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Der Wochenrückblick - Die Gulli-Glosse (45/2012)

Der Wochenrückblick - Gulli Glosse

Der Wochenrückblick - Gulli Glosse

Es gibt keine Woche, in der nicht irgendwas los war. Keine Woche, in der nicht irgendwelche politischen Entscheidungen getroffen wurden, über die man sich hätte aufregen können. Und keine Woche, in der nicht irgendein netzpolitisches Thema eigentlich die Schlagzeilen der Presse hätte dominieren sollen. So natürlich auch in dieser Woche.

Letzten Sonntag Nacht, als die Gulli-Glosse schon geschrieben war, erfuhren wir, dass Skype seine Daten einfach mal so an einen privaten Ermittlungsdienst weitergegeben hatte. Paypal hatte die Privatdetektive beauftragt, um Aktivisten des Anonymous-Kollektivs aufzuspüren, die an einer DDos-Attacke gegen das Unternehmen teilgenommen hatten. Bekannt über etwaige Erfolge der "Nachforschungen" ist derzeit noch nichts. Dennoch entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn behauptet wird, dass ausgerechnet Anons Skype benutzt haben sollen. Es ist schon seit geraumer Zeit bekannt, dass Skype alles andere als abhörsicher ist und mit der Übernahme der Firma durch Microsoft wurde das eher noch schlechter als besser. Möglicherweise war da bei Skype eher der Wunsch Vater des Gedanken als irgend etwas anderes.

Montag ging es gerade so weiter. CleanIT, ein Projekt, mit dem uns die Regierung in Zusammenarbeit mit privaten Internet-Firmen vor dem Terrorismus des Islam schützen will, ging in die zweite Runde und das Zollkriminalamt suchte per Stellenanzeige (sic!) Programmierer, die Lust haben, einen neuen Bundestrojaner zu basteln. Was können wir froh sein, dass wir einen so mütterlich überprotektiven Staatsapparat haben, der uns den Terrorismus vom Hals hält. Nicht auszudenken, wenn wir CleanIT und die Bundestrojaner nicht hätten. Wahrscheinlich würde alle drei Tage irgendwo eine Bombe hochgehen. Zum fazialpalmieren. Da war dann die Nachricht, dass Kim Dotcom für seinen neuen Upload-Dienst Me.ga ein eigenes Glasfaserkabel im Pazifik versenken will, noch ein echter Lacher zum Einschlafen.

Dienstag war's dann schon etwas besser. "NASA-Hacker" Gary McKinnon wird nicht an die USA ausgeliefert (angeklagt wird er in England aber womöglich trotzdem) und den Klomanager gibt es nach sage und schreibe 20 Jahren endlich als Download.

Zum Mittwoch: Apple verkündet einen erneuten Verkaufsrekord seiner neuen Produkte. Das iPad Mini ist in den ersten drei Tagen über drei Millionen Mal verkauft worden. Warum Apples Aktie trotzdem fällt, kann sich bis heute keiner erklären. Für diesen Tag noch zu erwähnen wäre sicher, dass die USA bemerkten, dass China ihr größter Feind im Cyberkrieg ist. Was für eine Überraschung! Und wie Montag wieder einen Lacher zum Abschluss: bevor es richtig losging, hat der Minister von Gabun dem Kim Schmitz die Me.ga-Domain wieder entzogen.

Donnerstag begann mit einer wirklich erfreulichen Nachricht. Fünf der mutmaßlichen sogenannten "Autoren" der hetzerischen Webseite KREUZ.NET wurden namentlich der Staatsanwaltschaft gemeldet. Homo- und Xenophobie haben. im. Netz. nichts. zu. suchen! Und woanders auch nicht. Ganz anders sieht das mit der Netzneutralität aus. Die brauchen wir sogar unbedingt. Und während die EU-Kommission dort durchaus Probleme sieht, wiegelt die Bundesnetzagentur ab. Für so was hat die eh keine Zeit. Das ist bei Bradley Manning nicht so. Der hat jetzt ein Teilgeständnis angeboten, möglicherweise in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft, um Haftzeitminderung zu erreichen. Ob das aber wirklich seine Haftdauer verringert, steht in den Sternen. Einen Lacher zum Einschlafen gab es an dem Tag nicht.

Mit Freitag sind wir dann schon fast wieder im Wochenende. Zwei Meldungen stechen hier besonders heraus: Foxconn, bekannter Zulieferer und Produzent von Apples iPhones (im Übrigen stellt der auch Teile für Samsung-Handies her) will in den USA produzieren. Wie er die ganzen Chinesen aus dem Reich der Mitte in den USA unterbringen will, hat er nicht gesagt. Zweite Top-Meldung ist, dass der Radfahrer, der von Polizisten übelst auf der Freiheit statt Angst-Demo 2009 zusammengeschlagen wurde, jetzt Schmerzensgeld bekommt. Und zwar 10.000,- Euro. Die Summe mag viel zu gering sein, ist allerdings ein gutes Zeichen gegen Polizeigewalt!

Für Samstag und Sonntag fassen wir das Wichtigste zusammen: Gründer von The Pirate Bay muss nun definitiv für acht Monate in den Knast. Ein Berufungsgericht hat sein Gesuch abgelehnt. Naja, hätte auch mehr sein können. In den USA hätte er wahrscheinlich 140 Jahre plus 6 Mal lebenslänglich bekommen. Aber die Woche schließt mit einer guten Nachricht. Occupy-Aktivisten nutzen nun ihre Social-Media-Kanäle und helfen Opfern des Megasturms Sandy in den USA. Daran kann sich die FEMA ein Beispiel nehmen. Die kann ja noch nicht einmal Wasser von Punkt A nach Punkt B bringen, ohne sich nach Punkt C zu verfahren. Gulli hat noch über viel viel mehr berichtet und bleibt weiterhin am Ball!

In diesem Sinne wünscht Euch die Gulli-Redaktion noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die nächste Woche!

Bild-Quellen: Glosse

Text-Quellen: gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com gulli.com

Tobias Raff (g+) am Sonntag, 11.11.2012 17:21 Uhr

Tags: wochenrückblick gulli news gulli glosse

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