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Eugene Kaspersky fordert Ächtung von "Cyber-Waffen"

Eugene Kaspersky, Gründer und CEO des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky Lab, tätigte gegenüber dem IT-Newsportal "heise Security" wieder einmal einige kontroverse Aussagen zum sogenannten Cyberwar. Unter anderem forderte er eine Ächtung von Cyber-Waffen.

Kaspersky forderte unter anderem, dass Regierungen weltweit mit Cyber-Waffen genauso umgehen sollten, wie dies heute bereits mit biologischen, chemischen oder nuklearen Waffen der Fall ist: Sie sollten geächtet werden. Allerdings nannte Kaspersky keine Einzelheiten, wie er sich eine derartige Ächtung vorstellt. Die meisten IT-Sicherheitsexperten sind der Ansicht, dass derartige Pläne so gut wie unmöglich umzusetzen wären, da keine physischen Güter produziert und ausgetauscht werden und eine Rückverfolgung der Urheber meist schwierig bis unmöglich ist. Dies wurde etwa auf der in Wien im vergangenen November abgehaltenen IT-Sicherheitskonferenz DeepSec mehrfach thematisiert.

Immerhin lieferte Kasperskys Kollege Costin Raiu, Forschungschef bei Kaspersky Labs, eine Definition für "Cyber-Waffen". Darunter fällt laut Raius Erklärung Software, die "von staatlichen Stellen entwickelt wurde und prinzipiell dazu geeignet ist, die kritische Infrastruktur eines Landes zu stören." 

Kaspersky betonte gegenüber heise Security die Gefährlichkeit derartiger Software. "Wir leben in einer gefährlichen Welt", sagte der IT-Sicherheitsexperte und betonte die Bedrohung durch Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Stromversorgung, Transportsystem oder Telekommunikation.

Von heise security mit der Frage konfrontiert, ob das ständige Betonen der Cyber-Gefahren durch die Anbieter von Sicherheitssoftware nicht letztlich Panikmache sei - eine Frage, die auch im gulli:board schon häufig gestellt wurde-, sagte Kaspersky: "Ich muss keine Panik verbreiten, das erledigen Szenarien wie Angriffe auf Stromnetze selbst. Außerdem glaub ich nicht, dass wir durch meine Vorträge oder Blogbeiträge eine Lizenz mehr verkaufen." Vielmehr, so Kaspersky, dienten seine öffentlichen Auftritte der Aufklärung und sollten Informationen liefern, damit insbesondere Unternehmen ihre Systeme vernünftig absichern könnten. Ob dies Skeptiker allerdings überzeugt, sei dahingestellt.

Annika Kremer (g+) am Samstag, 02.02.2013 11:09 Uhr

Tags: eugene kaspersky cyberwar kaspersky kritische infrastrukturen

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9 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • mariYo am 03.02.2013 21:54:24

    Na wenn 'Eugen' schont meint, "wir leben in einer gefährlichen Welt", da lohnt es sich doch, noch einmal auf zwei von Annika zusammengefaßten DeepSec 2012 Vorträgen zu verlinken;> Michael Kemp: 'When I Grow up I want to be ...

  • ATMega8 am 03.02.2013 12:34:45

    Das letzte mal als ich von dem hörte, forderte er einen Personalausweis fürs Internet zur Anmeldung auf Webseiten. Also keine Angst, der macht sowas öfter :D ...

  • kanser am 03.02.2013 01:56:10

    Nun so ganz verkehrt macht er das nicht. Die Politiker labern wirres Zeugs und bringen anschießend ihren Willen durch. Jetzt schlägt er mit deren Waffen zurück. ...

  • TheOnlyOne6520 am 02.02.2013 22:57:13

    ist doch schon verboten Virus definiert sich ja das es sich selbst weiterverbreitet und in Systemen ohne Zustimmung verankert. Das ist natürlich illegal, den selbst Cookies dürfen ja nicht mehr ohne "Erlaubnis" gespeichert werden. Aber genau das ist ja der Knackpun ...

  • timteg am 02.02.2013 19:50:44

    Genau,und als nächstes werden einfach Viren und ähnliches Verboten... ist doch schon verboten ...

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