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  • Der Wochenrückblick - Die Gulli-Glosse (51/2012)
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Der Wochenrückblick - Die Gulli-Glosse (51/2012)

Gulli Glosse

Gulli Glosse

Die im Vorfeld groß beworbene Maya-Apokalypse ist - wie die letzten tausend Weltuntergänge auch - ausgefallen. Die Freude darüber ist allerdings nicht ganz ungetrübt angesichts der Art und Weise, wie sich einige Personen so aufführen. Wir blicken zurück auf eine turbulente Woche, die trotz des ausgefallenen Weltuntergangs jedem Katastrophenfilm Ehre gemacht hätte.

Eines der diskutierten Szenarien für den Untergang der Menschheit ist ja seit Jahrzehnten die Machtübernahme durch intelligente Maschinen und Computerprogramme. Auf so manchem Game-Server könnte man meinen, es ist schon soweit, laufen dort doch zeitweise mehr Bots herum als Spieler (und stellen sich auch nicht blöder an als so mancher Noob und Boon aus Fleisch und Blut). Einige Menschen leisten jedoch noch heldenhaft Widerstand gegen die Science-Fiction-Dystopie. So unter anderem die Sicherheitsabteilung von Arena.Net, die nach eigenen Angaben ebenso Fortschritte im Kampf gegen Bots verbuchen konnte wie die Betreiber von Diablo 3, Schneesturm Unterhaltung. Aber wir wissen ja alle, was hinterher kommt: Nach den Robotern folgen die Klon-Krieger und so freuen wir uns schon auf eine Invasion gleichartiger Horden zwölfjähriger Kinder, die versuchen, alle guten Items für sich zu horten, und im synchronen Takt die Mütter anderer Spieler beleidigen. Wenn dann die Welt tatsächlich untergeht, kommt es wahrscheinlich als Erleichterung.

Das Google-Doodle zum Ende des Maya-Kalenders - wenn Sie dies sehen können, ist die Welt noch immer nicht untergegangen

Das Google-Doodle zum Ende des Maya-Kalenders - wenn Sie dies sehen können, ist die Welt noch immer nicht untergegangen

Außerdem in den Schlagzeilen war wieder einmal Google. Der Internet-Gigant erhält zunehmend mehr Anfragen nach der Löschung von Inhalten. Größtenteils stammen diese von der Content-Industrie, aber auch Regierungen lassen sich nicht zweimal bitten, wenn es darum geht, sich um eine Entfernung missliebiger Internet-Angebote zu bemühen. Was lernen wir daraus? Die Weltherrschaft werden definitiv keine nationalen Regierungen, sondern die Herrschaften von Google übernehmen. Was davon zu halten ist, ist noch schwer zu sagen, aber wenn die Welt aufgrund dieser Machtverteilung untergeht, wird das wenigstens mit hübschen bunten Grafiken für jedes dabei stattfindende wichtige Ereignis passieren. Mit dem Doodle zum Ende des Maya-Kalenders (im Bild zu sehen) hat Google ja schon vorgemacht, wie so etwas aussehen könnte. Demnächst in dieser Serie: interaktive Meteoriteneinschläge, Flutwellen und Heuschrecken-Schwärme in Form des Google-Logos.

Ebenfalls Weltuntergangs-Gefühle dürften einige Computer-Nutzer im Iran gehabt haben. Wer wichtige Daten und keine Backups hatte - ohnehin eine Mischung, die nahe legt, dass der Besitzer nicht die hellste Kerze auf der Torte ist - dürfte sich angesichts des neuen, Festplatten überschreibenden Computerschädlings, der dort aktuell kursiert, gefühlt haben wie der erste Offizier der Titanic fünf Zentimeter vor dem Eisberg. Andere Computer-Nutzer dagegen versuchen angesichts ihrer Browser-History und Warez-Sammlung vermutlich gerade verzweifelt, sich eine Kopie von dem Virus zu besorgen und diese, wenn es zu unchristlicher Zeit an der Tür klingelt - Stichwort Morgengrauen, Udo-Vetter-Fans werden wissen, wovon ich spreche - "versehentlich" auf ihre Festplatte loszulassen. Hier gilt wie so oft: des einen Freud' ist des anderen Leid. 

Counter-Strike-Wallpaper - links im Bild einige der stylishen Outfit-Optionen für den modebewussten Terroristen von heute

Counter-Strike-Wallpaper - links im Bild einige der stylishen Outfit-Optionen für den modebewussten Terroristen von heute

