Pascal Kurschildgen
Kurschildgen wohnt in Langenfeld unweit von Köln und stand uns im Video-Interview (siehe unten) Rede und Antwort. Das Sammeln der Benutzerdaten sei nichts als eine Cash Cow, die immer wieder gerne von Unternehmen gemolken wird. Auch glaubt er, die staatliche Überwachung nehme im Laufe der Jahre noch weiter zu. Die alles entscheidende Frage sei, ob der Staat sorgsam mit den gesammelten Informationen umgeht. Alles in allem hält er die Situation für gefährlich, weil man sich der Bespitzelung selbst dann nicht entziehen kann, sollte man alle modernen Geräte abgeben. Die Überwachungskamera der nächsten Tankstelle oder die Aufnahmen der Mautbrücken, die automatisch alle paar Kilometer auf jeder Autobahn erstellt werden, holen jeden Bürger ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Leben ohne hinterlassene Spuren sei schlichtweg unmöglich. Man könne nur so bewusst wie möglich mit den eigenen Informationen umgehen. In unserem Audio-Podcast zur Sendung sagte uns der IT-Experte, wer in sozialen Netzwerken seinen Urlaubsantritt ankündigt, müsse sich nicht wundern, wenn aufgrund dieser Information kurze Zeit später deren Wohnung leergeräumt wird. Auch bemängelt Kurschildgen, dass bezogen auf Datenschutz für Lehrer, Eltern wie Schüler ein enormer Schulungsbedarf bestehen würde, dem aber kaum jemand nachkommt. Wie soll ein Vater seinem Sohn den sinnvollen Umgang mit sozialen Netzwerken oder Smartphones beibringen, wenn dieser nichts davon weiß? Hier sei die Politik gefragt, aktiv zu werden. Dem gigantischen Nachholbedarf müsse man so schnell wie möglich gerecht werden.
Doch die Fronten des Datenschutzes verlaufen auch anderswo. Ältere Handys oder moderne Smartphones können in vielen Fällen nicht erfolgreich von den eigenen digitalen Spuren befreit werden. Abhängig vom Gerät und mit Hilfe zusätzlicher Programme und Hardware sei dies mitunter möglich. Regulären Anwendern stehen solche Mittel aber nur in Ausnahmefällen zur Verfügung. Wer also sein Mobiltelefon verkauft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er dem Käufer sein Adressbuch, Bewegungsprofil, Browsercache, Fotos, Filme, Kurznachrichten, Apps und viele weitere Daten mit veräußert. Wer das nicht möchte, sollte sein altes Gerät lieber in der Schublade verstauen und auf den Erlös verzichten. Auch bestätigte uns Kurschildgen, das Knacken und Auslesen jeglicher Smartphones und Handys sei Experten möglich. Wer sein Handy verliert oder es gestohlen wird, wird im doppelten Sinn zum Opfer. Auch gesperrte Geräte geben ihre Daten preis.
Von Jailbreaks von einem iPhone oder iPad rät er ab, sofern der Anwender nicht über sehr viel technisches Wissen verfügt. Anfänger und reguläre Anwender sollten die Sicherheit, die einem Apple mit dem geschlossenen System gewährleistet, lieber vorziehen. Auch seien mit Hilfe der Jailbreaks oftmals nur kleinere Veränderungen der Einstellungen möglich, die man regulär nicht mit iOS vollziehen könnte. Der so gewonnene Vorteil würde die Gefährdung durch Schadsoftware nicht wettmachen. Käufern neuer Geräte rät er, sich zunächst in Ruhe zu überlegen, für welche Zwecke die neue Hardware eingesetzt werden soll. Abhängig von den Bedürfnissen der Käufer könne man zu jedem Betriebssystem und Hersteller raten, Scheuklappen seien hier fehl am Platze. Wenn das Gerät zum Nutzer passt, spielt das Betriebssystem oder der Hersteller keine große Rolle mehr.
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Bild-Quellen: digitalkultur.tv
Text-Quellen: digitalkultur.tv
Lars Sobiraj (g+) am Donnerstag, 02.08.2012 15:54 Uhr
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.