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Digitalcourage: Ihre Kleidung funkt

Wie eine Zuordnung von Personen anhand von in Kleidung eingenähten RFID-Chips möglich ist, zeigte der Verein Digitalcourage live auf dem 29C3 in Hamburg. Außerdem gingen sie genrell auf diese Problematik ein und gaben einen Einblick in die Welt der Unternehmen, die solche Chips benutzen.

Um zu demonstrieren, welche Datenschutzprobleme von Kleidung ausgehen, die mit RFID-Chips versehen wurde, machten die Aktivisten padeluun und Rena Tangens ein Experiment. Freiwillige Helfer bekamen vor den Augen der Zuschauer verschiedene Kleidungsstücke. Die Aufgabe einer anderen Person hinter einer Trennwand war es, diese Kleidungsstücke entsprechend zuzuordnen. Dank der eingenähten RFID-Chips kein Problem. 

Nachdem durch diese praktische Darbietung das Problembewusstsein des Publikums geschärft war, begann der eigentliche Teil des Vortrags. Padeluun und Rena Tangens gaben Einblick in die Unternehmen, die in der Vergangenheit immer wieder für funkende Kleidung kritisiert wurden. Besonders im Fokus stehen dabei Gerry Weber und Peuterey.

Die Unternehmen begründen dies damit, dass Funkchips ihnen die Arbeit deutlich erleichtern. Eine komplette Inventur sei dank speziellen Lesegeräten innerhalb von weniger als einer Stunde erledigt, so Gerry Weber. Warum die Chips dabei über eine Distanz von acht Metern auslesbar sein müssen, erklärte das Unternehmen nicht.

Anders ist die Situation bei Peuterey. Dort weiß das Verkaufspersonal oftmals gar nichts von der Existenz der RFID-Chips. Stattdessen erklärt man, durch den Einsatz der Funkchips solle Produktpiraterie verhindert werden. Die Chips befänden sich außerdem immer an verschiedenen Stellen in der Jacke. Besonders pikant ist, dass sogar explizit auf dem Schild mit dem Chip steht: „Dieses Label nicht entfernen!“

Die Aktivisten erklären, das Problem sei vor allem, dass die Chips nicht nur von den hauseigenen Lesegeräten ausgelesen werden können, sondern von allen Geräten, die auf der richtigen Frequenz funken. Sollten beispielsweise EC-Karten-Informationen beim Kauf entsprechender Kleidungen mit den Nummern der RFID-Chips verknüpft werden, könnten ohne weiteres personenbezogene Bewegungsprofile erstellt werden. Sowohl Gerry Weber als auch Peuterey versichern aber, dass eine solche Verknüpfung nicht stattfindet. 

Robert Clausen (g+) am Samstag, 29.12.2012 22:00 Uhr

Tags: foebud rfid rfid-chip digitalcourage

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17 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • KaPiTN am 02.01.2013 20:49:59

    Es muß ja auch gar nicht im großen Stil (Staat) angewendet werden, um eine Gefahr darzustellen. Es reicht ja schon, daß die Information jedem offensteht. Die Reichweite wird vielleicht auch noch gesteigert. Dann kann man bald die Objekte (und damit Personen) mit dem Smartphone durch die City tracke ...

  • Trollolol am 02.01.2013 16:46:23

    Ja das kam mir zwar auch direkt in den Sinn, aber letztendlich wäre doch der Aufwand den "Nutzen" nicht wert. Es fängt ja schon an damit, dass überhaupt einmal der Name mit jedem Kleidungsstück in Zusammenhang gebracht werden müsste, aber wie soll das gehen? Der überwiegende Teil der Bevölkerung, di ...

  • KaPiTN am 02.01.2013 04:53:12

    Aber im Ernst, so paranoid wie ich sonst gerne bin, im Fall von RFID-Chips in Kleidung sehe ich kein reales Gefahrenpotential. Der Chip hat minimal eine ID, vorzugsweise eine GUID. Alleine damit hättest Du dann in jede Kleidungsstück einen Cockie. Einfachstes Be ...

  • Trollolol am 01.01.2013 23:15:43

    Manche Jacke past wohl auch zusammengeknüllt nicht in eine Mikrowelle. Was kann man in so einem Fall tun um solch einen Chip unwirksam werden zu lassen? Wie kann man sich schützen? Sperrmechanismus der Mikrowellentür mit einem geeigneten Gegenstand umgehen? Aber im E ...

  • utuntu am 01.01.2013 09:33:01

    Nein. Das funktioniert nicht. Ich wollte es auch gerade schreiben. Für meinen neuen Perso habe ich mir den in dem Video gezeigten RFID-Blocker gekauft. Der funktioniert so gut, dass der Firmenausweis welcher sich ...

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