
In der modernen Kriegsführung ist eine ausgezeichnete Aufklärung für den Soldaten mindestens genauso wichtig, wie eine verlässliche Waffe. Die Entscheidungsfindung geschieht nach modernen Prinzipien nicht mehr ganz oben, sondern auch im unteren Bereich.
Bomben am Straßenrand, Sprengfallen an beliebten Orten sowie Angriffe von Heckenschützen gehören zu den Risiken, denen sich ein Soldat in Krisengebieten tagtäglich ausgesetzt sieht. Erfahrung stellt hierbei nach wie vor einen entscheidenden Faktor dar, welcher die Chance auf ein Überleben maximieren kann. Verlässt jedoch die Einheit das Gebiet, so geht für gewöhnlich auch deren Wissen über die Begebenheiten verloren. Die neuen Verbände müssen sich ihre Erfahrung erst aneignen, was oft genug Opfer fordert. Die Defense Advanced Research Projects Agency möchte mit deren Projekt TIGR, dem Tactical Ground Reporting System nun dafür Sorge tragen, dass eben dies nicht mehr so häufig der Fall ist. Das erworbene Wissen und die Erfahrungen sollen nicht vernichtet werden, sondern durch TIGR an neu anrückende Einheiten weitergereicht werden. Dabei kommt das Wiki-Prinzip zum Einsatz.
Mari Maeda arbeitet als Projektmanager bei der DARPA und erklärte in einem Interview, wie genau TIGR den Kampfverbänden helfen soll: "[...]. Nun, wie bereits erwähnt, liegt das Problem in der Vergangenheit, als das Militär sich darauf konzentriert hat, die Informationen nach oben weiterzuleiten. Die Entscheidungsträger waren die Obersten und Generäle, also sammelten die Soldaten am Boden nur die Informationen, damit diese die großen Entscheidungen treffen konnten. In Afghanistan oder dem Irak ist dies jetzt jedoch der Patrouillenführer, Soldaten am Boden, niedrigere Ränge, Hauptmänner und Leutnants, die Entscheidungen treffen müssen. Nehmen sie diese Route oder die andere Route? Sollen sie an dieser Tür oder an der nächsten klopfen? Ist diese Person schon mal beobachtet oder befragt worden? Hat er nützliche Informationen? All diese alltäglichen Entscheidungen werden bei den niedrigsten Rängen getroffen und wir haben wirklich ein Mittel gebraucht, um diesen einfachen Soldaten zu helfen. Deshalb haben wir TIGR erschaffen."
Was bietet TIGR nun jedoch dem Kampfverband konkret und vor allem, wie kommt das Wiki-Prinzip zum Einsatz. TIGR bietet eine Benutzerschnittstelle, die auf dem Kartenmaterial basiert. Statt hunderte Berichte durchzulesen, was an welchem Ort geschah oder an welchem Haus man wichtige Informationen erhält, bietet TIGR all dies zusammengefasst auf einer digitalen Karte. Ein besonderes Merkmal ist dabei die Tatsache, dass eine Suche über ein bestimmtes Gebiet durchgeführt werden kann, so dass relevante Informationen nur für diesen Bereich angezeigt werden. Neben den typischen Formen wie Viereck oder Kreis lassen sich auch einzelne Punkte miteinander verbinden oder eine bestimmte Route auswählen. Daraufhin werden alle Ereignisse, Personen, Plätze und Informationen im ausgewählten Bereich aufgelistet. Neben einer Auflistung der Anwohner und Namen und Bilder von Schulen werden beispielsweise auch Videoaufzeichnungen von Anschlägen in dem Gebiet dargestellt. Ein reichhaltiges multimediales Angebot.
Vorerst ist TIGR nur an bestimmten Fixpunkten im Einsatz, wie beispielsweise in Fahrzeugen. Innerhalb der nächsten sechs Monate sollen jedoch auch erste mobile Geräte ausgegeben werden. Dabei funktioniert TIGR in der Basis wie Wikipedia oder auch Google Maps. Ereignisse oder wichtige Erkenntnisse werden durch Patrouillenführer in das Kartenmaterial eingetragen. Mithilfe mehrerer Server werden sämtliche Geräte kontinuierlich mit aktuellen Daten versorgt, damit die Verbände stets auf dem neuesten Stand sind. (Firebird77)
(via oreilly, thx!)
(Bild via oreilly, thx!)
News Redaktion am Freitag, 24.04.2009 21:25 Uhr
Wozu möchtest du als Zivilist wissen, wo sprengfallen angebracht sind?:D Aber die Polizisten wollen schon gerne wissen wollen, bei welchem Nachbarn, man gut klingeln kann, um ganz unverbindlich ein paar Informationen zu erhalten. ...
Gar nicht mal so schlecht, wenn jeder squad leader so ein Teil bekommt. Die Frage ist nur, was passiert, wenn der Feind das Ding in die Hand bekommt - der ist dann auf einmal über alles im Bilde, was die US-Army weiß - und kann seine Taktik dementsprechend planen. Und natà ...
Gar nicht mal so schlecht, wenn jeder squad leader so ein Teil bekommt. Die Frage ist nur, was passiert, wenn der Feind das Ding in die Hand bekommt - der ist dann auf einmal über alles im Bilde, was die US-Army weiß - und kann seine Taktik dementsprechend planen. @Dv3000: "Die sauberst ...
Schützt leider nicht vor einem islamistischen Bomben-Geisterfahrer :p Die sollen lieber diese süßen Droidekas nachbauen :D http://www.jedipedia.de/wiki/images/thumb/Droideka_fire_position.jpg/250px-Droideka_fire_position.jpg Da soll der Musel noch einmal sei ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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