. Bei der am 13. Februar durchgeführten Hausdurchsuchung konnte Videokameras sowie zahlreiches Computerequipment sichergestellt werden. Bei der Prüfung der Gegenstände wurde festgestellt, dass diese Geräte für die illegalen Aufzeichnungen benutzt worden waren.
Der vorsitzende Richter Keady, welcher das Verfahren durchführte, äußerte sich, dass Farrugias Handlungen "Teil einer organisierten kriminellen Bande" seien. Man könne dies durchaus auf die Stufe stellen, wenn Kriminelle in Häuser einbrechen und dort Gegenstände entwenden. "[Die Filmindustrie] hat dasselbe Recht ihr Eigentum zu schützen, wie dies jeder Hausbesitzer hat in dessen Haus eingebrochen und der bestohlen wurde. Es handelt sich hier um ein Eigentumsdelikt ähnlich dem Diebstahl."
Währenddessen versucht die MPAA sich in üblichen Erfolgsmeldungen über das Verfahren, verschweigt dabei jedoch gekonnt, dass Farrugia eigentlich mit mehr als nur einem blauen Auge davongekommen ist: "Einerseits sind wir sehr froh über die schnelle Abwicklung des Verfahrens, andererseits sind wir enttäuscht über das Strafmaß, welches das Gericht festgelegt hat. Man ist daran gescheitert den Schaden zu erfassen, die solche Verbrechen der Industrie zufügen", so Mike Ellis, Pressesprecher und Manager der Asien-Pazifik Abteilung der MPAA. "Dieser illegale Akt des Camripping kann leichtfertig die Fähigkeit zerstören, die Investitionen in die Produktion eines Films zu erwirtschaften und kann die Kinos, DVD-Verkäufe und Onlinedienste auf der ganzen Welt, die sich auf den Vertrieb verlassen, erheblich beeinflussen. Wir hoffen auf strengere Urteile in Australien, um jeden vom Camrippen abzuschrecken." (Firebird77)
(via zeropaid, thx!)
News Redaktion am Mittwoch, 08.04.2009 16:45 Uhr
Kann es sein, dass 43,311 US-Dollar in Deutschland 43.311 US-Dollar bzw. nach DIN 5008 43 311$ sind? Wenn schon abschreiben, dann richtig!! ...
Geh nicht immer von deutschen Gesetzen aus^^ Ich bin eher von einem demokratischen Staat ausgegangen... Wobei man das Wort ja schon fast nicht mehr benutzen kann. ...
Ich finds krass. Schon deswegen weil ich von einem gehört habe (Camripper aus Asien oder so), der 15 Jahre bekommen hat. 18 Monate bewährung ist im Gegensatz zu 90 Jahre Haft echt nicht schlecht ;) Nen Daumen für den Richter :T ...
Geh nicht immer von deutschen Gesetzen aus^^ Eben, denn in D würde es für 18 Taten a' 5 Jahre auch keine 90 Jahre geben. Weiß ja nicht wie es da ist, aber hier wird sowas zu einem Urteil zusammen gefasst. Das Urteil an sich reicht ja schon...18 Monate ist für mich kein ...
Geh nicht immer von deutschen Gesetzen aus^^ ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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