WikiLeaks (Logo)
Im Laufe seiner Aussage sprach Manning ausführlich über die Whistleblowing-Plattform WikiLeaks, sein Verhältnis zu dieser und seine Einschätzung ihrer Rolle und Bedeutung. Manning bezeichnete die Plattform in seiner Aussage mit dem Begriff "WikiLeaks Organization" oder meist mit der daraus abgeleiteten Abkürzung WLO.
Manning berichtet, schon während seines Trainings in Arizona habe er zum ersten Mal vage etwas von WikiLeaks gehört. Wirklich interessiert habe er sich für die Organisation aber erst, nachdem diese im November 2009 eine Vielzahl von SMS und Pager-Nachrichten vom 11. September 2001 veröffentlicht habe. Diese Aussage deckt sich mit einer Bemerkung Mannings in den bekannten Chatlogs mit Adrian Lamo (deren Echtheit nicht bewiesen ist, aber durch die hier besprochene Aussage Mannings vor Gericht weitaus wahrscheinlicher wird, da sich die beiden Dokumente in weiten Teilen decken oder ergänzen). In diesen hatte Manning erklärt, die SMS seien wahrscheinlich aus einer Datenbank der NSA geleakt worden. Diese Einschätzung wiederholte er vor Gericht nicht. Er erklärte aber, er sei zu dem Schluss gekommen, dass diese Nachrichten "angesichts des schieren Umfangs und Detail-Reichtums der Nachrichten sehr wahrscheinlich echt" seien.
Nach diesem Leak, so Manning, habe er begonnen, zum Thema WikiLeaks zu recherchieren. Dies sei sowohl in öffentlichen Quellen als auch im SIPRNet erfolgt. Parallel dazu habe er begonnen, die WikiLeaks-Website im Auge zu behalten. Im Rahmen seiner Recherchen sei er auf einen Bericht des "United States Army Counter Intelligence Center" (USACIC) gestoßen, in dem das Bedrohungs-Potential von WikiLeaks für die nationale Sicherheit thematisiert wurde. Diesen habe er gelesen und anschließend weitere Recherchen angestellt.
It's time to open the archives - WikiLeaks sieht sich selbst als legitimes Presse-Organ.
Bald darauf, im Januar 2010, begann Manning nach eigenen Angaben mit dem regelmäßigen Besuch des WikiLeaks-IRC. Primär, so Manning, sei dies zunächst aus Neugier geschehen. Er habe wissen wollen, "wo und warum sie an die oben erwähnten SMS gelangten" und habe gehofft, dass das Sammeln von Informationen über WikiLeaks ihm beim Erreichen dieses Ziels helfen werde. Auch habe er wissen wollen, wie WikiLeaks strukturiert sei und auf welchem Wege das Sammeln von Informationen dort funktionierte.
Zunächst blieb Manning im IRC passiv und beobachtete die Konversation. Die Gespräche, deren Zeuge er geworden sei, "waren meist technischer Natur, aber sie wechselten manchmal zu einer lebendigen Debatte über Themen, die der betreffenden Person wahrscheinlich besonders wichtig waren."
Nach und nach habe er sich mehr an den Gesprächen beteiligt, insbesondere, wenn diese sich mit geopolitischen Ereignissen oder IT-Themen wie Netzwerk-Technik und Verschlüsselung befasst hätten, sagte Manning. Er habe WikiLeaks anhand dieser Gespräche als sehr akademisch ausgerichtet erlebt.
Ende Februar oder Anfang März 2010 sei das WikiLeaks-IRC dann nicht mehr verfügbar gewesen. Viele Stammgäste seien auf den dezentralen Instant Messenger Jabber ausgewichen. Auch Manning wurde dort bald zum Stammgast.Dies habe ihm geholfen, die Einsamkeit und Langeweile während seiner Stationierung zu bekämpfen und motiviert zu bleiben.
Annika Kremer (g+) am Dienstag, 05.03.2013 13:31 Uhr
Ja finde auch, dass sich das so gut liest. Bin dafür, dass sich die Redaktion ein bischen Zeit nimmt um da nen ordentlichen Text dras zu basteln. ...
Im Original fand die Aussage auf einmal statt (dürfte mindestens eine Stunde gedauert haben; der originale von Manning vorgeschriebene Text hat 35 Seiten). Es gibt lediglich Zwischen-Überschriften, die bestimmte Themen abgrenzen. Aber da, wie du schon sagtest, wenige Leute tatsächlich einen Artikel ...
Eigentlich ist es gut, dass die aussage nur "häppchenweise" veröffentlicht wird, weil so ein Mega-Artikel über X-Seiten will niemand lesen. Mich würde aber interessieren, ob Gulli diese Aufteilung vornimmt oder ob die Aussagen auch im Original nur stückweise veröffentlicht werden? ...
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Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Sener Dincer am 14.06.2013, 11:47 Uhr
Bezugnehmend auf die anhaltende Protestbewegung gegen Ministerpräsident Erdogan hat nun auch der StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani seine Ansichten offenbart. Via Facebook-Mitteilung teilt er mit, dass möglicherweise die Zeit für einen bewaffneten Kampf gegen die türkische Regierung gekommen sei – und zwar „Stauffenberg-like“.