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Crowdsourcing: Das Internet als Verleihbörse für Bücher?

Lohnt sich das: Bücher online leihen?

Lohnt sich das: Bücher online leihen?

Bücher zu kaufen ist teuer, welche zu leihen, kostet weniger, dachte sich der Kölner Gründer eines damals neuartigen Internet-Portals, das sich seit einigen Jahren mehr oder weniger unbemerkt mit dem privaten Verleih von Büchern beschäftigt. Die Kosten für die Nutzer halten sich in Grenzen, was die Idee nicht automatisch bekannter machte.

Crowdsourcing bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass viele Personen die Aufgabe eines einzelnen Menschen oder einer Firma übernehmen. Die gemeinsame Leistung der Teilnehmer kann aber nicht nur wie beim GuttenPlag oder VroniPlag Wiki einem moralischen Ziel, wie in diesem Beispiel der Suche nach abgeschriebenen Doktorarbeiten prominenter Politiker, dienen. Die Mitglieder der "Crowd", also der Masse von Freiwilligen, können sich auch gegenseitig unterstützen und verhindern, dass ein und dasselbe Werk mehrmals gekauft werden muss. Das dachte sich auch im Jahr 2006 Atilla Boz, der im deutschsprachigen Bereich das erste und lange Zeit einzige Bücherverleih-Portal im Web auf die Beine stellte. Mittlerweile gibt es noch bookway als Konkurrenz. Dort geht es letztlich aber doch eher um verkaufsfördernde Maßnahmen, was auch die große Angebotspalette an Büchern erklärt, und nicht um den Verleih an sich.

Gedacht war die Webseite von Boz als Nachahmung von eBay, wobei der Schwerpunkt hierbei nicht auf dem Kauf gebrauchter Waren, sondern lediglich auf dem Verleih von Büchern liegt. Rein theoretisch sind dem Projekt keine Grenzen gesetzt. Da der Kölner die Werke nicht selbst lagern muss, könnte er eine gigantische Datenbank verwalten. Allerdings erweist sich die Geschäftsidee bisher nur sehr bedingt als erfolgreich, da der Service trotz niedriger Gebühren kaum genutzt wird. Es fehlt an Werbung und zudem locken die Stadtbüchereien, bei denen der Versand der Ware entfällt, mit ihrem großen Angebot. Wer trotzdem bei Boz mitmachen will, zahlt einmalig knapp 3 Euro und dann pro geliehenem Buch lediglich 33 Cent. Ränge wie Streber oder Professor und besondere Privilegien sollen die Nutzer dazu verleiten, besonders viele Exemplare des eigenen Bücherschranks anzubieten, um das Angebot so attraktiver zu gestalten.

Leider zog die Crowd bisher nur wenig mit. Vielleicht liegt es an den Portokosten, die beim umgleich teureren Online-Buchkauf bei vielen Anbietern entfallen, möglicherweise hat sich die Idee mangels Werbung bislang nur unzureichend herumgesprochen. 

Vielleicht möchte auch niemand mehr sein Haus verlassen, um sich mit Lesestoff zu versorgen, weswegen die Kunden auf Alternativen wie etwa Onleihe.net der öffentlichen Büchereien ausweichen, wo man gegen Angabe des gültigen Büchereiausweises zeitlich begrenzte digitale Zeitschriften, eBooks, Videos, Audio-Books und Musik-CDs ausleihen kann. Die Dateien sind allesamt DRM-verschlüsselt und nur zeitlich begrenzt nutzbar. Dafür entfällt im Gegenzug die Fahrt zum Postamt, der Kauf der Briefmarken, Mahngebühren, Eselsohren, Staub und vieles mehr.

Welche der Geschäftsideen am Ende das Rennen macht, bestimmen neben der Höhe der Werbeetats die Kunden, auch das könnte man in letzter Konsequenz als Crowdsourcing bezeichnen. Sollte es genügend Interessenten geben, vielleicht müsste man per Crowdfunding für mehr Werbung sorgen. Spannend wäre in diesem Zusammenhang sicher auch, ob sich ab einem bestimmten Punkt auch der deutsche Buchhandel von dieser neuartigen Wertschöpfung ihrer Werke bedroht fühlt und anfängt, über juristische Schritte nachzudenken.

Bild-Quellen: www.leih-ein-buch.de

Lars Sobiraj (g+) am Mittwoch, 29.08.2012 14:15 Uhr

Tags: ebay bücherei crowdsourcing crowdfunding

vgwort
 
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8 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • AtillaBoz am 01.09.2012 06:27:36

    @RedlightX Vielen Dank für das Kommentar, und ich muss dir leider teilweise recht geben: Ja das Hin- und Herschicken lohnt sich tatsächlich nicht bei Büchern die für nen Appel und ein Ei zu haben sind. Das würde dann erst bei teureren Büchern Sinn machen. ABER wir hoffen darauf, dass sich ein große ...

  • RedlightX am 31.08.2012 17:57:43

    Dann kaufe ich mir das Buch gebraucht für einen Appel und nen Ei. Diese ewige hin- und herschickerei würde mich nerven. ...

  • AtillaBoz am 31.08.2012 17:19:11

    Hallo ich bin es Atilla - vielen Dank für diesen tollen Bericht über unsere Seite. Es haben sich kurz nach Veröffentlichung neue Mitglieder angemeldet und wir freuen uns sehr über diese Unterstützung. An dieser Stelle möchte ich auf den Beitrag und die Fragen etwas näher eingehen. Das Alleinstell ...

  • lalaAmsel am 29.08.2012 19:49:17

    Ich habs glaub ich nich ganz begriffen: zuerstmal, zahl ich 3e Anmeldegebühr und 33 Cent plus Porto? Und zweitens: welchen Vorteil hat das gegenüber Bibliotheken? Und wenns keinen gibt, ich mein, schon ne nette Idee, evtl brauchbar bei Sachen die man in der Bib einfach nicht kriegt, aber warum sollt ...

  • Ghandy am 29.08.2012 17:22:30

    Das war auch meine Hoffnung. ...

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