Videospiele sind kulturell wichtig, so Stuart
Keith Stuart, Games-Journalist für den Guardian, spricht in einem Interview über den Platz der Videospiele in unserer Kultur. Der Guardian verstand Spiele immer als neues kulturelles Format und Ausdrucksmittel, so sagt er, und ließ Hysterie und Kontroverse um dieses Thema außen vor. Spiele zählen für Stuart zu den Kunstformen. Natürlich gibt es auch Gewalt in Videospielen, doch man kann ihnen durchaus offen gegenüberstehen, wie es der Guardian tut. Dass es bei der Akzeptanz eines neuen Mediums immer eine gewisse kulturelle Verzögerung gibt, streitet Stuart nicht ab.
Viele Menschen wollen sich nicht mit dem Thema Videospiel auseinandersetzen, zum Teil haben sie Angst, es nicht zu verstehen. Viele ignorieren den Bereich in der Hoffnung, dass er von selbst wieder verschwindet. Doch sogar bei aller Offenheit gibt es eine gewisse Spannung, was Computerspiele und andere Kunstformen betrifft. Spiele haben nun einmal im Vergleich zu anderen Kunstformen keine Stars in dem Sinn und keine schönen Künstler. Es gibt normalerweise kein Gesicht zum Produkt, ein Umstand, der Akzeptanz kostet.
Der Kern jeder Nachrichtenmeldung ist menschliches Drama, so sagt Stuart. Drama, Emotion und die Reaktion der Menschen auf das Thema sind das, was interessiert. Oft ist jedoch der einzige Berührungspunkt der Medien mit dem Thema Videospiel die Frage, „welchen Effekt sie auf die Leute haben“. Diese führt immer wieder in Richtung der Diskussion über Gewalt im Videospiel. Medien sind sich oft nicht bewusst darüber, wie sie mit Games umgehen sollen, selbst wenn sie aufgeschlossen sind. Kann man denn tiefgründig über Spiele sprechen und dennoch ein breites Publikum ansprechen? Stuart erklärt, dass der Leser bei Testberichten die Sprache der Spiele und der Spielkritik verstehen muss. Es handelt sich um eine Sprache mit visuellem Schwerpunkt, die Struktur und Landschaft der Spiele beschreibt.
Mainstream-Medien können lernen, wie der Mensch im Zentrum der Spielerfahrung steht, und dann nicht mit der Fragestellung „Was kann das neue Spiel?“ an den Bericht herangehen, sondern sich vielmehr fragen, was das neue Spiel für den Einzelnen bedeuten kann. Es gibt laut Stuart eine Menge interessante Geschichten in der Videospielindustrie. Diese Geschichten handeln nicht so sehr von jenen Entwicklern, die ohnehin bereits groß im Geschäft sind, sondern eher von solchen aus der Indiegame-Szene, von Menschen, die für ihren Traum vom Entwickeln den Job aufgeben. Auch Spiele, die in gewissen Bereichen der Gesellschaft wie beispielsweise dem Erziehungswesen ihren Platz finden, interessieren ein breiteres Publikum. Journalismus kann, davon ist Stuart überzeugt, zeigen, welch große Rolle Videospiele in Wahrheit für unsere Gesellschaft spielen können.
Bild-Quellen: egfelixdcg@deviantart.com
Text-Quellen: gamesindustry.biz
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Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
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