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Sender steigen aus – DVB-T-Ausbau gefährdet?

Ist der Ausbau von DVB-T gefährdet?

Ist der Ausbau von DVB-T gefährdet?

RTL hat angekündigt, aus DVB-T auszusteigen, ProSiebenSat1 könnte nachziehen. Stagnierende Nutzerzahlen und hohe Kosten sind für die Sender nicht ausschlaggebend, es geht bei den Überlegungen vor allem darum, dass die aktuelle Version von DVB-T nicht HD-tauglich ist. Ist der Ausbau von DVB-T dadurch nun gefährdet?

Damit, dass die RTL-Sendergruppe ihren Ausstieg aus DVB-T angekündigt hat, könnte das digitale Antennen-TV nun ganz in Frage gestellt sein. ProSiebenSat1 setzt sich nun ebenfalls mit den diversen Optionen auseinander, während sich die öffentlich-rechtlichen Sender eindeutig für DVB-T aussprechen. Für die ARD sei terrestrische Fernsehübertragung wichtig, sie finde sowohl im stationären als auch im mobilen Gebrauch Verwendung. Ein Vorteil sei, dass den Konsumenten durch DVB-T keine zusätzlichen Kosten entstehen. Michael Rombach (Produktionsdirektor Norddeutscher Rundfunk) erklärt, dass es selbstverständlich im Ermessen der Konsumenten liege, ob sie fernsehen und welches Angebot sie dafür nutzen. Wünschenswert wäre es seiner Meinung nach, dass das Angebot von DVB-T auch in Zukunft breitgefächert bliebe.

Die Verträge von ARD mit den DVB-T-Betreibern laufen zwischen 2016 und 2019 aus, bei der RTL-Gruppe sieht das anders aus, weshalb es bei letzterer schon bald zu Einsparungen im DVB-T-Bereich kommen könnte. Schließlich hat man „den schnellen Ausstieg aus dem Digital-Standard DVB-T angekündigt“, und so soll bereits Mitte des Jahres dieser Standard im Großraum München enden; die restlichen Verträge zwischen DVB-T-Betreibern und RTL laufen noch bis Ende 2014. 

Von der Funktionstüchtigkeit her ist zu erwähnen, dass DVB-T zwar in Ballungsräumen gut funktioniert, die Leistung auf dem Land jedoch durch die „geringe Signalstärke der verwendeten Sender“ oft zu wünschen übrig lässt. Daher kommt es auch, dass im Moment etwa 88 Prozent der Haushalte DVB-T gar nicht erst nutzen. Es fallen zwar dem Konsumenten keine monatlichen Gebühren an, die man für digitales Kabelfernsehen sowie teilweise für digitales Satellitenfernsehen entrichten muss, doch die Sender haben um ein Zehnfaches mehr jährliche Ausgaben für Haushalte mit DVB-T zu tragen.

Dennoch sind es weniger die genannten Faktoren wie unbefriedigende Nutzerzahlen oder hohe Kosten, welche Sender zum Ausstieg aus dem DVB-T-Angebot bewegen. Viel größeres Gewicht hat bei einer solchen Entscheidung wohl die Tatsache, dass die digitale Technologie noch nicht HD-fähig ist. Erst mit der nächsten Version, mit DVB-T 2, wird man einen HD-Film auch in seiner vollen Qualität empfangen können. Doch möglicherweise wird der Ausbau von DVB-T nun durch RTLs Absage an DVB-T in Frage gestellt. Für die Nutzer wäre dies wohl kaum ein großer Schaden, da mit mobilen Geräten auch übers Internet HD-Filme konsumiert werden können. DVB-T ist ebenfalls mit Laptop und anderen Mobilgeräten zu empfangen, für die Generation DVB-T 2 bräuchten die Nutzer jedoch neue Decoder.

Bild-Quellen: doomguy1001@deviantart.com

Text-Quellen: welt.de

Joan Z. am Freitag, 18.01.2013 13:05 Uhr

Tags: fernsehen rtl dvb-t digitalfernsehen hd

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24 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • musv am 24.01.2013 11:36:30

    Danke für die Infos. Das mit der Bandbreite war mir nicht so direkt klar. Damit ist der DVB-T-Ausstieg von RTL auch nicht weiter tragisch, da es an der Grundversorgung im Notfall ja eh nichts ändert. ...

  • Novgorod am 23.01.2013 03:09:55

    falsch, es gibt multicast. das spart nur dem server upload-traffic (der aber normalerweise drin schwimmt) - geroutet werden muss der traffic trotzdem zu allen clients.. es kann die backbones etwas entlasten, aber die flaschenhälse sind eh die überbuchten DSL-leitung ...

  • ATMega8 am 22.01.2013 21:59:39

    Meiner Beobachtung nach benutzen DVB-T nur Pensionisten, die sich nach der Abschaltung des analogen TVs keine DVB-S-Anlage anschaffen wollten... ...

  • musv am 21.01.2013 14:25:11

    Die Verschwörung seh ich noch nicht so. DVB-T hatte nie das Problem der Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Probleme sind ganz anderer Natur: Beschissene Empfangsleistung. Ich schrieb schon oben, dass ich je nach Position der Antenne entweder ein paar Private oder die ÖR reinkrieg. Und ich ...

  • 1Bratwurstbitte am 19.01.2013 23:04:56

    Ich bin davon überzeugt, dass das wieder ein ganz großes ( kapitalistisch geplantes ) Chaos wird. Man ist mit der Erstumsetzung von Web 2.0 gescheitert, man konnte den User noch keinen erste Klasse Traffic verkaufen, weil die Kabelbandbreite zu den Rechenzentren bis jetzt eigentlich immer so gerade ...

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