Die Unionsparteien sind überzeugt: wenn wir nicht alle andauernd mit Kameras, möglichst vielen Kameras, überwacht werden, wird die Welt untergehen, aber vorher werden wir noch alle bei terroristischen Anschlägen sterben. Die Tatsache, dass es in Bonn eine Gruppe von Möchtegern-Terroristen gab, die sogar zum Bomben Basteln zu blöd waren - was schon eine Leistung ist im 21. Jahrhundert - belegt nach Ansicht der Konservativen zweifelsfrei, dass wir alle mehr Angst vor Terrorismus haben müssen und uns davor besser schützen sollten. Nichts bietet sich da mehr an als eine Reihe von Kameras, durch die sich die medial fitten Terroristen auch noch das Bekenner-Video sparen und ein bisschen mediale Aufmerksamkeit erhalten. Ist zwar Quatsch - Terorrismus kommt von Angst und Angst von Aufmerksamkeit - aber so stellt sich das die CDU/CSU offenbar vor. Vielleicht hoffen sie, die Terroristen sind kamerascheu oder denken im Falle einer Video-Überwachung so lange über das richtige Outfit nach, dass sie vergessen, den eigentlichen Anschlag zu begehen. Counter-Strike-Veteranen werden das Dilemma kennen: ganz cool im weißen Schneetarn-Overall (ziemlich imba übrigens auf Iceworld und ähnlichen Funmaps), mainstreamig in Camou-Hose mit rotem Bandana, oder doch lieber der moderne Hipster-Terrorist im grünen T-Shirt mit Sonnenbrille und iPod am Gürtel? Aber noch einmal zurück zu den Bonner Möchtegern-Bombenlegern und den daraus folgenden voyeuristischen Fantasien der Union: diese zeigten mir ganz deutlich, dass die Welt in Kürze doch untergehen wird. Nicht, weil Friedrich und Konsorten dumme Ideen gekonnt mit Kontrollzwang vereinen - das ist seit Jahren De-Facto-Standard. Was mir mehr Sorgen macht, ist die Tatsache, dass die CDU/CSU mit ihren Plänen politisch gesehen derzeit ziemlich allein dasteht. Das jedoch verweist auf intelligentes Leben in der deutschen Politik - und diese Idee ist in ihrer revolutionären Neuartigkeit wirklich, wirklich gruselig. Dazu passt auch, dass die Engländer so langsam merken, dass nicht jeder geschmacklose Witz auf Twitter gleich die nationale Sicherheit bedroht. Entschuldigt mich einen Moment, ich muss Schokolade, Cornflakes und Toilettenpapier kaufen gehen und meinen Schlafsack in den Bunker räumen…

Normalerweise kennt man planmäßige Abstürze vor allem von Windows Vista. Nun aber steht fest: die NASA kann es auch. Die Sonden "Ebb" und "Flow" stürzten kürzlich planmäßig auf dem Mond ab und beendeten somit die Mission "GRAIL". Diese allerdings hat zwar interessante wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen, aber, soweit bekannt, nicht den heiligen Gral gefunden. Das hat aber auch seine Vorteile, bleibt uns so doch ein entsprechender Roman von Dan Brown erspart. Aber der ist vermutlich ohnehin gerade beschäftigt mit einer Story darüber, wie sein Held, der Symbotrollolol (oder so ähnlich) Robert Langdon die Welt vor der Maya-Apokalypse rettet…

Richard of York muss verrückt gewesen sein - jetzt wenigstens eine heiße Schokolade!

Richard of York muss verrückt gewesen sein - jetzt wenigstens eine heiße Schokolade!

Der Winter wird kommen. Das wissen alle Fans des "Song of Ice and Fire". Bei "War of the Roses" ist man dagegen schon einen Schritt weiter: "Der Winter ist angekommen", heißt es dort. Passend dazu kann man sich im Namen Yorks oder Lancasters in Wakefield und Towton prügeln und somit eine der wenigen Winter-Kampagnen des europäischen Mittelalters, ähm, "nachempfinden". Die Anführungsstriche müssen sein, steht doch zu vermuten, dass es nicht ganz das selbe ist, derartige Schlachten zu schlagen, wenn Lebkuchen, Kaffee, warme Sweatshirts und komfortable Bürostühle in geheizten Räumen involviert sind. Stilechte Beleidigungen des politischen Gegners allerdings sollten internet-erfahrene Spieler perfekt beherrschen  und der rechte Arm allerdings ist wahrscheinlich bei Hardcore-Zockern kaum weniger trainiert als bei damaligen Rittern. 

Was wir sonst noch sagen wollten: Deine Mudda steht in Washington und verkauft 7000 Wii U!

In diesem Sinne: Im Namen der ganzen gulli:Redaktion frohe Feiertage, lasst euch verwöhnen, macht es gut, bleibt gesund, wir lesen uns bald wieder. 

Bild-Quellen: "Counter Strike Wallpaper" by CobraCalhoun@DeviantArt

Annika Kremer (g+) am Sonntag, 23.12.2012 16:28 Uhr

Tags: google wochenrückblick überwachung weltuntergang war of the roses

 
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1 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Doolb am 25.12.2012 01:27:24

    Wieder mal super geschrieben die Glosse, merkt man gleich wers geschrieben hat ^^. Das beste is der Mudda-Witz. ...

  • Annika_Kremer am 23.12.2012 16:28:31

    Die im Vorfeld groß beworbene Maya-Apokalypse ist - wie die letzten tausend Weltuntergänge auch - ausgefallen. Die Freude darüber ist allerdings nicht ganz ungetrübt angesichts der Art und Weise, wie sich einige Personen so aufführen. Wir blicken zurück auf eine turbulente Woche, die trotz des ausge ...

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