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Update

DDoS-Angriffe legen WikiLeaks lahm

WikiLeaks (Logo)

WikiLeaks (Logo)

Die Whistleblowing-Website WikiLeaks ist angeblich schon seit Tagen Ziel massiver DDoS-Angriffe, die dafür sorgen, dass Ressourcen des Projekts nicht erreichbar sind. Die Hintergünde der Angriffe liegen derzeit noch im Dunkeln. In der Vergangenheit kam es bereits mehrfach zu derartigen Angriffen auf die technische Infrastruktur von WikiLeaks.

Bei einem DDoS-Angriff (die Abkürzung steht für "Distributed Denial of Service", also etwa "Verteilte Verweigerung eines Dienstes") wird ein Server so lange mit Anfragen oder Datenpaketen überlastet, bis seine Ressourcen verbraucht sind und normale Nutzer daher nicht mehr zugreifen können. Dieser Angriff braucht vergleichsweise wenig technischen Sachverstand, dafür aber eine große Bandbreite und Rechenleistung auf Seiten des Angreifers, weswegen er meist über ein Botnet (also eine "Armee" gekaperter Rechner) oder aber durch eine große Anzahl von Freiwilligen realisiert wird.

Ein WikiLeaks-Sprecher berichtet auf Twitter, die Seite stehe schon seit dem vergangenen Freitag unter "anhaltenden, umfangreichen DDoS-Angriffen". Zu den Hintergründen - technische Methoden, Urheber und Motiv - erfährt die Öffentlichkeit bislang noch nichts. In der Vergangenheit kam es bereits zu DDoS-Angriffen feindlich gesonnener Hacktivisten auf WikiLeaks. In anderen Fällen beschuldigten die Transparenz-Aktivisten die Regierung, hinter derartigen Attacken zu stecken, wofür allerdings keine Beweise vorgelegt wurden - dies ist bei derartigen Angriffen technisch so gut wie unmöglich, sobald die Angreifer über ein Mindestmaß an technischen Fähigkeiten verfügen.

WikiLeaks ruft seine Unterstützer auf, über den eigenen Fanshop zu spenden, damit mit dem Erlös mehr Bandbreite finanziert werden kann. Das allerdings könnte sich schwierig gestalten: derzeit ist der Shop - wie auch die ebenfalls unter der Domain "wikileaks.org" geschaltete Website - nicht erreichbar, sondern wurde scheinbar ebenfalls ein Opfer der Angriffe.

 

WikiLeaks has been under sustained large scale DDoS attacks since August 3. Help us purchase more bandwidth: shop.wikileaks.org/donate

— WikiLeaks (@wikileaks) August 7, 2012

Update:

Mittlerweile ging bei der gulli:News-Redaktion ein "Bekennerschreiben" eines unter dem Pseudonym "DietPepsi" auftretenden Hacktivisten ein. "DietPepsi" erklärte, seine Gruppe "@Antileaks" sei für die Angriffe verantwortlich und habe zudem auch "die Seite des Präsidenten von Ecuador zwei Tage lang und zahlreiche andere Websites, die WikiLeaks unterstützen" vom Netz genommen. Offenbar planen die Hacktivisten weitere Angriffe: die genannten DDoS-Attacken seien "nur der Anfang", heißt es in dem Schreiben.

Auf ihrem Twitter-Account greifen die Antileaks-Hacktivisten WikiLeaks massiv an. Sie bezeichnen Julian Assange als "Feigling" und sprechen sich dagegen aus, diesem Asyl in Ecuador zu gewähren. Assange solle "für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden", so Antileaks. Immer wieder findet sich auch die vom Militär stammende Bezeichnung "Tango down". Diese im Jargon des US-Militärs gebräuchliche Ausdrucksweise für einen ausgeschalteten Feind führte im Hacktivismus-Bereich als erstes der "patriotische Hacker" The_Jester ein, der ebenfalls durch Angriffe auf WikiLeaks auf sich aufmerksam machte.

 

Wikileaks.org down #Wikileaks #Cowards

— Anti Leaks (@AntiLeaks) August 4, 2012

 

Die Behauptungen von Antileaks, für die Angriffe verantwortlich zu sein, lassen sich derzeit nicht zweifelsfrei verifizieren. Das geschilderte Szenario einer Gruppe von Hacktivisten, die ihre Antipathie gegen WikiLeaks auf diese Art und Weise ausdrückt, erscheint aber durchaus plausibel.

Annika Kremer (g+) am Dienstag, 07.08.2012 12:04 Uhr

Tags: ddos-angriff ddos wikileaks

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10 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Annika_Kremer am 08.08.2012 00:37:17

    1000 ist schon eine extreme Erhöhung; ursprünglich gab es einen Richtwert von 400 Zeichen. Ich denke nicht, dass das noch weiter erhöht wird. Aber du kannst es natürlich ins Feedback schreiben und schauen, was passiert. Um auch noch was zum Topic beizutragen: ich habe bei Antileaks angefragt, was i ...

  • EinsteinXXL am 08.08.2012 00:15:13

    Jo, ist fertig. Muss nur noch warten bis freigeschaltet ist. Aber 1000 Zeichen sind echt etwas wenig. :( Vielleicht wären da 1200-1300 Zeichen etwas besser, weil es war echt schwierig den Text zu schrumpfen ohne wichtige Informationen auszulassen. Wenn du Zeit und Lust hast kannst du die Tage gerne ...

  • Annika_Kremer am 07.08.2012 23:12:29

    Zur Anti-Leaks Bill werde ich in kürze noch einen Newspresso schreiben. Das finde ich gut :) ich hatte es mir selbst überlegt, fand dann aber nicht die Zeit. ...

  • EinsteinXXL am 07.08.2012 22:27:46

    Ungeachtet wie man zu Assange stehen mag, ist doch zu klären für welche Verbrechen - die von den "Hacktivisten" nicht näher genannt wurden - er zur Verantwortung gezogen werden soll. Geht es Antileaks um die Vorwürfe welche Assange in Schweden zur Last gelegt werden oder vielmehr um die Veröffentlic ...

  • IronCandy am 07.08.2012 18:09:06

    Und du weißt genau woher, dass Wikileaks von Amerikanischen "Hackern" ddost wird? Wär wirklich interessant mal... ...

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