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Klarnamen haben keinen Einfluss auf Kommentar-Qualität

Oft wird sie gefordert, eine Klarnamenspflicht im Internet. Sie soll dazu beitragen, dass die schlechte Qualität von Nutzerkommentaren gesteigert wird. Dass dies allerdings nicht der Fall ist, zeigt die Bemühung von Südkorea, eine solche Pflicht einzuführen.

Wenn man zu sich selbst ehrlich ist, ist die Qualität in vielen Internetforen doch eher unterirdisch. Unzählige Debatten später haben sich Befürworter und Gegner der Klarnamenspflicht immer noch nicht weiter angenähert. Einige Portale nehmen die Debatte selbst in die Hand: Neben Facebook setzt nun auch Youtube verstärkt auf die Verwendung des bürgerlichen Namens beim Kommentieren von Videos. 

Der Fall Südkorea gibt allerdings eher den Gegnern der Klarnamenspflicht recht. Diese Pflicht hatte in Korea eine relativ lange Geschichte und wurde ab 2003 sukzessive eingeführt. Anfangs galt die Pflicht nur auf Websites mit politischem Inhalt. Vier Jahre später wurde sie ausgeweitet auf sämtlichen Webangebote, die mehr als 300.000 Nutzer im Monat verzeichneten. Im Jahre 2008 wurde die Grenze schließlich auf 100.000 Nutzer herabgesetzt.

Die Klarnamenspflicht war kein Erfolg, sondern vielmehr etwas, das man getrost als Schlag ins Wasser bezeichnen kann. Es konnte lediglich ein Rückgang unerwünschter Kommentare um marginale 0,9 Prozent verbucht werden. Im Gegenteil: Anscheindend gibt es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Anonymität im Netz und der Qualität der Kommentare. Dies konnte in der Vergangenheit auch auf Facebook beobachtet werden. Obwohl die Seite die Verwendung des bürgerlichen Namens vorschreibt, gehen Kommentare auf bestimmten Seiten eher in eine ganz andere Richtung als von Facebooks Marketing-Chefin Randi Zuckerberg prophezeit: "Die Leute benehmen sich viel besser, wenn sie unter ihrem echten Namen agieren. Ich denke, die Menschen verstecken sich nur hinter der Anonymität." Doch wer sich die Kommentare und Statusmeldung, besonders bei politischen Inhalten oder bei Kindesmissbrauch, anschaut, der sieht, dass Klarnamen definitiv nichts mit qualifizierten Kommentaren zu tun haben.

Text-Quellen: techcrunch.com

Robert Clausen (g+) am Montag, 30.07.2012 22:06 Uhr

Tags: privatsphäre klarnamen

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19 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Matek0101 am 03.08.2012 09:13:10

    und wieder eine suuuuper idee! die ganzen nerds, freaks und andere normabweichler in ihrem umfeld die jetzt mit ihren klarnamen posten können dadurch gezielt in ihrem umfeld als streberschwuchteln terrorisiert und gemobbt werden. kann ich heute nirgends hin ohne das mich irgendwelche geistig wenige ...

  • Metal_Warrior am 01.08.2012 22:33:58

    Wenn wir ehrlich sind ist unser Nickname doch auch etwas, das mit unserer Identität fest verbunden ist. Halte ich meinen Klarnamen sauber, so werde ich das höchstwahrscheinlich auch mit meinem Nicknamen tun - er beschreibt mich, er ist mein Name, zugeordnet nur meiner Person. Gebe ich einen Dreck au ...

  • War-10-ck am 01.08.2012 10:32:43

    Nunja, müsste ich im Forum meinen Namen angeben würde ich gar nichts mehr schreiben. Kein Wunder, dass sich das dann nicht auf die Qualität auswirken würde. :p ...

  • enteKross am 01.08.2012 08:05:09

    trotzdem glaube ich dass Menschen unter ihrem Klarnamen vor allem zu politischen Themen eher zurückhaltend agieren. Klar, denn dann weiß die Regierung ja, wo sie ihre... Erzieher... hinschicken kann :rolleyes: ...

  • wellen am 31.07.2012 20:17:33

    Klarnamenpflicht gibt's/gab's ja in den meisten Newsgroups im Usenet auch, und das schon vor 20 Jahren. Damals eine Selbstverständlichkeit, heute verpönt. Trolle würde dadurch vielleicht vermindert werden, trotzdem glaube ich dass Menschen unter ihrem Klarnamen vor allem zu politischen Themen eher z ...

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