
Momentan hat Wikileaks mit einigen technischen Problemen zu tun; die technische Infrastruktur kommt kaum noch hinter den immer größer werdenden Strömen von Neugierigen her, was ab und zu sogar für kleinere Downtimes sorgt. Auch an Arbeitskraft fehlt es mitunter, so dass man Inhalte nicht immer so aufbereiten kann, wie man es sich wünscht. Durch eine Spendenaktion versucht man, die größten Löcher zu stopfen. In Zukunft jedoch soll Wikileaks größer, erfolgreicher und vor allem professioneller werden. Über diesbezügliche Pläne sprach Wikileaks-Aktivist Daniel Schmitt nun mit der Zeitung Die Zeit.
Das Portal, das sich zum Ziel gemacht hat, alle möglichen Arten von geheimen Dokumenten, "vom Korruptions-Skandal in Kenia bis hin zu internen Scientology-Papieren", der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen - davon sind die Betreiber, aber auch zahlreiche Nutzer überzeugt. "Nur wenn Quellen in vollem Umfang veröffentlicht werden, können sich wirklich alle informieren. Mündige Bürger brauchen alle Informationen, um wirklich Entscheidungen treffen zu können," ist Schmitt überzeugt und fügt hinzu: "Es steht außer Frage, dass unsere Arbeit sinnvoll ist." Diese Denkweise, die die Informationsfreiheit an die erste Stelle rückt, bringt Wikileaks gerade in Zeiten wachsender Kontrollbemühungen durch Staat und Unternehmen zwar viel Ärger, aber auch sehr viel Anerkennung und Sympathie ein. Alexander Richter, Geschäftsführer des Vereins Netzwerk Recherche, bezeichnet Wikileaks beispielsweise als "für Journalisten eine extrem spannende Quelle."
Bei Wikileaks ist man sich sicher, auch Repression von oben aushalten und ihr erfolgreich begegnen zu können. "Wir haben Erfahrung damit, unsere Dienste auch in totalitären, nicht freiheitlichen Regimen wie China anzubieten. Und werden dies auch weiter erfolgreich tun," meint Schmitt selbstbewusst. Auch gegen Anfeindungen von Unternehmen ist man offenbar gut gerüstet: Einen umfangreichen Rechtsstreit gegen eine Schweizer Bank, der es nicht gefiel, dass Wikileaks Dokumente über Steuerbetrügereien durch einige Bank-Kunden veröffentlichte, hat man bereits gewonnen - trotz der offensichtlichen Entschlossenheit der Banker, Wikileaks "totzuklagen".
In Zukunft will man bei Wikileaks noch größer werden. Vor allem sollen mehr Analysen der eingereichten Dokumente durchgeführt werden. "Wir würden gerne mehr journalistisch arbeiten," erklärt Daniel Schmitt. Dazu würde man gerne Profis für die Recherche und auch für Übersetzungen anstellen. Angesichts der wachsenden Anzahl von Personen in den Medien, aber auch beispielsweise in Entwicklungshilfeorganisationen, die Wikileaks mittlerweile oft und gern nutzen, ist man zuversichtlich, dass sich demnächst auch Menschen finden werden, die Wikileaks in größerem Ausmaß finanziell unterstützen. "Gegen Ende des Jahres wird sich die Frage erledigt haben," gibt sich Schmitt zuversichtlich. (Annika Kremer)
News Redaktion am Samstag, 25.04.2009 09:35 Uhr
Mich wundert es irgendwie das diese Seite trotz der Sperrlisten immernoch abrufbar ist. War KiPo nicht genau der Grund der Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit der .org Domain? Ich warte bei Wikileaks ja nur förmlich auf das tolle STOPP!-Schild. ...
Sonst alles Gute. Wirklich wichtige Seite für die Demokratie. Ein sehr süßer Widerspruch in sich selbst ;) mfg, Markus ...
Hoffe im Zuge des Umbaus und des Wachsens wird die Infrastruktur auch Physikalisch Dezentralisiert. (wenn sie das nicht schon ist ). Denke das in Zukunft bei entsprechender Beachtung und damit Relevanz, immer stärker versucht werden wird zu manipulieren und Wikileaks als Propagandaschleuder zu ins ...
Die Whistleblowing-Seite Wikileaks ist seit einiger Zeit des öfteren in den Schlagzeilen. Nun will man offenbar noch höher hinaus. Momentan hat Wikileaks mit einigen technischen Problemen zu tun; die technische Infrastruktur kommt kaum noch hinter den immer größer werdenden Strömen von ...
Julian Wolf am 27.05.2012, 21:08 Uhr
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