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Zu Beginn seiner Ansprache bedankte sich Assange bei der "prinzipientreuen" ecuadorianischen Regierung sowie bei seinen Unterstützern, deren Solidarität ihn sehr unterstützt habe. Daneben rief er zur Solidarität mit anderen Kämpfern für Pressefreiheit auf, die im Gegensatz zu ihm inhaftiert und daher nicht in der Lage seien, selbst für sich zu sprechen. Er nannte unter anderem die - seiner Aussage nach 232 - derzeit weltweit inhaftierten Journalisten, den "The Pirate Bay"-Gründer Gottfried Svartholm, den Anonymous-Aktivisten Jeremy Hammond sowie den Militär-Analysten und mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning. "Ich salutiere den Journalisten und Publikationen, die darüber berichtet haben, was diesen Menschen, und Journalisten und Publikationen die weiterhin angesichts von Verfolgung, Anklage und Drohungen die Wahrheit veröffentlichen, geschehen ist und noch immer geschieht - die Journalismus und Publizistik ernst nehmen. Denn aus der Enthüllung der Wahrheit folgt alles andere. Unsere Gebäude können nur so groß sein, wie ihre Ziegel stark sind. Und unsere Zivilisation ist nur so stark, wie ihre Ideen wahr sind. Wenn unsere Gebäude von den Korrupten errichtet werden. Wenn unser Zement mit Dreck gestreckt ist. Wenn reiner Stahl durch Schrott ersetzt wird - sind unsere Gebäude nicht sicher, um darin zu leben. Und wenn unsere Medien korrupt sind. Wenn unsere Akademiker ängstlich sind. Wenn unsere Geschichte mit Halbwahrheiten und Lügen gefüllt ist. Dann wird unsere Zivilisation niemals gerecht sein. Sie wird niemals den Himmel erreichen," erklärte Assange. Er kritisierte, die Ideen der Menschen "über die Welt und über ihre Mitmenschen" seien "vom selben System geschaffen worden, das uns in wiederholte Kriege gelogen hat, die Millionen getötet haben." Man könne "keinen Wolkenkratzer aus Knetmasse bauen" und ebenso wenig könne man "eine gerechte Zivilisation aus Ignoranz und Lügen bauen", sagte der Aktivist. "Wir müssen uns gegenseitig bilden. Wir müssen diejenigen feiern, die die Wahrheit enthüllen, und diejenigen brandmarken, die unsere Fähigkeit vergiften, die Welt zu verstehen, in der wir leben," forderte Assange und fügte hinzu: "Die Qualität unseres Diskurses ist die Grenze unserer Zivilisation."
Assange sagte, die junge Generation sei "auf die Füße gekommen" und revolutioniere die Art, in der die Menschen die Welt sähen. "Zum ersten Mal in der Geschichte sind die Leute, die von der Geschichte betroffen sind, ihre Schöpfer," erklärte er. Dennoch sei das Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit gefährdet "wie nie zuvor". WikiLeaks sei nach wie vor durch die in den USA laufenden Ermittlungen bedroht. Deswegen müsse er in der Botschaft bleiben, so Assange. Zum Schweigen bringen lassen werde er sich aber nicht. Daneben sei WikiLeaks auch durch finanzielle Schwierigkeiten - verschärft durch die sogenannte "Bankenblockade" - und eine "Kampagne, WikiLeaks zu beschädigen und zu zerstören" bedroht.
Trotz dieser Angriffe jedoch sei 2012 "ein großes Jahr" gewesen, betonte Assange. WikiLeaks habe "fast eine Million Dokumente", unter anderen über Syrien und Guantanamo Bay, veröffentlicht. Daneben habe das Projekt "vor Gericht und vor dem europäischen Parlament" erfolge gegen den Boykott durch mehrere Finanzdienstleister erzielt. Auch die kürzlich erfolgte Entscheidung, dass Spenden an WikiLeaks künftig über die Wau-Holland-Stiftung EU-weit steuerlich absetzbar sein werden (gulli:News berichtete) wertet Assange als wichtigen Erfolg für WikiLeaks. Zudem hätten erst letzte Woche von WikiLeaks enthüllte Informationen eine maßgebliche Rolle dabei gespielt, "herauszubekommen, was wirklich mit El Masri, einem unschuldigen Europäer, der von der CIA entführt und gefoltert wurde, geschah."
