
Die Bild-Zeitung titelte, Haderthauer wolle das beliebte MMORPG World of Warcraft verbieten lassen. Das mag zwar etwas übertrieben sein, fest steht jedoch, dass die CSU-Politikerin Computerspielen äußerst kritisch gegenübersteht und sich für schärfere Vorgaben beim Jugendschutz einsetzt. Nach Angaben der Spielezeitschrift Gamestar brachte sie auf der Kabinettssitzung am 28. April 2009 den Vorschlag ein, die Kriterien überprüfen zu lassen, nach denen die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ihre Altersfreigabe für Computerspiele erteilt. Die neuen Kriterien sollen nach Haderthauers Wunsch noch strenger als die aktuellen werden.
Über die derzeitige Praxis bei der Altersfreigabe äußerte sich Haderthauer in einem Interview extrem kritisch. "Das verfehlt seinen Zweck, Eltern sollten sich darauf nicht verlassen. Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Die freiwillige Selbstkontrolle wird von der Medienwirtschaft bezahlt und besetzt. Da findet eine Vorauswahl des Materials statt. Die schlimmsten Gewaltszenen bekommen die Gutachter oft gar nicht vorgelegt. Das Ergebnis sind Altersfreigaben, über die die Gutachter selbst entsetzt sind, wenn sie das Spiel dann ganz sehen." Daraus schlussfolgerte sie: "Eltern dürfen sich nicht in Sicherheit wiegen, weil ein Spiel eine Altersfreigabe hat. Es kann dennoch ein brutales Killerspiel sein".
Diese Darstellung wird von der Gamestar bestritten: "So wirkt ein Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB), die federführend für den Jugendschutz sind, in den Gutachtergremien der USK mit. Der hat ein generelles Vetorecht bei Entscheidungen und erteilt letzten Endes die Freigabe. Die Gutachter der USK sind darüber hinaus unabhängig. Sie sind nicht in der Spieleindustrie beschäftigt und haben als Pädagogen, Journalisten, Sozialwissenschaftler oder Jugendschutzbeauftragte Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit gesammelt." Auch die Behauptung, die Gutachter würden nur ausgewählte Szenen eines Spiels zu Gesicht bekommen, entspricht nach Angaben der Spiele-Zeitschrift nicht den Tatsachen. Gamestar-Redakteur Christian Merkel vermutet hinter den Vorstößen Haderthauers den Versuch, im aktuellen Wahlkampf Punkte zu sammeln.
Egal, wie ihre Motivation aussieht, die Ministerin war gründlich und beließ es nicht bei den Vorwürfen gegen Counterstrike und Co. Auch gegen World of Warcraft hatte Haderthauer so einiges zu sagen. Dabei stützte sie sich auf das von Kritikern oft vorgebrachte Argument einer angeblichen Suchtgefährdung von WoW-Spielern und forderte, zukünftig sollte "Suchtgefahr" als Kriterium bei der Altersfreigabe berücksichtigt werden. Wie sie diese messen oder bestimmen will, ist nicht bekannt. Im Falle von WoW würde sie (was allerdings nach der aktuellen Rechtslage nicht möglich ist) gerne die aktuell geltende Altersfreigabe ab 12 Jahren zurücknehmen, da sie bei dem Spiel eine "massive Suchtgefahr" sieht.
Während der Sitzung am 28. April wurde natürlich, auch durch den Amoklauf von Winnenden begünstigt, auch die Killerspiel-Thematik ausführlich besprochen. Dabei war als externer Experte der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, anwesend. Pfeiffer ist einer der bekanntesten und leidenschaftlichsten Spielegegner (Kritiker würden schon eher sagen "Spielehasser") Deutschlands. Auf der Sitzung wurde zunächst kein formeller Beschluss gefasst, die Thematik wird aber am 5. Mai erneut auf der Tagesordnung im bayerischen Kabinett stehen. (Annika Kremer)
News Redaktion am Donnerstag, 30.04.2009 18:03 Uhr
"Die schlimmsten Gewaltszenen bekommen die Gutachter oft gar nicht vorgelegt." ... ich dachte die spielen diese Spiele ? Ferner habe ich festgestellt, das die Szenen, die hier evtl. angesprochen werden, nicht in der deutschen Verkaufsversion enthalten sind sondern erst später folgen ... dann wenn ...
Mei, auf was für Ideen man am Stammtisch im Schützenverein so kommen kann ... ...
Die freiwillige Selbstkontrolle wird von der Medienwirtschaft bezahlt und besetzt. man ersetze 'freiwillige selbstkontrolle' durch 'politik' und streicht 'medien' bei 'medienwirtschaft' und der wahrheitsgehalt steigt nochmals um ein vielfaches an... ...
Nochmal: Es geht hier nicht um Realpolitik. Das Problem ist nur, je öfter leichtgläubige Menschen etwas vorgesetzt bekommen, desto eher glauben sies auch... ...
Rofl :D Achja, was soll der auf gut Deutsch gesagte Scheiß mit den "Nicht-Bayern"? Denkst du, dass du was besseres bist weil du Bayer bist oder wie soll ich das auffassen? Äh, ja? :T Wenn dem so ist, wovon ich aussgehe, dann steige ich nun mal in die Klischee-Kiste ab ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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