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Großbritannien: Codeknacker geehrt

Eine Lorenz-Chiffriermaschine

Eine Lorenz-Chiffriermaschine

Captain Raymond "Jerry" Roberts, einer der Codeknacker in Englands Kryptoanalyse-Zentrum in Bletchley Park, die maßgeblich zur Entschlüsselung der Funk-Codes Nazi-Deutschlands beitrugen, wurde in England geehrt. Der 92-Jährige wurde zum "Member of the Most Excellent Order of the British Empire" ernannt. Er erklärte, er hoffe, dass eines Tages sein ganzes Team geehrt werde.

Roberts war während seiner Zeit in Bletchley Park Chef eines zunächst vierköpfigen Teams, das an der Analyse der deutschen Lorenz-Chiffriermaschine arbeitete. Parallel arbeiteten andere Krypto-Analysten unter Alan Turing an der Entschlüsselung der bekannteren Enigma-Codes. Militärhistoriker schätzen, dass die erfolgreiche Arbeit der Analysten in Bletchley Park den Zweiten Weltkrieg um etwa zwei Jahre verkürzte.

Von den neun Analysten, die insgesamt an der Lorenz-Chiffriermaschine arbeiteten, ist Roberts mittlerweile der einzige Überlebende. In den letzten vier Jahren setzte er sich massiv für eine öffentliche Anerkennung seiner Kollegen ein.

Roberts erklärte, er sei "sehr erfreut" über seine Auszeichnung gewesen. Auch seine Frau Mei sowie der Rest seiner Familie - sieben Kinder und Stiefkinder sowie ein Enkelsohn - seien "begeistert", dass seine Arbeit in Bletchley Park nun honoriert worden sei.

Er hätte sich aber gewünscht, dass auch seine Kollegen posthum eine Anerkennung erhalten hätten, betonte Roberts. "Sie haben brillante Arbeit gemacht, wir haben zwischen 1941 und 1945 90% des deutschen Funkverkehrs geknackt," sagte er und fügte hinzu: "Es gab insgesamt 118 von uns, die sehr verschiedene Aufgaben erfüllten. Es gibt eine andere Person, von der ich weiß, die noch lebt."

Der ehemalige Krypto-Analyst, der später in der Marketing-Branche arbeitete, bezeichete seine Arbeit in Bletchley Park als eine "aufregende Zeit". Insbesondere das Gefühl, einen Durchbruch bei einem Code zu erzählen, blieb ihm positiv in Erinnerung.

Text-Quellen: BBC

Annika Kremer (g+) am Samstag, 29.12.2012 17:29 Uhr

Tags: großbritannien bletchley park geschichte kryptografie kryptoanalyse

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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • sqljoin am 04.01.2013 10:18:34

    Die Deutschen, allen voran Karl Dönitz, dachten ja auch Enigma wäre mehr als sicher, auch als sich die Lage geändert hat dachte man nicht daran dass die Briten da ne Chance hätten oder gar neue Systeme wie zB das Radar. Man war halt allgemein nach dem Frankreichfeldzug im Hö ...

  • Scorp1o am 02.01.2013 05:50:31

    Ist zwar etwas OT, aber es wird (mir zumindest) zu einseitig über den 2. Weltkrieg berichtet. Über allem stehn da mal die USA (die den Krieg ja im alleingang entschieden haben :rolleyes: ) dann die Briten und die Russen. Da haben so viele Kräfte mitgewirkt. Wie du schon richtig die Polen anmerkst un ...

  • Yulassetar am 01.01.2013 10:45:05

    Das hat maßgeblich dazu beigetragen dass es geknackt wurde. Die Vorarbeit der Polen um Marian Rejewski wollen wir natürlich auch nicht vergessen. So gesehen ist die Leistung der Briten nicht wirklich bemerkenswert. Zumal die Enigma erstens eine Fehlkonstruktion war ...

  • utuntu am 01.01.2013 09:38:47

    Im Artikel gehts aber um die /andere/ Maschine die in Blechtley Park auch geknackt worden ist (was um einiges schwieriger war). Und zwar wie im Artikel erwähnt um die Lorenz-Chiffriermaschine. Das knacken dieser Maschine hat den D-Day erst möglich gemacht. Das knacken diese ...

  • sqljoin am 31.12.2012 10:04:29

    So weis ich das auch. Man wollte das U-Boot noch versenken, was aber schief ging. Es wurde eine intakte Enigma Maschine + Codes sicher gestellt. Das hat maßgeblich dazu beigetragen dass es geknackt wurde. Im Artikel gehts aber um die /andere/ Maschine die in Blechtle ...

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