Das Hauptargument für Vorratsdatenspeicherung in Deutschland lautet, dass man mit Hilfe dieses Verfahrens Terroristen bereits vor der Umsetzung ihrer Pläne identifizieren könne, es handle sich also um eine präventive Maßnahme. Eine Studie an der TU Darmstadt unter der Leitung von Prof. Kay Hamacher (Bioinformatiker) und Prof. Stefan Katzenbeisser (von der Security Engineering Group der Universität) hat nun mittels mathematischer Simulation diese These überprüft.
Die biologische Methode der Agenten-basierten Simulation, welche sich zur Untersuchung von Wechselbeziehungen innerhalb verschiedener Netzwerke eignet, modelliert Interaktionen zwischen den Beteiligten. Die Individuen, die in der Biologie beispielsweise „Räuber“ und „Beutetiere“ sein können, wurden im Zuge der Studie als „Terrorist“ und „Bürger“ angenommen. Für die Untersuchung verwendet wurden Daten von realen Terrornetzwerken, deren Interaktionen untereinander im Nachhinein bekannt wurden, nachdem sie vom FBI in den Ermittlungen um die Anschläge von 9/11 aufgedeckt worden waren. Es handelt sich hierbei um Gruppen von acht bis 17 Terroristen, welche in unterschiedlich große Gruppen von „Bürgern“ sozusagen eingebettet wurden und von denen man annahm, dass sich ihre Kommunikationsmuster zeitweise von jenen unbescholtener Bürger unterscheiden würden. Ein derartiges Muster kann zum Beispiel in einem langen und darauffolgend mehreren kurzen Telefonaten bestehen (bei der Planung eines Anschlags werden Befehle abgesprochen und dann weitergegeben). Problematisch dabei ist, dass auch unverdächtige Kommunikationsstrukturen so aussehen können, beispielsweise erfordert die Planung und Umsetzung von Projekten wie Hausbau oder Hochzeit ein ähnliches Muster.
Es wären also, um effizient handeln zu können, definitiv Verfeinerungen in den angewendeten Maßnahmen erforderlich, was das Ganze schwieriger und teurer machen würde. Laut der Studie wären kürzere Speicherfristen (14 Tage bis drei Monate) sogar effizienter als lange (laut EU-Richtlinie mindestens sechs Monate): Je länger der untersuchte Zeitraum ist, desto eher kommt es von Seiten unbescholtener Bürger zu ähnlichen Kommunikationsstrukturen, wodurch die wirklich verdächtigen nicht mehr so augenfällig sind. Darüber hinaus ist es für terroristische Gruppierungen ein Leichtes, die Ermittler mithilfe einer Parallelstruktur in der Kommunikation auf eine falsche Fährte zu locken.
Die Wissenschaftler der TU Darmstadt empfehlen die Durchführung einer Kosten-Nutzen-Analyse, bevor neue Richtlinien und Maßnahmen eingeführt werden. Die in der Studie zur Anwendung gebrachte Methode würde sich zum Nachvollziehen diverser Zusammenhänge anbieten: Man könnte damit Netzwerke von Staaten, Unternehmen oder Ökosystemen untersuchen.
Text-Quellen: TU Darmstadt
Joan Z. am Mittwoch, 12.09.2012 10:54 Uhr
ich weiß garnicht warum ihr euch so aufregt, schließlich dient das alles unserer sicherheit und bald sind wir so sicher wie in der ddr, dem dritten reich oder china. :T ...
Breaking News: Die Zahl 3 zufällig aus 1 bis 14 auszuwählen ist wahrscheinlicher wie sie zufällig aus 1 bis 180 auszuwählen. Nah das Modell, an dem die Studie durchgeführt wurde, ist garantiert deutlich komplizierter, aber den Knackpunkt übersieht es dennoch: Anhand eines Protokolls wer wie lange m ...
+1 Sicherheitstheater. ...
Wie jetzt? Hat unser Hr. Friedrich noch nicht bewiesen, dass doch alle Terroranschläge dank VDS bzw Überwachung verhindert wurden? Wo isser denn? Der ist doch sonst immer so schnell? :eek: Und morgen kommt ne Studie, die aussagt, dass alle, die mind. 4 Stunden schlafen, ausgeruhter sind als Mensche ...
Tja, dann müssen sie eben wieder mit der Kinderpornokeule antanzen, wenn das mit dem Terror nicht klappt. Ist eigentlich viel besser, als das Terrordingens, da bei Sexualstraftaten die höheren Gehirnfunktionen dann bei den meisten Menschen auf Sparflamme köcheln und man dann jeden Mist durchdrücken ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.