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Mastering the Internet: Alles halb so wild?

Angesichts der jüngsten Berichte über eine geplante riesige Kommunikationsdatenbank durch die britischen Government Communications Headquarters (GCHQ) sieht sich die Behörde zu einem Dementi genötigt.

Am vergangenen Wochenende hatten mehrere Zeitungen berichtet, im Rahmen des Projekts "Mastering the Internet" (MTI) sollten vom GCHQ nicht nur zahlreiche Deep Packet Inspections durchgeführt, sondern auch eine riesige Datenbank mit Kommunikationsdaten angelegt werden (gulli:news berichtete).

Dieser Darstellung widersprach das GCHQ nun in einer seltenen Presseerklärung. Die Überwachungspläne wurden zwar nicht abgestritten, aber doch deutlich relativiert. Man teilte mit, man würde zwar entsprechende Software und Technologie entwickeln. Damit sollte aber keine generelle Datenbank angelegt werden. Vielmehr würde man "nur handeln, wenn es nötig ist" und "nicht nach Belieben spionieren".

Die Möglichkeiten für ein derartiges Handeln sind nach Angaben der Behörde gar nicht vorhanden. Man teilte mit: "Das GCHQ entwickelt keine Technologie, um die Überwachung der gesamten Internet-Nutzung und aller Telefongespräche in Großbritannien zu ermöglichen oder jeden in Großbritannien auszuspionieren." Auch habe man "keine Ambitionen, Erwartungen oder Pläne für eine Datenbank oder Datenbanken, in der die gesamten Kommunikationsdaten Großbritanniens zentral gespeichert werden." Die geplante Technologie sollte vielmehr im Rahmen der derzeit schon geltenden Gesetze eingesetzt werden, heißt es.

Shami Chakrabarti, Direktorin der Bürgerrechtsorganisation Liberty und von Anfang an der MTI-Initiative gegenüber sehr kritisch, zeigt sich von diesem Dementi nur moderat beeindruckt. Sie teilte mit, die Stellungnahme des GCHQ werfe mehr Fragen auf, als sie Antworten gebe. "Es gibt verschiedene Aussagen darüber, wozu dieses Projekt nicht dienen soll -aber nicht, zu welchem Zweck es gedacht ist. Und, was noch wichtiger ist, wann wird das Parlament die Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren?"

Chakrabarti spricht damit wichtige Punkte an, die viele Briten besorgt stimmen dürften. Entspricht die aktuelle Stellungnahme den Tatsachen, und selbst wenn, was wird darin möglicherweise verschwiegen? Das herauszufinden, dürfte sehr schwierig bis unmöglich sein, denn allzu viel Transparenz ist, wie so oft bei derartigen Projekten, nicht vorgesehen. (Annika Kremer)

(via BBC, thx!)

News Redaktion am Dienstag, 05.05.2009 16:07 Uhr

tagsTags: großbritannien gb gchq geheimdienst deep packet inspection dpi uk kommunikationsdaten mastering the internet mti überwachung

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6 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Watainvm am 05.05.2009 11:08:44

    ich glaube gerne das sie *vorerst* keine generelle speicherung und analyse vornehmen wollen - weil sie es einfach nicht können. tbit/s-weise daten analysieren und relational ablegen ist immo einfach noch nicht drin. Deep Packet Inspection bei solchen Transferraten ist derzeit ...

  • terminator2k2 am 05.05.2009 11:04:52

    "nur handeln, wenn es nötig ist" -> "nur handeln, wenn genug bezahlt wird" sollte es heißen.. ...

  • c64er am 05.05.2009 09:50:59

    Mastering the Internet .... :D Masters of the Universe ! ...

  • user124 am 05.05.2009 08:19:13

    ich glaube gerne das sie *vorerst* keine generelle speicherung und analyse vornehmen wollen - weil sie es einfach nicht können. tbit/s-weise daten analysieren und relational ablegen ist immo einfach noch nicht drin. nun stellt sich mir natürlich die frage wie tief die latte für die "einzelfälle ...

  • psyxx am 05.05.2009 06:02:54

    Das GCHQ entwickelt keine Technologie, um die Überwachung der gesamten Internet-Nutzung und aller Telefongespräche in Großbritannien zu überwachen Die Überwachung überwachen? Entspricht die aktuelle Stellungnahme, und selbst wenn, was wird darin möglicherweise ve ...

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