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Studie: Polizei muss im Internet aktiver werden

Polizei im Internet noch zu passiv

Polizei im Internet noch zu passiv

Eine aktuelle Studie des EU-Forschungsprojekts COMPOSITE hat ergeben, dass soziale Netzwerke der Polizei durchaus brauchbare und verwertbare Informationen liefern. Die Rolle der Ordnungshüter sei im Moment vor allem eine passive, was soziale Medien betrifft. Man müsse hier aktiv werden und im neuen „öffentlichen Raum“ Internet präsent sein, um Vorteile für Ermittlungen daraus ziehen zu können.

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts COMPOSITE (Comparative Police Studies in the EU) wurde eine Studie durchgeführt, welche die Möglichkeiten der Nutzung sozialer Netzwerke durch die Polizei untersuchte und zugleich erfragte, wie weit die Ordnungshüter diese schon jetzt in ihre Arbeit einbeziehen. Das Ergebnis ist, dass die Polizei durchaus Unterstützung finden kann, wenn sie soziale Medien für ihren Tätigkeitsbereich einsetzt, da diese einerseits eine akzeptable Quelle seien, um an „kriminologische Informationen“ heranzukommen, und andererseits durch den freundschaftlichen Umgangston im Internet auch helfen würden, das Vertrauen in die Polizei zu wecken.

Das Fraunhofer Institut für Angewandte Informatik koordinierte die Untersuchung von „Social Media-Anwendungen der Ermittler“. Es nahmen Experten aus 13 europäischen Ländern an der Befragung teil, wobei England besonders hervorstach dadurch, dass schon recht selbstverständlich die Netzöffentlichkeit über Aktivitäten, Warnungen, Fahndungen übers Internet informiert wird. Die Untersuchung ergab, dass die Polizei mit den Informationen aus sozialen Netzwerken viel anfangen kann. Mit Hilfe bestimmter Softwarelösungen zur Kombination und Analyse der in einem sozialen Netzwerk „veröffentlichten Datenströme“ könne man diese Informationen gut auswerten. Manche der Befragten gaben auch an, Kommunikationen im Netz auf herkömmliche Weise mitzuverfolgen. Zu einem Kanal der aktiven Kommunikation müsse der Großteil der Ordnungshüter die sozialen Netzwerke erst wählen.

Die Rechtslage in Europa erlaubt es recht einfach, auf private Nachrichten oder private Chats zuzugreifen; in den USA ist dies von der Rechtslage her mit viel mehr Aufwand verbunden. Es findet eine Zusammenarbeit von Facebook mit europäischen Strafverfolgern „in internationalen Operationen“ statt. Der Koordinator des Projekts Sebastian Denef erklärte, dass es nicht darum gehe, ob die betreffenden Themen ins soziale Netzwerk gehören würden, sondern darum, auf welche Weise sich Ermittler mit den darin dargebotenen Informationen vorteilhaft auseinandersetzen würden. Die Polizei müsse „selbst aktiv“ werden; eine „inoffizielle Facebook-Seite in Berlin“, welche Polizeinachrichten bringe, habe mehr als 15.000 Fans, werde also durchaus gut von der Zivilbevölkerung angenommen.

Was es auch zu bedenken gilt: Gerade jüngere Menschen, die keinen Draht zu den klassischen Medien haben, wären über soziale Medien leicht erreichbar. Die Studie zeigt, dass sich mit sozialen Medien und Internet ein „neuer öffentlicher Raum“ eröffnet, in dem auch die Polizei präsent sein sollte. In Helsinki und in den Niederlanden gibt es bereits Polizeibeamte, die ausschließlich für „virtuelle Reviere“ zuständig sind, wo durchaus viele Hinweise eingehen. In Deutschland allerdings warnen Politiker und Datenschützer vor „einem unbedachten polizeilichen Einsatz sozialer Medien“. Dies mag unter anderem damit zu tun haben, dass es „gerade in Deutschland“ in Sachen rechtliche Umstände noch einige offene Fragen gibt.

 

Bild-Quellen: sei_ten@deviantart.com

Text-Quellen: heise.de

Joan Z. am Freitag, 14.12.2012 13:08 Uhr

Tags: internet polizei social network strafverfolgung social media

vgwort
 
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2 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • KaPiTN am 14.12.2012 14:04:04

    Aktenzeichen XY - ungelöst ist doch bei Facebook. Da ist Deutschland ja wieder weit vorne.:D ...

  • widarr am 14.12.2012 13:44:00

    Zu "Vertrauen in die Polizei" kann ich nur sagen: Ich vertraue nur Robotern, die ich selber programmiert habe. ...

  • joanZ am 14.12.2012 13:08:08

    Eine aktuelle Studie des EU-Forschungsprojekts COMPOSITE hat ergeben, dass soziale Netzwerke der Polizei durchaus brauchbare und verwertbare Informationen liefern. Die Rolle der Ordnungshüter sei im Moment vor allem eine passive, was soziale Medien betrifft. Man müsse hier aktiv werden und im neuen ...

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