Gulli:Glosse
Eine neuartige Idee sind zum Beispiel die nun in Münster getesteten Mülltonnen mit Internetanschluss. Diese sollen ihren Füllstand automatisch an die Zentrale melden. Ein zentrales Features, das den Tonnen zum Durchbruch im 21. Jahrhundert verhelfen wird, fehlt allerdings: ein Twitter-Client und eine schrottige Webcam für hipsterische Instagram-Bilder, die so aussehen, als seien sie im Jahr 1970 mit einem Billig-Fotoapparat entstanden. Das würde die Akzeptanz des Projekts sicher erheblich erhöhen - und das Niveau der Meldungen im Social-Media-Universum wahrscheinlich nicht nennenswert senken. Ganz risikolos ist das allerdings nicht: ein Tweet "Ich bin total voll" würde am Freitag Abend schnell in einer riesigen Masse gleichlautender Nachrichten untergehen, weswegen den Müll dann trotz aller Hightech-Bemühungen wieder keiner abholen würde…
Wie beim Müll ist es normalerweise auch bei Server-Einbrüchen: keiner will zuständig sein. So war es anfangs auch beim kürzlich erfolgten iOS-Daten-Leak der Rotzkinder… Verzeihung, politischen Aktivisten der Operation AntiSec. Das FBI wollte es nicht gewesen sein. Apple wollte es auch nicht gewesen sein (die hatte auch keiner beschuldigt, aber aus Angst vor schlechter Presse dementierte das Unternehmen aus Cupertino vorsichtshalber trotzdem). Es sah aus, als seien die fraglichen Datensätze vom Himmel gefallen angesichts der beharrlichen Beteuerungen des gesamten Internets, sie nicht angelegt zu haben. Dann aber kam die unerwartete Wende: Blue Toad, ein App-Entwickler aus Kalifornien, erschien auf der Bühne wie der berüchtigte Überraschungs-Zeuge bei Richterin Barbara Salesch und behauptete, die Daten seien von seinen Servern verschwunden. Anonymous allerdings behauptet steif und fest, das könne nicht sein und die Daten seien zweifellos von einem FBI-Rechner kopiert worden. Als Erklärung für Blue Toads Verhalten haben die Hacktivisten allerdings auch nichts besseres anzubieten als das nicht ganz so originelle "es war eine Verschwörung". Ob nun aber Blue Toad oder Anonymous lügt - oder ob schlicht und ergreifend jemand dringend einen Aluhut benötigt - ist schwer festzustellen. Sicher ist nur: The truth is out there…
Von einem Hack, bei dem jeder das Opfer gewesen sein will, kommen wir zu einem, der niemals stattgefunden hat, bei dem aber trotzdem jemand unbedingt der Täter sein will (ihr seht: die gulli:News bieten wesentlich mehr Varianten des "whodunnit" als der sonntägliche Tatort). Als nämlich ein Großteil der Infrastruktur des Domain-Registrars "Go Daddy" ausfiel und bei Daddy auf einmal nichts mehr ging, übernahm ein Hacktivist beziehungsweise Möchtegern-Hacktivist mit dem reifen, bescheidenen und originellen Pseudonym "AnonymousOwn3r" sogleich die Verantwortung dafür. Zumindest ließ sich das anhand seiner Tweets vermuten - ganz sicher lässt sich das anhand der Englisch- und Rechtschreibkenntnisse dieses Spezialisten nicht sagen. Später stellte sich allerdings heraus: es war gar kein Hack, sondern ein Routing-Problem. AnonymousOwn3r sitzt derweil zuhause vor dem Computer und wartet auf den nächsten Verkehrsunfall, bei dem er dann behaupten kann, er habe die Autos kraft seiner Gedanken zusammenstoßen lassen…
Stichwort Innovationen: Intel stellte in dieser Woche ein neuartiges Kühlsystem vor, bei dem die Server in Öl versenkt werden. Ob es allerdings Ketchup, Mayo oder "Spezial" dazu gibt, wollte der Konzern nicht verraten.
Gar nicht mehr so innovativ wirken im Jahr 2012 die VZ-Netzwerke. Trotz solcher Gruppen wie "Ich will Strand vor meiner Tür", "Kevin, Schastin, kommt sofort bei die Omma", "Als ich in deinem Alter war, war Pluto ein Planet" oder "Morgen ist verdammt nochmal erst, wenn ich geschlafen habe" - letztere beschreibt tatsächlich eine meiner bedeutendsten ethisch-sozialen Grund-Überzeugungen - wirken die sozialen Netzwerke mit den zwei Großbuchstaben (StudiVZ, SchülerVZ, Hartz-4-VZ, meinVZ, BlubbmoepVZ, VögelVZ und angesichts aktueller Trends wahrscheinlich auch PonyVZ) doch mittlerweile reichlich angestaubt. Dennoch fand sich für die Dinosaurier unter den Selbstentblößungs-Plattformen nun ein Käufer. Warum, wissen wahrscheinlich noch nicht einmal die Mitglieder der Gruppe "Seit ich perfekt bin, brauche ich nicht mehr arrogant zu sein". Aber irgendwer kauft ja alles. Anders ist weder die Existenz von Joghurt-Schokolade noch der nun getätigte Verkauf der VZ-Netzwerke an die Investmentgesellschaft Vert Capital erklärbar.
Ebenfalls nicht erklärbar ist, wo jede Woche die ganzen vollkommen durchgeknallten News herkommen. Aber wir nehmen dankbar, was wir bekommen, und verlassen uns darauf, dass dies auch in der kommenden Woche wieder klappen wird. Bis dahin verabschiede ich mich von euch. Macht es gut, lasst eurer Kreativität freien Lauf und bleibt uns treu. Bis dann!
Annika Kremer (g+) am Sonntag, 16.09.2012 17:23 Uhr
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.