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Bundesregierung gibt Kosten für polizeiliche Überwachung bekannt

Die deutsche Bundesregierung hat auf die Anfrage der Abgeordneten der Linkspartei Jan Korte, Steffen Bockhahn und Ulla Jelpke reagiert. In dieser geht es um die Ausgaben des Bundesministerium des Innern zu Aufträgen an Fremdfirmen, unter anderem zwecks Überwachung von Skype, GoogleMail und Co.

Eigentlich wollten die Abgeordneten der Linkspartei in ihrer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung wissen, wie viele Aufträge seit dem Jahr 2002 für Überwachung und innere Sicherheit an externe Dienstleister vergeben wurden. Da die Bundespolizei aber beispielsweise erst im Jahr 2009 umstrukturiert wurde, sind entsprechende Daten oft erst ab eben diesem Jahr verfügbar. So wurden seit 2009 insgesamt 803.828 Euro für 48 Aufträge an Firmen bezahlt. T-Systems erhielt demnach 318.126 Euro für verschiedene Dienstleistungen wie Projektcontrolling und Softwareentwicklung für Telekommunikationsüberwachung und Passagierdatendatei. Secunet Security Networks verdiente mit Aufträgen für "biometriegestützte Grenzkontrollentechnik"  241.504 Euro, wie es in der Antwort der Bundesregierung heißt. Diese Angaben beziehen sich allerdings nur auf Aufträge der Bundespolizei.

Das BKA beispielsweise gab 7.275.910 Euro für 138 Aufträge aus. Auf eine genaue Aufschlüsselung dieser Summe wurde in dem öffentlich einsehbaren Teil der Beantwortung der Anfrage aus Geheimhaltungsgründen verzichtet: "Die Beantwortung dieser Frage ist der Bundesregierung in dem für die Öffentlichkeit einsehbaren Teil der Beantwortung der Kleinen Anfrage aus Geheimhaltungsgründen nicht möglich. Die Antwort der Bundesregierung auf diese Frage muss deshalb als 'Verschlussache – Vertraulich' eingestuft werden."

Zwischen 2002 und 2011 gab das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik insgesamt 695 Studien und Projekte in Auftrag. Die entstandenen Kosten: 88.315.000 Euro. Auch hier wurde aus bekannten Gründen auf eine öffentliche Beantwortung verzichtet.

Ebenfalls als teuer erweist sich der Verfassungsschutz: 50.720.182 Euro beträgt der Wert der vergebenen Aufträge. Mit 29.114.076,21 Euro kommen der Zollfahndungsdienst und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit vergleichsweise günstig weg.  

Die Lizenzen für DigiTask, den Hersteller des Staatstrojaners, kosteten 61.671.75 Euro jährlich, weitere hunderttausende Euro folgten für diverse andere Dienstleistungen. 

Die Antwort der Bundesregierung kann hier eingesehen werden.

 

Robert Clausen (g+) am Samstag, 06.10.2012 11:37 Uhr

Tags: digitask linkspartei telekommunikationsüberwachung überwachungsstaat überwachung polizeitrojaner staatstrojaner

vgwort
 
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7 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Trollolol am 07.10.2012 21:39:13

    Man muss als Krimineller echt unterbelichtet sein, wenn man irgendwelche Schlagwörter wie Bombe, Anschlag oder Terror verwendet. Hmja, dummerweise sind das so Wörter die ich am Telefon gerne verwende, wenn ich mit Freunden über solche News rede..oder auch mal be ...

  • bigtuerke1 am 07.10.2012 19:50:19

    Mir stellt sich die Frage, warum brauchen wir überhaupt einen Staatstrojaner? Welche Vorteile bringt es mir als Bürger von der eigenen Regierung überwacht zu werden? Natürlich Sicherheit :D [URL="http://www.abendblatt.de/po ...

  • Schattenkreatur am 07.10.2012 12:41:53

    Kann mir jemand eventuell erklären, welchen Nutzen diese Ausgaben im Einzelnen für unser Volk haben. Die Summen wirken auf mich, wie eine versteckte Subventionierung der IT-Branche. Gibt es keine günstigeren und besseren Trojaner als die von der Firma "DigiTask"? Mir stellt sich die ...

  • bigtuerke1 am 06.10.2012 17:38:06

    Gibt es keine günstigeren und besseren Trojaner als die von der Firma "DigiTask"? :m) ...

  • Trollolol am 06.10.2012 16:55:36

    So viel Kohle für quasi nichts...die verstehen es, zu leben. ...

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