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Studie: Jeder zehnte Jugendliche zeigt problematisches Onlineverhalten

Internet kann süchtig machen

Internet kann süchtig machen

Eine aktuelle Studie widmete sich der Untersuchung von auffälligem Internetverhalten in Europa. Es wurden dafür 13.300 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zu ihrem Internetgebrauch befragt, die Erhebung bezog sich auf Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Spanien, Rumänien, Polen und Island.

Eine europäische Studie über das Internetverhalten Jugendlicher in sieben europäischen Staaten – Deutschland, Island, Griechenland, Spanien, Rumänien, Polen, Niederlande – untersuchte die Problematik der Onlinesucht. Befragt wurden mehr als 13.000 Schüler, demnach ist die Studie repräsentativ. Die Studie wurde am gestrigen Donnerstag in Berlin vorgestellt, eine pdf-Version kann im Internet heruntergeladen werden. Für Deutschland ergab die Untersuchung, dass etwa jeder zehnte Jugendliche ein problematisches Internetverhalten aufweist.

Süchtiges Internetverhalten wird definiert als Verhaltensmuster, bei dem es zu einem Verlust über die Kontrolle des Internetgebrauchs kommt und das zu Isolation und der Vernachlässigung anderer Lebensbereiche führt. Der Fragenkatalog umfasste die Ebenen Internetgebrauch, einen Onlinesucht-Test, das Spielen wie auch das Glücksspiel sowie psychosoziale Kriterien. Insgesamt wurden 13.300 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt, die Erhebung lief von Oktober 2011 bis Mai 2012. Mit denjenigen Befragten, welche Anzeichen von Internetsucht aufwiesen, wurden nochmals Interviews geführt, insgesamt 124 Stück. Unterschieden wurde allerdings beim dysfunktionalen Internetverhalten zwischen suchtgefährdet und tatsächlich süchtig. Dysfunktionales Internetverhalten wird gefördert durch Glücksspiel im Netz, das Nutzen sozialer Netzwerke sowie Online-Games. Keine negative Auswirkung haben dagegen im Internet konsumierte Filme oder Recherche für Hausübungen.

Zu den einzelnen Kategorien der Erfahrungen im Internet wird erklärt, dass 63 Prozent online mit Fremden kommunizieren und davon 9,3 Prozent diese Erfahrung als gefährlich bestätigten. Zum Thema sexuelle Inhalte fand die Studie heraus, dass 58,8 Prozent der Befragten sexuellen Inhalten ausgesetzt sind, wovon wiederum 32,8 Prozent angaben, dass diese Erfahrung nachteilig sei. Zu der betroffenen Gruppe gehören großteils männliche Jugendliche. Was das Thema Mobbing im Netz betrifft, so sind mehr Mädchen betroffen. Hier weisen Rumänien und Griechenland einen höheren Anteil, Island und Spanien eine geringe Rate auf. Die Autoren der Studie empfehlen zu den genannten Problemstellungen, junge Menschen ausdrücklich auf Gefahren aufmerksam zu machen, um ihnen negative Erfahrungen in diesen Bereichen zu ersparen.

Auch das Thema der sozialen Netzwerke kommt bei dysfunktionalem Internetverhalten zum Tragen, wobei eine Anzahl von mehr als 500 Onlinefreunden als alarmierend eingestuft wird. Zum Online-Glücksspiel wird vermerkt, dass Jugendliche, welche dieses betreiben, ein dreimal so hohes Risiko für problematisches Internetverhalten aufweisen. Männliche Jugendliche sind gefährdeter als weibliche, ein süchtiges Spielverhalten an den Tag zu legen, wobei hier eine Zeitspanne von mehr als 2,6 Stunden pro Tag als problematisch betrachtet wird.

