Bei der Person handelt es sich um Jérôme Bourreau-Guggenheim, der für eines der größten französischen TV-Netzwerke TF1 tätig ist, und dort den Web-Bereich leitet.
Das Szenario nahm bereits am 19. Februar seinen Anfang, wie das französische Nachrichtenportal Ecrans berichtet. Jérôme entschloss sich, eine E-Mail an seinen Abgeordneten im französischen Parlament zu senden. Er wollte ihm seine persönliche Meinung zum geplanten Three-Strikes-Gesetz mitteilen, um ihn davon zu überzeugen, dass dieses Gesetz dem Volk nicht dienlich sein würde. Eine E-Mail mit dem Betreff "HADOPI" (die Behörde, die über die Durchführung des Gesetzes wachen soll) ging an den Abgeordneten. "Ich habe viel zu diesem Thema gelesen, da es mich beunruhigt. Zum einen, weil es mein Job ist, zum Zweiten weil ich eine gewisse Leidenschaft für das Netz habe", erklärte Jérôme in der Mail. Er beschrieb, wieso die Einführung dieses Gesetzes zu einem Desaster führen würde und bat den Abgeordneten darum, gegen das Gesetz zu stimmen.
Am 16. April wurde Jérôme Bourreau-Guggenheim gekündigt, mit der Begründung, dass es erhebliche Differenzen zwischen ihm und der Strategie von TF1 gäbe. Wie es dazu kam, zeigt erschreckend, welche Macht die Urheberrechtslobby offensichtlich bereits inne hat. Das französische Kultusministerium hatte die E-Mail erhalten und an den Arbeitgeber von Jérôme weitergeleitet. "Wir betrachten diese Position als einen Akt des Widerstands gegen die Strategie der TF1-Gruppe", steht in der Mitteilung. Kurz darauf folgt die Feststellung, dass das HADOPI-Gesetz unglaublich wichtig für die französischen Fernsehsender sei.
Jérôme hat inzwischen einen Anwalt mandatiert, um gegen die Kündigung vorzugehen. Was bleibt ist die Frage sind einige Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind. Auch in Frankreich darf jeder seine politische Meinung frei äußern und dafür nicht benachteiligt werden. Wie kam es also, dass Jérôme Bourreau-Guggenheim gekündigt wurde? Viel wichtiger dürfte jedoch sein, wie die E-Mail an seinen Abgeordneten in die Hände des Kultusministeriums gelangen konnte, welche diese wiederum an TF1 weiterleitete. Dies ist nach wie vor unklar. Auch die Tatsache, dass TF1 so rasch mit einer Kündigung reagiert, wirkt verwunderlich. Dies legt sich jedoch, sobald man sich darüber klar wird, dass der Chef von TF1 ein enger Freund des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ist. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass Sarkozy nicht nur ein Three-Strikes-Gesetz vehement unterstützt sondern außerdem die richtigen Kontakte im Medienbereich innehat. (Firebird77)
(via torrentfreak, thx!)
(Bild via uni-sb, thx!)
News Redaktion am Freitag, 08.05.2009 13:57 Uhr
Guten Tag, Ich lebe in Frankreich und ich wüsste gerne, ob diese Entlassung in den Nachrichten der Nachbarländer aufgetaucht ist, oder so wie in Frankreich "nur" auf dem Internet bekannt gemacht wird? ...
Warn die Franzosen nicht die die Ihre Herscher einfach mal geköpt haben :D Also wär ich Politiker würd ich dort aufpassen ... nicht das die wieder die nächste Revolotion anzetteln ... Und eine VolksDemokratie draus wird ;) mFg ...
Man wird ja öfters als Verschwörungstheoretiker beschimpft, sobald man anfängt zu sagen, dass der Staat bzw. die Politik, die Kontrolle über das Fernsehen besitzt. TV manipuliert das Denken, der Bevölkerung. Sollte wohl jedem klar sein, nach dieser News :rolleyes: es ist doch e ...
Echt traurig und erschreckend. Schon heftig, wie schnell jemand mundtot gemacht wird, wenn er sich gegen die großen Tiere stellt. Zum Glück kann sowas in Deutschland nie passieren. ...
Da ham die doch dreist bei FOX News geklaut :T ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.