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Helfen White Hats unfreiwillig Exploit-Kit-Entwicklern?

IT-Sicherheitsforscher des Unternehmens Sophos gibt "White Hat"-Sicherheitsexperten eine Mitschuld an der Entwicklung von Exploit-Kits wie etwa dem berüchtigten und im letzten Jahr extrem erfolgreichen "Blackhole". Durch zu sorglose Veröffentlichungen ihrer Forschungsergebnisse würden die Experten Kriminellen helfen, so die Anschuldigung.

Einer der Sicherheitsforscher, die diese Vorwürfe erheben, ist Gabor Szappanos. Szappanos schreibt in einem Blog-Posting, Blackhole sei alles andere als originell in Bezug auf die verwendeten Exploits. Kein einziger der von der Schadsoftware verwendeten Exploits tauche bei Blackhole zum ersten Mal auf; diese seien ausnahmslos schon anderenorts dokumentiert worden.

Sicherheitsforscher untersuchten daher, wo die von gängigen Exploit Kits verwendeten Exploits das erste Mal auftauchten. Demnach wurden drei der bei den Top 15 derartiger Schädlinge genutzten Exploits zum ersten Mal bei gezielten Angriffen (Advanced Persistent Threats oder APTs) eingesetzt. Zehn wurden durch White Hats in Form von Proof-of-Concept-Exploits dokumentiert. Kein einziger stammt von den Malware-Entwicklern selbst. Der Code sei in den allermeisten Fällen unverändert aus öffentlich verfügbarer Dokumentation kopiert worden, schreibt Szappanos.

Szappanos betont, er sei nicht gegen die Dokumentation von Sicherheitslücken. Diese könne, wenn sie verantwortlich betrieben werde, helfen, die Gesamtsituation in Bezug auf die IT-Sicherheit zu verbessern. "Aber das muss nicht heißen, dass wir das Leben von Malware-Entwicklern - wie denen, die das Blackhole Exploit Kit verbreiten - so einfach machen müssen," schreibt er.

Müssten Exploit-Kit-Entwickler ihre Exploits selbst entwickeln, sei dies weitaus teurer und würde die Gewinnspanne extrem verschlechtern, argumentiert Szappanos. Es sei daher wünschenswert, die Kriminellen dazu zu zwingen, diesen Weg zu gehen, statt ihnen den Quellcode kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Szappanos' Aussagen dürften sich innerhalb der IT-Sicherheitsgemeinde als durchaus kontrovers erweisen.

Annika Kremer (g+) am Freitag, 07.12.2012 12:12 Uhr

Tags: malware exploit blackhole

 
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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • ATMega8 am 09.12.2012 21:12:40

    Und wie oft kommt es vor dass Whiteheads Schwachstellen mit dem Hinweis veröffentlichen, dass sie vor 1-2 Monaten dem Entwickler mitgeteilt wurden und diesem einfach am Arsch vorbei gingen... ...

  • Kugelfisch23 am 08.12.2012 20:30:42

    Interessant in Bezug auf die Anschluldigungen ist meines Erachtens insbesondere, ob für die Schwachstellen der öffentlich verfügbaren Exploits bereits Patches veröffentlicht waren. Gemäss dem Blog-Posting war das zumindest zu einem Grossteil der Fall, es handelte sich um ältere Exploits. Ich bin im ...

  • Videos am 08.12.2012 01:01:22

    Ohne White- und Greyheads wüssten die ja teilweise nicht mal von ihren Codefehlern. Wo soll man also ansetzen, wenn Hinweise ignoriert werden? Schlucken und nichts sagen ist nach Kenntnisnahme des Betroffenen dann der richtige Weg oder wie? Es liegt doch wohl am Anbieter Lücken auch zu stopfen. Es i ...

  • lalaAmsel am 07.12.2012 23:58:15

    Abgesehen davon sind gerade die angesprochenen proof-of-concept Exploits dafür da zu beweisen, dass da jemand nich nur Bullshit erzählt sondern das auch in der Praxis funktioniert so wie der Entwickler das behauptet.Ohne das würden die meisten das Problem wohl komplett ignorieren. ...

  • Legodev am 07.12.2012 17:37:17

    Sind Greyhats nicht eigentlich die, die selbst die Sicherheitslücken nicht ausnutzen, aber dafür veröffentlichen? Whitehats melden die doch in der Regel, oder nicht? Da hast du recht, in der regel Melden die White Hats den entwicklern die Bugs und nachdem sie gefixt sin ...

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