Japan: kopieren verboten!
Am 20. Juni dieses Jahres wurde das japanische Urheberrecht deutlich verschärft. Demnach ist ab dem 1. Oktober neben dem Upload auch der Download von illegalen Werken im Internet strafbar. Downloader riskieren bis zu zwei Jahre Haft oder umgerechnet fast 20.700 Euro Geldstrafe. Auch die Umgehung des Kopierschutzes von Audio-CDs oder DVDs ist dann nicht mehr erlaubt. (gulli:News berichtete)
Die vier Mitarbeiter von Sansai Books traf es nun, weil sie ihre Leser in die Lage versetzen wollten, Privatkopien ihrer kopiergeschützten Speichermedien anzufertigen. Sie wurden aber wegen des mutmaßlichen Verstoßes gegen das Gesetz zur Vermeidung des unfairen Wettbewerbs verhaftet. Die Kläger sehen ihre Rechte verletzt, weil das Technikmagazin seinen Lesern erläuterte, wie man den Kopierschutz der Original-DVDs austricksen kann. Interessanterweise verfolgt man mit der Verhaftung keinen großen Anbieter, sondern nur einen vergleichsweise kleinen Verlag. Der Verkauf zahlreicher Bücher bei anderen Online-Versandhäusern widerspricht diesem Gesetz weit mehr als die eher überschaubare Firma Sansai Books Inc., die ihre Anleitung lediglich in einer Ausgabe ihrer Zeitschrift veröffentlicht hat. Der japanische Ableger von Amazon hat unzählige Bücher mit Anleitungen für kopiergeschützte Medien in deren Programm, dort fand aber keine Verhaftung oder Durchsuchung statt.
Mehrere Beobachter kritisierten, mit der Aktion wolle man absichtlich keine großen Anbieter angreifen, sondern lediglich die Vertreter der Presse mundtot machen. Das dürfte auch erklären, warum der Vorfall in den japanischen Medien komplett totgeschwiegen wird. Manche Kollegen wurden von der Vorgehensweise der Justiz eingeschüchtert oder aber sie glauben, der Verlag habe es nicht besser verdient, weil man absichtlich die Gesetze des eigenen Landes infrage stellte.
Screenshot von Amazon
Bemerkenswert ist auch, dass aufgrund der Programmbibliothek libdvdcss die meisten Linux-Distributionen in Japan ab Herbst illegal sein werden. libdvdcss ist Bestandteil des VideoLAN-Projektes und wird von einer Vielzahl von Open Source-DVD-Abspielprogrammen in vielen unterschiedlichen Betriebssystemen angeboten. Auch diese Programme für Microsoft Windows, Mac OS X und andere Betriebssysteme sind ab Oktober 2012 in Japan illegal.
Bild-Quellen: Slashdot
Text-Quellen: Fudzilla Wired Blogs
Lars Sobiraj (g+) am Montag, 23.07.2012 15:37 Uhr
Jaja, da sind wir wieder: Es wird verboten, Informationen weiterzugeben. Das Zeichen totalitärer Systeme. ...
Heutzutage ist die Internettelefonie neben Fest- und Mobilnetztelefonie immer gefragter. Per Internet zu kommunizieren ist nicht nur komfortabler und billiger, man ist zudem unabhängig von Tarifen, welche nur eine bestimmte Gesprächszeit günstig ermöglichen. Also wieso nicht auch Internet-Telefonie nutzen?
Lars Sobiraj am 14.05.2013, 13:52 Uhr
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags steht seit vielen Jahren den Bürgern und Gruppen für ihre Anliegen offen. Wir haben uns kürzlich mit einem der 80 Mitarbeiter des Hauses unterhalten. Da seit der Gründung nur sehr wenige Gesetzesänderungen durch Petitionen entstanden sind, wollen wir den Sinn dieser Institution hinterfragen. Dies ist vorerst der letzte Teil unserer Interview-Serie.
Lars Sobiraj am 12.05.2013, 12:51 Uhr
Wie ein 73-jährige Japaner beweist, kann man das am häufigsten benutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel nicht nur für reguläre Berechnungen einsetzen. Tatsuo Horiuchi erstellt ausnahmslos seine traditionellen Gemälde mit Hilfe dieses Programms. Er arbeitet bereits seit 10 Jahren mit der Software und stellt seine Bilder in diversen Ausstellungen vor.