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Studie: Rückläufige Kinoeinnahmen durch Megaupload-Schließung

Megaupload

Megaupload

Die allgemeine Anschauung ist klar: One-Klick-Hoster wie etwa Megaupload treiben die Film- und Kinoindustrie in den Ruin. Doch stimmt das wirklich? Eine aktuelle wissenschaftliche Studie möchte Gegenteiliges belegen. Demnach sinken die Filmeinnahmen seit der Schließung von Megaupload. Blockbuster seien von diesem Trend nicht betroffen. In einem dreiseitigem Papier erklären Forscher, warum.

Die Film- und Kinoindustrie hat ein klares Feinbild: Jegliche Gruppen, die direkt oder auch nur indirekt mit Filesharing oder Software-Piraterie in Verbindung gebracht werden können, sind für sinkende Einnahmen verantwortlich. Diese klassische Anschauung wird seit Jahren als Grund für schwächelnde Absatzzahlen gehandelt. Kein Wunder also, dass viele Vertreter dieser Industrie am 19. Januar dieses Jahres in gewaltiger Feierstimmung war: An diesem Tag wurde der Sharehoster im Rahmen von FBI-Ermittlungen vom Netz genommen. Megaupload wurde durch das Justizministerium der Vereinigten Staaten geschlossen, gegen Gründer Kim Schmitz wurde unter anderem wegen Verschwörung zum Begehen von Urheberrechtsverletzungen Anklage erhoben.

Es bedeutete das Ende eines Sharehoster-Giganten, der mit zahlreichen urheberrechtlich geschützten Inhalten auf seinen Servern rund 4 Prozent des gesamten Internet-Traffics ausmachte. Schlussfolgerung der Filmindustrie: Weniger Software-Piraterie, mehr Einnahmen. Doch inwiefern liegt man mit dieser Ansicht richtig?

Forscher der Münchener Ludwig-Maximillians-Universität und der Kopenhagener Business Schoool haben im Rahmen einer Studie festgestellt, dass die Schließung von Megaupload auch einen negativen Effekt auf die Industrie hinterlassen hat. In einem dreiseitigem, auf Statistiken gestütztem Papier legen Christian Peukert und Jörg Claussen dar, warum das Ende von Megaupload sogar für rückläufige Kasseneinnahmen sorgte.

Eines nehmen die Forscher vorweg: Vertreter von Mainstream-Filmen haben seit der Schließung keine Rückschläge erlitten. Doch jenen Filmemachern, die mangels Startkapital nicht auf  umfangreiche Werbe- und Marketing-Maßnahmen zurückgreifen können, wird in der Studie ein möglicher Vorteil durch Filesharing nachgesagt. Die Forscher vermuten, dass sich die Verbreitung von Filmen und die daraus entstehende Diskussion als kostenlose Werbung angesehen werden könne. Der durch Filesharing entstehende Austausch sorge dafür, dass eine breitere Masse von Internetnutzern auf Filme aufmerksam wird. Dabei wird der Ansatz verfolgt, dass Filesharer nicht gleich zahlungsunwillig seien.

Diesen Schluss ziehen die Forscher nach der Verwertung von mehr als 1.344 Filmen in 49 Ländern, die über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren beobachtet wurden. Seit der Schließung von Megaupload seien die Kasseneinnahmen bei zahlreichen Filmemachern gesunken.

Text-Quellen: futurezone

Sener Dincer (g+) am Sonntag, 25.11.2012 16:24 Uhr

Tags: filesharing piraterie megaupload kino

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38 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Kn0p3XX am 28.11.2012 06:47:05

    Die Forscher vermuten, dass sich die Verbreitung von Filmen und die daraus entstehende Diskussion als kostenlose Werbung angesehen werden könne. Der durch Filesharing entstehende Austausch sorge dafür, dass eine breitere Masse von Internetnutzern auf Filme aufmerksam wird. Dabei wird der Ansa ...

  • schgeedaa am 27.11.2012 18:02:59

    Auch hier wieder: durch Mundpropaganda werden Bands berühmt und verkaufen mehr Konzerttickets/ Merchandise etc. Ohne kostenlose Musik würde man doch kaum was von unbekannten Bands mitbekommen. Die meisten Radios spielen nur Charts, genauso wie die meisten Musiksender. Erst ab einem bestimmten Punkt ...

  • MrDraco am 27.11.2012 17:58:42

    du zahlst ja eben nicht... :buh: roflkopter. ...

  • markantelli am 27.11.2012 17:31:40

    Du zahlst ja eben nicht... :buh: ...

  • MrDraco am 27.11.2012 17:18:36

    http://www.musikindustrie.de/jahrbuch-umsatz-2011 Die letzten 10 Jahre: Umsatzeinbruch von etwa 1/3 Und es gibt sehr wohl auch Künstler die sich beschweren. Gerade die kleinen können ihren Lebensunterhalt aufg ...

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