In den Ergebnissen wird zusammengefasst, was das Internet für Jugendliche so besonders attraktiv macht. Es handelt sich um Faktoren, die erwartungsgemäß mit der Entwicklungsstufe der Heranwachsenden im Zusammenhang stehen. Zum ersten erhoffen sich die Jugendlichen Antworten auf eine große Bandbreite an Fragen, zweitens suchen sie rasche und möglichst genaue Informationen. Darüber hinaus wollen die Teenager mit alten und neuen Kontakten laufend in Kontakt bleiben, und nicht zuletzt geht es auch darum, Spaß zu haben. Das Internet erleichtert das Alltagsleben in der Pubertät, vermittelt ein Bestärktwerden (durch positive Kommentare und Feedback, Gewinnen beim Spiel), was besonders dort, wo sozial im realen Leben eine Lücke klafft, den Jugendlichen wichtig erscheint.

Jugendliche entwickeln verschiedene Strategien, um mit dem Phänomen umzugehen, immer online zu sein. Es gibt anpassungsfähige Wege, welche eine Balance zwischen Online- und Offline-Aktivität suchen, beispielsweise Selbstkontrolle, das Setzen von Prioritäten und das Erkunden von Alternativen zum Internet. Dann gibt es jedoch auch ungeschickte Verhaltensmuster, die darauf abzielen, das gesteigerte Internetverhalten beizubehalten. Darunter fallen die Umgehung der elterlichen Kontrolle, das Betrachten des übermäßigen Internetgebrauchs als normal sowie ein Rechtfertigen des Verhaltens.

Es werden zum Abschluss der Studie vier Typen von Internetnutzern klassifiziert, deren soziale Fertigkeiten verschieden stark entwickelt sind und die unterschiedlich großes Interesse an der Welt außerhalb des Internets zeigen. Je nachdem, was der individuell aus dem Internetgebrauch gezogene Gewinn ist, gibt es unterschiedliche Strategien zur Bewältigung eines vorliegenden dysfunktionalen Internetverhaltens.

Bild-Quellen: blackmamba08@deviantart.com

Text-Quellen: eunetadb.eu futurezone.at

Joan Z. am Freitag, 18.01.2013 12:00 Uhr

Tags: studie europa jugendliche onlinesucht internetsucht

vgwort
 
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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • godlike am 24.01.2013 09:03:52

    Zumal ich meist nur während der Arbeit was schreibe. Wenn ich kurz den Kopf frei bekommen will. Daheim surf ich nie hier her. Und in meinem Urlaub erst recht nicht :unknown: Außerdem kann man das g:b und Facebook nicht vergleichen. Mach doch mal so ein Thema auf und schau was passiert: "Mist, der K ...

  • n87 am 23.01.2013 17:33:25

    Zweieinhalb Beiträge am Tag ist nicht viel. ...

  • Godwine am 23.01.2013 11:39:18

    PS: Ich finde man hat auch ein Problem wenn man alle 60 Minuten bei Facebook schauen muss was andere gerade tolles zu sagen haben. Wirklich eine komisch zu lesende Kritik, wenn man deinen Kommentar Output so sieht. :rolleyes: ...

  • godlike am 21.01.2013 13:30:46

    Ach, sobald man mal älter wird, arbeiten muss, regelt sich das doch von alleine. Früher hatte ich Zeit, da hab ich auch jeden Tag 3 Stunden gedaddelt, heutzutage komme ich in 2 Monaten auf diese Zeitdauer. Im Sommer eher in 5 Monaten. PS: Ich finde man hat auch ein Problem wenn man alle 60 Minuten ...

  • Nirari am 21.01.2013 07:45:27

    Vielleicht ist es ja bald kein problematisches Onlineverhalten mehr. Vielleicht ist es ein, gegenwärtig, statistisch nicht- durchschnittliches OnlineVerhalten. Statistische Normen verändern sich jedoch zu Zeiten innerhalb eines kurzen Zeitraumes dauerhaft. Die meisten die ich kenne sind viel unterw ...

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