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Gary McKinnon: Keine Anklage in Großbritannien

Gary McKinnon, wegen seiner spektakulären Einbrüche in Server der US-Regierung auch "NASA-Hacker" genannt, wird nicht in Großbritannien vor Gericht gestellt. Dies teilte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Keir Starmer, mit. Er sagte, die Chancen einer Verurteilung McKinnons seien "nicht hoch", weswegen die Staatsanwaltschaft von einer Anklage absehe.

Für McKinnon endet mit der nun getroffenen Entscheidung der Staatsanwaltschaft eine zehnjährige juristische und politische Auseinandersetzung, während der es lange Zeit so aussah, als müsse er eine Auslieferung an die USA befürchten. Dies wurde vor rund drei Monaten aus medizinischen Gründen - McKinnon hat das Asperger-Syndrom - vom britischen Innenministerium abgelehnt. Nun steht fest, dass McKinnon auch in seinem Heimatland nicht angeklagt wird. 

Starmer begründete die Entscheidung der Staatsanwaltschaft mit der geringen Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung. Als Schwierigkeiten nannte er die seit der Tat vergangene Zeit, die logistischen Herausforderungen eines Transfers sensibler Beweismaterialien von den USA nach England, die nötige Beteiligung von US-Regierungsangehörigen als Zeugen und die der britischen Staatsanwaltschaft auferlegten Verpflichtungen zur Transparenz. "Die Aussichten eines Urteils gegen Herrn McKinnon, die dem vollen Umfang seines mutmaßlichen kriminellen Handelns entsprechen sind nicht hoch," erklärte der Staatsanwalt. Vor diesem Hintergrund habe sich die Staatsanwaltschaft entschlossen, den Fall zu schließen.

McKinnons Mutter Janis Sharp, die ihren Sohn in seinem Kampf gegen eine Auslieferung maßgeblich unterstützte, erklärte, die Neuigkeiten seien "fantastisch" und sie sei dankbar, dass der Fall nun geschlossen sei. Ihr Sohn habe "genug durchgemacht" und bereue seine Taten, sagte sie gegenüber Journalisten.

McKinnons Anwältin Karen Todner erklärte, sie habe gemischte Gefühle bei der Entscheidung. Einerseits sei sie froh, dass McKinnon keinen Prozess erdulden müsse und keine Haftstrafe zu befürchten habe, da sich beides negativ auf seine seelische Verfassung auswirken könnte. Andererseits aber bestehe der Auslieferungsantrag der USA nach wie vor, weswegen McKinnon Großbritannien nicht verlassen könne. Todner erklärte, McKinnons Anwälte planten eine Diskussion mit US-Präsident Barack Obama, bei der sie eine Begnadigung ihres Mandanten anstreben wollen.

Text-Quellen: BBC

Annika Kremer (g+) am Freitag, 14.12.2012 22:23 Uhr

Tags: großbritannien nasa-hacker usa it-recht gary mckinnon

 
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