Bradley Manning
Im zweiten Teil seiner Aussage beschreibt Manning vor allem die technischen Gegebenheiten während seiner Stationierung im Irak. Dies lässt einige Rückschlüsse auf die Natur der ihm zur Last gelegten IT-Verbrechen - und auf gravierende technische Probleme, die damals bei der Armee existierten - zu.
Im Rahmen seiner Aussage vor dem Militärgericht in Fort Meade, Maryland, erläuterte Bradley Manning die üblichen Backup-Prozeduren der im Irak eingesetzten Analysten und die von ihnen erlebten technischen Herausforderungen. Er habe im Rahmen seines Trainings als Analyst beigebracht bekommen, regelmäßige Backups seiner Arbeitsergebnisse zu machen. Dies sei aufgrund der "relativen Instabilität und Unzuverlässigkeit der Computer-Systeme, die [Mannings Einheit] während der Stationierung im Feld benutzte" besonders wichtig gewesen.
Im Irak habe seine Einheit zwei Arten von Laptops verwendet; ein Modell der Firma Dell sowie ein Modell der eigentlich auf Gaming-Hardware spezialisierten Dell-Tochterfirma Alienware. Die Dell-Rechner seien bei den Analysten beliebter gewesen, da sie etwas schneller gewesen seien als die Alienware-Laptops und außerdem "weniger Probleme mit Staub und Temperatur" gehabt hätten (letzteres ist kaum verwunderlich angesichts der Tatsache, dass Alienware-Systeme eher auf LAN-Parties als auf den Arbeitseinsatz in der Wüste ausgelegt sind). Aufgrund diverser technischer Probleme habe er während seiner Stationierung eine ganze Reihe von Laptops benutzt, berichtete Manning.
Eine handelsübliche CD-RW - auch auf diesem Medium fertigte Manning zahlreiche Backups an
All dies zeichnet das Bild Mannings als eines technisch versierten, gewissenhaften Mitarbeiters, auf den sich auch seine Kollegen verlassen konnten. Es lenkt aber auch den Blick auf eine bislang vergleichsweise wenig diskutierte Problematik: die Datensicherheit sowie die Zuverlässigkeit der technischen Infrastruktur an Mannings Einsatzort waren offenbar weit von dem Standard entfernt, den man schon bei einem mittelständischen Wirtschaftsunternehmen - ganz zu schweigen von einer modernen Armee des 21. Jahrhunderts - erwarten würde. Entsprechende Missstände gelangten bereits Mitte 2011, knapp ein Jahr nach Mannings Festnahme, durch Interviews mit Mannings Kollegen an die Öffentlichkeit (gulli:News berichtete). Wie in der Aussage Mannings war dort von unzuverlässiger IT die Rede. Auch die Berichte mangelnder Datensicherheit decken sich in weiten Teilen. Damals berichteten Soldaten in der englischen Zeitung "The Guardian", es habe in der Basis im Irak "praktisch keine Computer- und Datensicherheit" gegeben. Die Mehrzahl aller stationierten Soldaten habe Zugang zu den Computerräumen gehabt. SIPRNet-Passwörter seien auf Post-It-Zettel geschrieben und an die Laptop-Bildschirme geklebt worden - ein Detail, das Manning nicht erwähnt, das aber durchaus zu seinem Bericht passen würde.
Alles in allem, so das Fazit von Mannings Aussage, sei es normal gewesen, geheime Daten - darunter auch die "SigActs" - herunterzuladen und zu speichern oder auf CD zu brennen. Er habe dies zunächst vollkommen ohne Hintergedanken getan, um sich und seinen Kollegen die Arbeit zu erleichtern.
Ein weiteres Detail von Mannings Aussage ist interessant: um die Datenbanken besser auf den in Bezug auf Speicherplatz vergleichsweise klein bemessenen CD-RWs ablegen zu können, habe er das populäre Tool "WinRAR" herunter geladen und auf einem seiner dienstlich genutzten Laptops installiert. Er habe nicht versucht, diese Tatsache geheim zu halten. Die Formulierung erweckt den Eindruck, als handle es sich bei besagtem WinRAR um die Software, deren "unautorisierte Installation" Manning als Verstoß gegen IT-Gesetze vorgeworfen wird. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus interessant, zu erfahren, dass es sich um ein legales, in aller Regel unschädliches Tool - nicht um Schad- oder Spionagesoftware - handelt und die Installation nach Aussage Mannings schon lange vor der Entscheidung, Daten an WikiLeaks weiterzugeben, und mit dem Ziel eines produktiveren Arbeitens stattfand.
Annika Kremer (g+) am Montag, 04.03.2013 12:13 Uhr
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.