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RIAA: Fall endet nach vier Jahren und zwei Prozessen

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat nun einen der ältesten Fälle gegen zwei Urheberrechtsverletzer zu einem wenig überzeugenden Ende gebracht.

Der Kampf gegen illegales Filesharing und Piraterie ist eines der Hauptziele, welche die Recording Industry Association verfolgt - egal wie lange es dauert oder wie erfolgsversprechend es ist.

Nach rund vier Jahren hat man nun zwei der bislang ältesten Verfahren gegen zwei Filesharer beendet. Der vermeintliche Sieg ist jedoch nicht mehr als eine Einigung, bei der man einfache Menschen finanziell ruiniert haben dürfte, und selbst auch nur mit einem völlig unbedeutenden finanziellen Vorteil aus dem Verfahren geht.

Ursprünglich hatte die RIAA Patricia santangelo im Februar 2005 verklagt, da über ihren Anschluss urheberrechtlich geschützte Werke verbreitet worden sein sollen. Sie selbst hatte keine Ahnung wie man Musik herunterlädt und bestritt die Anschuldigungen. Kurze Zeit später fand sie sich in einem Prozess wegen Urheberrechtsverletzung wieder. Der Richter erkannte das nicht vorhandene technische Wissen von Patricia Santangelo an und erkannte sie treffend als: "eine Internet-Analphabetin, die Kazaa nicht von Kazoo unterscheiden kann, und die nur schwerlich ihre E-Mails abrufen kann." Sie hätte mit der Begleichung einer Summe von 4.000 US-Dollar den gesamten Rechtsstreit vermeiden können, doch sie kämpfte. Insgesamt gab sie 24.000 US-Dollar aus, bevor sie finanziell am Boden lag und ihren Anwalt feuerte. Eine ins Leben gerufene Spendenaktion brachte ihr 15.000 US-Dollar für ihre Verteidigung ein. Während der Verhandlung händigte Patricia Santangelo ihre Festplatte an die Forensik-Abteilung der RIAA-Ermittler aus, welche darauf KaZaA entdeckten. Der P2P-Client war darauf eingestellt, alle Dateien im Incoming-Ordner weiter zu verteilen. Sie versuchte sich damit zu verteidigen, dass ein Freund ihrer Kinder das Programm auf den Familien-PC installiert hätte. Erstaunlicherweise glaubte die Recording Industry Association of America ihr diese Schilderung sowie die Behauptung, dass sie für die P2P-Taten somit nicht verantwortlich sei. Man zog die Klage im April 2006 daraufhin zurück.

Damit war das Verfahren jedoch nicht beendet. Man führte nun eine Klage gegen ihre Kinder, Robert und Michelle Santangelo ins Feld. Ein Versäumnisurteil gegen Michelle erging, welches sie zu einer Zahlung von 30.750 US-Dollar verurteilte. Sie hatte auf die vorangegangenen gerichtlichen Mitteilungen nicht reagiert. In nächster Instanz wurde das ursprüngliche Urteil jedoch entkräftet. Auf dem Weg durch die gerichtlichen Instanzen sagte ein Freund von Robert unter Eid aus, dass dieser KaZaA heruntergeladen und "fast täglich" benutzt hätte. Auch Michelle gab an, die Software genutzt zu haben. Nun hat man sich außergerichtlich auf einen Betrag von 7.000 US-Dollar geeinigt, die Hälfte davon sofort zu bezahlen, den Rest in Raten von rund 600 US-Dollar. Laut dem Anwalt der Geschwister war dies ein notwendiger Schritt, um Kontrolle über die Kosten zu behalten. Vielleicht hätte die RIAA den Fall gewonnen, vielleicht aber auch nicht. Eines wird jedoch deutlich. Allein die finanzielle Macht, welche die RIAA innehat, zwingt die Beklagten oftmals zur Einigung. Wenn die Santangelos mehr finanzielle Mittel gehabt hätten, wäre das Verfahren womöglich fortgeführt worden - mit ungewissem Ausgang.

Selbstverständlich freut sich die RIAA, nach vier Jahren einen solch großartigen Erfolg verbuchen zu können. Man hat vier Jahre prozessiert, hunderte Stunden in das Verfahren investiert und nun geht man als "Sieger" hervor, der statt den geforderten 4.000 US-Dollar, sogar 7.000 bekommen hat. Nach vier Jahren. Nach hunderten Arbeitsstunden. (Firebird77)

(via arstechnica, thx!)

(Grafik: radiomag online.com, thx!)

News Redaktion am Donnerstag, 30.04.2009 14:16 Uhr

tagsTags: filesharing urheberrechtsverletzung piraterie recording industry association of america riaa kazaa einigung verfahren santangelo

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22 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Arkenighte am 01.05.2009 14:11:52

    Gerechtigkeit? Eine Familie so zu ruinieren, wegen etwas FileSharing? Meine Fresse, was geht denn ab!? ...

  • am 01.05.2009 08:12:44

    na zum glück bin ich Rechtsschutz versichert ^^ das schützt mich zumindest bis zu einem endgültigen urteil vorm Ruin. :D an deiner Stelle würde ich mal schnell die AGB´s deiner Rechtschutz lesen...denn dann würdest du feststellen das sie nicht zahlen werden. Topic ...

  • chatnick am 01.05.2009 04:12:46

    Bei solchen Nachrichten, kann man der RIAA nur gratulieren! Damit haben sie es endlich geschaft dem Weltweiten-Wareztreiben einen empfindlichen Schlag zu versetzen! Die Warez-Sezen wird sich in den nähsten 392 Jahren nicht davon erhollen konnen! HOSSA-HOSSA-HOSSA ...

  • user124 am 01.05.2009 00:26:52

    man sollte die riaa als juristische person nach tagessätzen verurteilen. bei 7000$ die nun die frau zahlen muss, umgerechnet auf den tagesverdienst der frau kommen wohl um die 6 "monatssätze" heraus. die selben 6 monatssätze müsste die riaa bezahlen wenn sie einen fall verliert. auf einen schla ...

  • Helmut_Schaich am 30.04.2009 20:21:14

    Der größte Unterschied zwischen Zivilisation und Steinzeit ist, dass man heute nicht mehr weiss, wem man mit der Keule eins überziehen muss, wenn was falsch läuft. Hey hey, bitte verunstalte meinen Satz nicht, der mit soviel Schöpfungsarbeit verbunden war... ;) ...

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