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Der Wochenrückblick - Die Gulli-Glosse (05/2013)

Gulli Glosse

Gulli Glosse

Wieder einmal neigt sich eine Woche dem Ende zu. Diese brachte uns unter anderem die Nachricht, dass Königin Beatrix der Niederlande in Kürze abdanken wird. Leider zeigen sich aber einige gewählte Volksvertreter nicht ähnlich einsichtig, sondern bereiten vielmehr schon die weitere Verlängerung ihrer Amtszeit vor. Was es damit auf sich hat und was sonst noch so passierte zeigt der Wochenrückblick.

Der Wunsch nach zügiger Abdankung oder Frühpensionierung gilt nicht nur für Politiker. Auch einige Scherze sollten zügig in die Seniorenresidenz (also wahrscheinlich ins Vorabend-Programm des ZDF) überführt werden. Dazu gehört zum Beispiel der seit der mittleren Bash.org-Steinzeit bekannte Brüllerwitz, sein Opfer versehentlich die eigene Festplatte löschen zu lassen. Das allerdings hinderte einige Scherzbolde nicht daran, diese Perle des prähistorischen IRC-Zeitalters wiederzubeleben und im Rahmen der viel diskutierten "Operation Last Resort" auf die Menschheit loszulassen. Nun ja. Read Mail, really fast. Ungefähr so originell wie "/hop und /quit sitzen in einem Boot. /hop springt ins Wasser, wer sitzt noch drin?" Dagegen waren Elch und Bitchchecker noch geradezu originell - was wahrscheinlich daran lag, dass Bitchcheckers Uhr schon auf Sommerzeit eingestellt war!

Ein weiterer Auslöser für den Wunsch nach sofortiger Räumung seines Postens ist wohl für viele Gullianer auch Bundesinnenparanoiker Hans-Peter Friedrich. Dieser nahm die aktuelle Überprüfung der Antiterror-Gesetze zum Anlass, zu fordern, dass diese eigentlich erweitert werden müssten. So war das Ganze zwar nicht gemeint, aber seit wann hätte das den Herrn im täuschend harmlosen Streber-Look jemals interessiert? Wer sich die Bundesinnenminister seit 2001 anschaut, der muss zu dem Schluss kommen, dass es seit 2001 einen Wettbewerb geben muss, wer die Spirale aus Paranoia, autoritären Gesetzesvorschlägen und einer Rhetorik, die an Raumschiff GameStar erinnnert ("Oh mein Gott, wir werden alle sterben!") am schnellsten und mit den besten Haltungsnoten weiter drehen kann. Bislang hat noch keiner geschafft, die diesbezüglichen Leistungen von Wolfgang Schäuble, Ikone und Hassfigur einer ganzen Generation, zu toppen, aber wenn Friedrich so weiter macht, könnte er sich als ernst zu nehmender Konkurrent erweisen. Ein Potenzial für Sportwetten ist durchaus gegeben.

Der US-Verteidigungsminister sprach: "Cyber, cyber, Krieg, cyber, Bombe, Anschlag, cyber, cyber." Anschließend beschloss das Pentagon, die personelle Kapazität des "Cyber Command" - nein, das ist kein Computerspiel für den goldenen C64 - massiv zu erhöhen. Der Schutz unserer IT vor extremistischen Cybers ist also in guten Händen.

Weitere Neuigkeit, die die Welt dringend braucht: Acer, seines Zeichens der Laptop-Anbieter mit dem wohl schlechtesten Service seit dem Haus, das Verrückte macht, will nun auch Chromebooks anbieten. Warum, bleibt allerdings dahingestellt, unterscheidet sich die Hardware doch so gut wie nicht von den bereits erhältlichen Modellen des Google-Laptops. Ungünstiger Weise scheint es so, als stammten die verwendeten Komponenten allesamt von der Resterampe - und alle Hersteller bedienten sich offenbar bei derselben Rampe. Als "nettes Extra" wurde eine Batterie eingebaut, die maximal vier Stunden hält, damit das langsame Arbeitstempo des Gerätes wenigstens lohnt. Google, mit solchen Partnern wird das nichts mit der Weltherschaft - da könntet ihr auch gleich Darth Mopp zu eurem Stellvertreter ernennen.

Was ist sonst noch? Ach ja, Januar, Zeit der Steuererklärung, der wahrscheinlich beliebtesten Erfindung seit Zahnarzt-Behandlungen, Politiker-Reden und der allgemeinen Schutzverletzung. Um das Ganze noch etwas angenehmer zu gestalten, brachten Internet-Kriminelle gefälschte E-Mails in den Umlauf, die in angeblichen ELSTER-Formularen Schadsoftware verstecken. Leider gibt es nicht die Option, die Malware zu nehmen und dafür von der Steuererklärung befreit zu werden; ansonsten könnten viele Deutsche dies als das geringere Übel einstufen…

In diesem Sinne verabschiede ich mich von euch und warte gespannt darauf, auf wessen Rücktritt wir nächste Woche vergeblich warten werden. Heiße Kandidaten sind natürlich die notorisch in den Medien vertretenen, aber selten durch qualifizierte Beiträge auffallenden Internet-Prominenten Kim Dotcom und John McAfee (so, jetzt habe ich sie wenigstens auch erwähnt, so dass sie mich nicht wegen Missachtung verklagen können). Aber womöglich gibt es ja einen Überraschungs-Kandidaten. Das erfahrt ihr dann in einer Woche; bis dahin macht es gut und formatiert nicht versehentlich eure Festplatte. Was sonst noch zu sagen bliebe: Kadett Klinge, sofort raus aus dem Zelt! 

Annika Kremer (g+) am Sonntag, 03.02.2013 11:37 Uhr

Tags: cyberwar wochenrückblick hans-peter friedrich

 
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1 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • money am 03.02.2013 18:10:36

    Auch wenn das jetzt vorlaut klingt, ich glaub du hast falsch Zitiert... "Cyber, cyber, Krieg, cyber, Bombe, Anschlag, cyber, cyber." Der hat nämlichen gesagt: "Cyber, cyber, Krieg, cyber, Bombe, cyber, cyber, Anschlag." Aber im Grunde ists doch das gleiche. :rolleyes: Jedenfalls g geile Glosse ...

  • Annika_Kremer am 03.02.2013 11:37:47

    Wieder einmal neigt sich eine Woche dem Ende zu. Diese brachte uns unter anderem die Nachricht, dass Königin Beatrix der Niederlande in Kürze abdanken wird. Leider zeigen sich aber einige gewählte Volksvertreter nicht ähnlich einsichtig, sondern bereiten vielmehr schon die weitere Verlängerung ihrer ...

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