Anonymous - We are Legion (Wallpaper eines Unterstützers)
Das in Anlehnung an "Fight Club" als "TYLER" bezeichnete Projekt soll "eine sichere, kostenlose und dezentrale" Leaking-Plattform zur Verfügung stellen und die Probleme, die die Aktivisten bei WikiLeaks sehen, vermeiden. Das erklärte ein Anonymous-Aktivist - der gegenüber RT betonte, dass er im Namen des Kollektivs spreche - in einer E-Mail an RT.
Der anonyme Aktivist betonte in seiner Stellungnahme noch einmal die in letzter Zeit von Anonymous geäußerte Kritik an WikiLeaks und dessen Chef Julian Assange, insbesondere im Hinblick auf Julian Assanges autokratischen Führungsstil sowie die als "Nötigung" empfundenen Spendensammel-Techniken der Plattform und deren angeblich mangelnde Transparenz in Finanzdingen. Der Anon deutete sogar an, er würde einen Leak der WikiLeaks-Finanzen befürworten. Sollten entsprechende Dokumente Anonymous zugespielt werden, werde das Kollektiv diese "auf jeden Fall veröffentlichen", erklärte der Aktivist, "Eine Organisation, die der Welt Transparenz predigt, sollte sie für sich selbst umsetzen." Verschärft werden die Unstimmigkeiten zwischen Anonymous und WikiLeaks durch die Tatsache, dass das Internet-Kollektiv nach eigenen Angaben für einige der WikiLeaks-Veröffentlichungen der letzten Zeit - namentlich die Global Intelligence Files und Syria Files - verantwortlich ist. Dies könnte die Hacktivisten dazu bringen, einem Projekt, mit dem sie so eng zusammen arbeiten und dem sie soviel Vertrauen entgegen bringen mussten, gegenüber besonders kritisch zu sein.
Interessant ist auch eine weitere von dem von RT zitierten Anon in seiner E-Mail gemachte Aussage. Darin heißt es: "Julian [Assange] hat zu mindestens einer Gelegenheit angedroht, bei dem Projekt [WikiLeaks] den Stecker zu ziehen weil das Spendenaufkommen nicht seinen Erwartungen entsprach. Das war der Zeitpunkt, wo Anonymous begann, zu planen, seine eigenen alternativen Leaking-Plattformen ins Feld zu führen." Allerdings, so führte der Hacktivist aus, glaube er im Grunde nicht, dass Assange seine Drohung in die Tat umsetzen werde, da er auf WikiLeaks angewiesen sei.
Während er jedoch in seiner Kritik an Julian Assange kein Blatt vor den Mund nahm, hielt sich der angebliche Anonymous-Sprecher mit Details über das Projekt TYLER eher bedeckt. Er behauptete, er könne viele Infos über das Projekt veröffentlichen, werde dies aber nicht tun. Er bestätigte allerdings das Veröffentlichungs-Datum sowie die Tatsache, dass dieses wegen des angeblichen Weltuntergangs gewählt wurde. Passenderweise trägt das Ober-Projekt den Namen "Project Mayhem 2012", ebenfalls eine Anspielung auf Fight Club.
Einige weitere Details ließ sich der Anon dann allerdings doch noch entlocken. Er berichtete, es werde seit Monaten an der Plattform gearbeitet und diese sei zumindest einem Teil des Kollektivs äußerst wichtig. TYLER werde nicht auf einem statischen Server gehostet. Vielmehr solle eine Peer-to-Peer-Technologie unter Verwendung von starker Verschlüsselung zum Einsatz kommen. TYLER werde "offensichtlich vollkommen dezentral" sein, so der Aktivist.
Es ist schwer zu sagen, ob die Plattform wirklich wie angekündigt starten wird oder ob sich die Ankündigungen - wie schon mehrfach bei Anonymous-Projekten - als zu vollmundig erweisen werden. Sollte das Projekt jedoch tatsächlich zustande kommen, könnte es für Aktivisten womöglich eine technisch und ideologisch interessante Alternative zu dem in letzter Zeit in Schwierigkeiten steckenden WikiLeaks sein.
Text-Quellen: RT
Annika Kremer (g+) am Mittwoch, 24.10.2012 19:45 Uhr
"sichere Plattform" und Anonymous sind zwei Begriffe, die sich diametral gegenüberstehen. "dass er im Namen des Kollektivs spreche" ppfff Wieso passenderweise Tyler und Projekt Mayhem? Was ist an einer whistleblowing platform passend zu projekt mayhem? Gar nichts, da wurde im besten fall der Film ...
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