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Wissenschaftler fordern Rehabilitation Alan Turings

Von Seiten einiger bekannter und verdienstvoller Wissenschaftler wird derzeit die Forderung laut, den britischen Mathematiker und Informatik-Pionier Alan Turing posthum zu rehabilitieren. Turing war aufgrund seiner sexuellen Beziehung zu einem Mann im Jahr 1952 wegen "grober Unzucht" verurteilt worden.

Turing erwarb sich im Zweiten Weltkrieg immense Verdienste um die Entschlüsselung deutscher Enigma-Codes und brachte die Entwicklung der ersten Computer maßgeblich voran. Dennoch wurde ihm aufgrund seines Privatlebens lange Zeit nicht der zu erwartende Respekt zuteil. Erst im Jahr 2009 entschuldigte sich der damalige britische Premierminister Gordon Brown offiziell für das Turing angetane Unrecht (gulli:News berichtete). Aufgrund des 100. Geburtstags Turing am 23. Juni 2012 (gulli:News berichtete) bemühen sich viele Bewunderer dieses Jahr verstärkt darum, Turing positiver darzustellen und einen zumindest symbolischen Ausgleich des vor sechzig Jahren geschehenen Unrechts zu erreichen.

Elf Wissenschaftler, darunter der Physiker Stephen Hawking, der Astronom Martin John Rees und der Biologe Paul Maxime Nurse, schrieben einen offenen Brief an die britische Zeitung "Daily Telegraph". Darin fordern sie Großbritanniens Premierminister David Cameron auf, "diesem britischen Helden förmlich zu vergeben". Sie bezeichnen Turing als "einen der brillantesten Mathematiker der modernen Ära" und betonen vor allem seine Verdienste als Codeknacker im Zweiten Weltkrieg. Dennoch, so heißt es in dem Brief, seien die aufeinander folgenden britischen Regierungen scheinbar unfähig, "ihm seine Verurteilung für das damalige Verbrechen, ein Homosexueller zu sein, die im Alter 1941 zu seinem Suizid führte, zu vergeben". Die Unterzeichner betonen, es werde Zeit, dass Turings Ruf wiederhergestellt werde.

Im Februar hatte die britische Regierung eine von 21.000 Menschen unterzeichnete Petition für die Rehabilitation Turings mit der Begründung abgelehnt, Turing sei in einem ordentlichen Verfahren einer Handlung verurteilt worden, die - wie Turing auch gewusst haben müsse - nach damaligem Recht eine Straftat gewesen sei (gulli:News berichtete). Diese Verurteilung rückgängig zu machen sei ein Versuch, "den historischen Kontext zu verändern und wieder gut zu machen, was nicht wieder gut gemacht werden kann", erklärten die Richter damals. 

Text-Quellen: BBC

Annika Kremer (g+) am Freitag, 14.12.2012 11:42 Uhr

Tags: großbritannien alan turing geschichte

 
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5 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • KaPiTN am 16.12.2012 09:53:11

    Der hat rehabiliert und geehrt zu werden, alles andere ist doch jämmerlich Das wäre dann aber Willkür. Er wird ja nicht der einzige gewesen sein, bei dem dieser Paragraph zu einer Verurteilung geführt hat. Das müßte dann also für alle durchgeführt werden, oder gar n ...

  • Novgorod am 15.12.2012 02:09:48

    Wurde eigentlich Dietrich Bonhoeffer rehabilitiert? ...

  • chunic am 14.12.2012 23:27:19

    Sogar Galilei wurde rehabilitiert. Und so ein hexenprozess war nach den damaligen Regeln völlig korrekt. Wer drei Folterrunden ohne Geständnis schafft ist unschuldig. Der hat rehabiliert und geehrt zu werden, alles andere ist doch jämmerlich! ...

  • TheOnlyOne6520 am 14.12.2012 17:10:45

    Aus heutiger Sicht ist es fast unglaublich, dass vor nicht allzu langer Zeit Homosexualität unter Strafe stand. Ein paar "Grenzen" sind eben relativ willkürlich und stellen alles mögliche unter Strafe, das ist auch heute noch so. Je nachdem wie stark man sich auf sei ...

  • Sierb2 am 14.12.2012 13:44:16

    Aus heutiger Sicht ist es fast unglaublich, dass vor nicht allzu langer Zeit Homosexualität unter Strafe stand. ...

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