Das nächste Jahr, so versprach Assange, werde "ebenso arbeitsreich" sein. WikiLeaks habe bereits über eine Million wichtiger Dokumente, die jedes Land auf der Welt beträfen, zur Veröffentlichung. Einige Medienberichte interpretierten dies irrtümlicherweise als ein Versprechen Assanges, im kommenden Jahr tatsächlich eine Million Dokumente veröffentlichen zu wollen, was er in dieser Form nicht tat.
Auch 2013 werde WikiLeaks weiterhin gegen seine Gegner kämpfen, versprach Assange. Er solidarisierte sich mit der Regierung Ecuadors, die er unter Angriff sieht, weil sie ihren Prinzipien treu bleibe. Assange forderte die Bevölkerung auf, für ihre Rechte einzutreten. "Die Macht von Menschen, die zusammen den Mund aufmachen und Widerstand leisten, macht undemokratischen Machthabern Angst. Soviel, dass normale Menschen im Westen nun der Feind von Regierungen sind, ein Feind, der beobachtet, kontrolliert und in die Armut getrieben werden muss," sagte Assange, "Wahre Demokratie ist nicht das Weiße Haus. Sie ist nicht [Australiens Hauptstadt] Canberra. Wahre Demokratie ist der Widerstand von Menschen, die mit der Wahrheit bewaffnet sind, gegen Lügen, von Tahrir bis London. Jeden Tag zeigen normale Menschen uns, dass Demokratie freie Meinungsäußerung und Dissenz ist. Denn sobald wir, das Volk, aufhören, unsere Meinung zu sagen, und aufhören, zu widersprechen, sobald wir abgelenkt oder ruhig gestellt sind, sobald wir uns voneinander abwenden, sind wir nicht länger frei. Denn wahre Demokratie ist die Sonne unseres Widerstandes. Wenn man nicht seine Meinung sagt, wenn man aufgibt, was einem als invidiuellem Menschen gehört, gibt man sein Bewusstsein auf; seine Unabhängigkeit, sogar sein Gespür dafür, was richtig und falsch ist. In anderen Worten, vielleicht ohne es zu merken wird man passiv und fremdbestimmt, unfähig, sich und seine Liebsten zu verteidigen."
Die Menschen forderte Assange auf: "Lernt, wie die Welt funktioniert. Hinterfragt die Stellungnahmen, Handlungen und Motive derjenigen, die uns hinter den Fassaden von Demokratie und Monarchie kontrollieren wollen. Vereint euch im Sinne der gemeinsamen Sache und der gemeinsamen Prinzipien, um zu planen, aufzubauen, zu dokumentieren, zu finanzieren und zu verteidigen. Lernt, hinterfragt, handelt. Jetzt."
Annika Kremer (g+) am Donnerstag, 20.12.2012 22:43 Uhr
... es wäre schon notwendig, aufzudröseln, was da vorgefallen ist, und nachzufragen, was nach den vorfällen an einer distanzierung so kompliziert sein soll. sieh ...
naja, also auch wenn sonst kein Profi sich zu dem o.a. Thema äußern konnte, in der Zwischenzeit gab es von woanders eine Äußerung dazu, nämlich auf netzpolitik Und es gibt ein aktuelles Problem. Ich kann [B ...
Warten wir mal 2013 ab ob er hält was er wieder mal versprochen hat. Und ich glaub wär er nicht so ein Depp gewesen wäre Domscheit Berg auch nicht ausgestiegen ...
Also bezüglich des Schicksals von OpenLeaks bin ich derzeit ebenso wenig informiert wie ihr. Die Zeiten, wo Herr Domscheit-Berg mir freiwillig was erzählt hat, sind schon lange vorbei. ...
mein lieber herr gesangsverein. eine menge zu traschen haben die leute hier offenbar. und zu dem hier sachte-zart-unauffällig angemerktem von keinem der profis in diesem forum ein kommentar? ja also, ich habe den link oben nochmal aufgerufen und die haben ein update nachg ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.