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Linux: Probleme mit UEFI auch bei Toshiba und Lenovo

Nachdem vor Kurzem Berichte über Probleme bei der Nutzung der Linux-Distribution Ubuntu auf einigen Samsung-Laptops Schlagzeilen machten, stellt sich nun zunehmend heraus, dass auch andere Laptop-Hersteller teilweise Probleme mit bestimmten Linux-Treibern haben. Allerdings sind diese nicht so schwerwiegend wie im Fall Samsungs. Ursache ist in allen Fällen die Boot-Schnittstelle UEFI.

UEFI wird auf modernen Computern statt eines BIOS verwendet. Versucht man auf diesen Laptops jedoch, Linux zu installieren, kommt es in einigen Fällen zu Problemen. Vergangene Woche häuften sich Medienberichte über moderne Samsung-Laptops, die durch eine Ubuntu-Installation komplett unbrauchbar wurden (gulli:News berichtete). Als Ursache wurde ein fehlerhaftes Kernel-Modul identifiziert. Betroffene konnten ihre vollkommen unbenutzbaren, nicht mehr bootenden Laptops nur noch einschicken, woraufhin das Mainboard und mit ihm der dort verlötete UEFI-Speicher getauscht wurde.

Matthew Garrett ist Linux-Entwickler, spezialisiert unter anderem auf Energieverwaltung, Firmware und Sicherheit. In seinem Blog analysiert er die aktuellen Probleme. Seiner Beschreibung zufolge wurde der betreffende Ubuntu-Treiber "samsung-laptop" erstellt, um die Kompatibilität mit einer veralteten Firmware-Verwaltung älterer Samsung-Laptops herzustellen. Dies habe so lange gut funktioniert, wie Samsung nichts an der Firmware verändert habe, ohne die Entwickler darüber zu informieren. Mit dem Umstieg auf UEFI hätten sie jedoch offenbar genau das getan - und nichts unternommen, um "alte Treiber daran zu hindern, Dinge kaputt zu machen". Dadurch komme es im besten Fall zu einem nicht behebbaren Software-Fehler beim Booten, im schlimmsten Fall zu einer Zerstörung der Firmware. "Angesichts der Tatsache, dass der Treiber nach Samsungs Spezifikationen geschrieben wurde, ist das ziemlich offensichtlich Samsungs Schuld, aber das ist wahrscheinlich ein schwacher Trost für diejenigen, die mit einem toten Laptop da standen," so Garrett.

Daneben dokumentierte Garrett auch Probleme mit Rechnern anderer Hersteller. So gebe es einige Toshiba-Laptops, die grundsätzlich nicht in der Lage seien, Linux zu booten. Dies gehe auf eine "atemberaubende Inkompetenz Toshibas" zurück, so der Linux-Experte. Offenbar fehlen Schlüssel, die zur Verifizierung der Binaries verwendet werden, in den relevanten Datenbanken. Auf neuen Laptops wurde dieses Problem scheinbar behoben, wahrscheinlich, da es auch die Design-Guidelines von Microsofts aktuellem Betriebssystem Windows 8 verletzt. Betroffene Laptops allerdings seien "noch immer kaputt" und bislang verteile Toshiba kein Update, so Garrett. Einige Lenovo-Desktoprechner booten im kein Betriebssystem außer Windows oder Red Hat Enterprise Linux, wenn die "Secure Boot"-Option verwendet wird.

Wer Linux auf mit UEFI versehenen Rechnern einsetzen will, muss darauf aber nach derzeitigem Wissensstand nicht verzichten. Neben den beschriebenen Fällen - "einige Samsungs, eine Baureihe Toshibas und eine Baureihe Lenovo-Desktops" - gebe es keine Hinweise auf Probleme oder Inkompatibilitäten, versichert Matthew Garrett. Er bittet um Rückmeldung, falls Linux-Nutzer weitere Probleme dokumentieren.

Annika Kremer (g+) am Montag, 04.02.2013 19:38 Uhr

Tags: linux lenovo samsung toshiba uefi

 
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1 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Kent_Brockman am 05.02.2013 21:20:52

    Dies gehe auf eine "atemberaubende Inkompetenz Toshibas" zurück, so der Linux-Experte. Mit dieser durfte ich schon Bekanntschaft schließen. Der Qosmio X770 und seine Lüfterkontrolle... Default eingestellt regelt scheinbar das OS den Lüfter, dumm nur ohne Treiber kann dieses kaum ein ...

  • Annika_Kremer am 04.02.2013 19:38:40

    Nachdem vor Kurzem Berichte über Probleme bei der Nutzung der Linux-Distribution Ubuntu auf einigen Samsung-Laptops Schlagzeilen machten, stellt sich nun zunehmend heraus, dass auch andere Laptop-Hersteller teilweise Probleme mit bestimmten Linux-Treibern haben. Allerdings sind diese nicht so schwer ...

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