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Daten der Meldeämter: GEZ ist bereits auf dem neuesten Stand

Durchleuchtet von der GEZ?

Durchleuchtet von der GEZ?

Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) verzeichnete für das Jahr 2011 erhebliche Einbußen. Sie würde allerdings erheblich vom bereits vom Bundestag verabschiedeten Meldegesetz profitieren. Als Drahtzieher des verpönten Vorhabens möchte man aber nicht gelten. Darüber hinaus gab man bekannt, man werde schon jetzt von den Einwohnermeldeämtern mit den neuesten Daten versorgt.

Das geplante Gesetz erhält für die Rundfunkanstalten umso mehr Bedeutung, seitdem bekannt wurde, dass die GEZ ein Minus von 5,5 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr zuvor hinnehmen muss. Das Nachrichtenmagazin Focus veröffentlicht in der aktuellen Printausgabe interne Statistiken vom Südwestfunk. Im Jahr 2011 wurden demnach Beiträge in einer Gesamthöhe von 25,8 Millionen Euro eingetrieben. Eine GEZ-Sprecherin gab gegenüber Golem.de bekannt, zu bestimmten Stichtagen würde man schon jetzt die aktuellsten Daten von den Meldeämtern erhalten. Dennoch dürfte die Behörde ein großes Interesse an einer fortgesetzten Versorgung mit frischen Informationen haben, weil die Gebühren künftig nicht mehr von der Existenz von empfangsbereiten Geräten sondern vom Mietverhältnis abhängt. Der Düsseldorfer Strafrechtler Udo Vetter erklärte, sofern Informationen zum Mietverhältnis vorliegen, sei damit der Beweis erbracht, dass der Mieter ab dem 1. Januar 2013 seine Haushaltspauschale entrichten muss. Kommt das Gesetz durch, werden die Meldergisterdaten aller volljährigen Personen an die zuständigen Landesrunfunkanstalten übermittelt. So auch der Vor- und Nachname, Familienstand, Doktorgrad, Geburts- beziehungsweise Todestag, gegenwärtige und frühere Anschriften des 1. und 2. Wohnsitzes und das Datum des Ein- und Auszugs.

Bernhard Rohleder, der Chef des Branchenverbands BITKOM, mutmaßt, dies könnte nach ACTA der zweite Fall werden, wo in Deutschland Demonstrationen und die Empörung der Bürger dazu führen, dass ein Gesetzesvorhaben von der Politik aufgegeben wird. Während Regierungssprecher Steffen Seibert darauf hofft, dass das Gesetz inhaltlich zum Wohl des Datenschutzes geändert wird, äußert sich der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl dahingehend, man müsse bedenken, dass die Adresshändler pleite gehen, müssten sie weiterhin zehn Euro pro Anfrage bezahlen. Bei der Preisgestaltung seien die Meldeämter für die Werbeindustrie keine lohnende Informationsquelle. Uhl gilt als einer der Urheber des Meldegesetzes. Er sagte zudem, allen Kritikern, Abgeordneten und der Presse habe der Änderungsantrag 13 Tage lang vorgelegen. Zahlreiche Abgeordnete wie auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) zeigten sich dagegen überrascht vom neuen Meldegesetz.

Hausverbot GEMA & GEZ

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Ob die GEZ künftig den gewünschten erweiterten Zugriff auf unsere Daten erhält, bleibt abzuwarten. Große Teile der Bundesregierung haben sich derweil von diesem Vorhaben distanziert. Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag wird es dementsprechend inhaltlich bearbeiten. Dem schließt sich eine Abstimmung des Bundesrates an.

Kritiker fordern zudem eine Klärung, ob der Bundestag überhaupt in Anbetracht des leeren Plenarsaals abstimmen durfte. Für Abstimmungen müssen mindestens fünf Prozent der Bundestagsabgeordneten anwesend sein. Anstatt der erforderlichen 31 Abgeordneten sind auf den Videoaufzeichnungen aber nur 30 Personen sichtbar. Die restlichen Abgeordneten zogen es offenbar vor, sich das Halbfinale gegen Italien anzuschauen.

Bild-Quellen: Berlin Mitte Institut vaporarium.deviantart.com

Lars Sobiraj (g+) am Dienstag, 10.07.2012 12:19 Uhr

Tags: udo vetter hans-peter uhl gez meldegesetz

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13 Reaktionen zu dieser Nachricht
  • Crazy4Finger am 10.07.2012 20:12:39

    Also auf der HP von der neuen GEZ ist eigentlich alles erklärt wie das demnächst abläuft. Vorteil: Es wird pro Wohnung gezahlt und nicht pro Person, dh eine WG von 4 Personen zahlt nur einmal 17.98€ im Monat(schließt auch die Autos aller Mitbewohner ein). Wer das davon ist, ist eigentlich Latte, es ...

  • Shodan_v2-3 am 10.07.2012 18:43:19

    Für Abstimmungen müssen mindestens fünf Prozent der Bundestagsabgeordneten anwesend sein. für eine gültige Abstimmung muss mindestens die Hälfte dabei sein Kann ich für diese Behauptungen bitte Quellen haben? Würde mich wirklich interessie ...

  • Trollolol am 10.07.2012 18:35:47

    Lol, an Uhl's Äußerungen sieht man die Korruption schon raustropfen. Wird Zeit, dass er zurücktritt, der ist vollkommen untragbar. Mich würde das auch mal interessieren, ob man sich da irgendwie rauswinden kann indem man sich nicht anmeldet z.B., oder was ist wenn man die Rechnungen einfach ignorie ...

  • flying_apple am 10.07.2012 17:59:49

    Zu Argumentieren, das ohne das wegfallen der Pauschale die Adresshändler Pleite gehen, zeigt doch sofort wie Lobby verseucht die deutsche Politik aktuell ist. ...

  • djmarten am 10.07.2012 15:07:05

    kann man die zahlung nicht verweigern? ok wenn sie auf dem lohnzettel steht, kann man nix machen aber so doch sicher oder? klingt zwar blöd aber sie könnten mir 1000x rechnungen schicken, würde ich es ignorieren. aber dann würde wohl irgendwann der gerichtsfuzi vor der tür stehen und dann? ab in kn ...

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