
Das Unternehmen Noank Media scheint eines der größten Probleme einer Kulturflatrate, durch die eine Legalisierung sowie Monetisierung bislang unmöglich schien, gelöst zu haben.
Auf der DCIA P2P Media Summit in Los Angeles demonstrierte das Unternehmen eine ihrer Technologien. Darunter eine, die es ermöglicht zu erfassen, welche Dateien Benutzer in Flatrate-Systemen häufig benutzen. Der Chief Technical Officer (CTO) von Noank Media, Devon Copley, glaubt fest daran, dass sein Unternehmen dadurch einen elementaren Beitrag zu einem Flatrate-Modell leisten könnte. Die Ursprungsgeschichte der Firma lässt aufhorchen und hoffen zugleich. Einer der jüngsten Verfechter einer Provider-basierten Flatrate war der Harvardprofessor Terry Fisher, welcher vor einigen Jahren ein Buch über alternative Kompensationsmodelle veröffentlichte. Damit war es für ihn jedoch nicht abgetan, weshalb er kurze Zeit später das Unternehmen Noank Media gründete, das in engem Kontakt mit dem Berkman Center steht. Nach der Firmengründung im Jahr 2006 begann man damit, eine Registrierung für Rechteinhaber zu entwickeln, sowie ein Berichtssystem für die Klienten, so dass diese die Nutzung ihrer Medien verfolgen können. Ein erster Test wurde bereits vergangenes Jahr mit dem in Hongkong befindlichen Provider Cyberport durchgeführt. Im Repertoire waren Videos sowie Musik.
Die Software von Noank zählt dabei jedes Abspielen eines Werks auf dem PC des Users und identifiziert diese durch die Hash-Summe sowie einen Audio-Fingerabdruck. Dem Kunden wird ermöglicht zu sehen, wie oft und wie lange ein Werk abgespielt wurde. Wenn ein User beispielsweise einen Film bis zur 20. Minute ansieht und danach ins nächste Kapital springt, würde dies von der Software aufgezeichnet. Für die Rechteinhaber würde dies eine enorme Ansammlung von Daten bedeuten, welche von den PCs der User regelmäßig auf die Server von Noank hochgeladen werden - außer der User entschließt sich dagegen. Genau darin könnte womöglich das Problem liegen, wenngleich Copley dies nicht so sieht: "Wir hatten eine gesunde Menge an internen Debatten, ob die Berichterstattung freiwillig sein soll oder nicht." Eine der Hauptsorgen einer freiwilligen Berichterstattung war, dass die übermittelten Daten kein korrektes Abbild liefern würden, insbesondere bei länger andauernden Inhalten. Am Ende entschloss man sich jedoch, die Privatsphäre der Nutzer zu wahren. Schlussendlich bedeutet dies aber auch, dass das System von der Mitwirkung der User abhängig ist.
Probleme gibt es jedoch auch vonseiten der Rechteinhaber. Insbesondere die Filmstudios stehen dem Versuch, Filesharing zu legalisieren, sehr skeptisch gegenüber. "Es wird eine sehr lange Zeit brauchen, bis die Videoindustrie darauf einsteigt", gesteht Copley. Er zweifelt jedoch nicht daran, dass dieser Zeitpunkt kommen wird. Die verfügbare Bandbreite, mit der User ihre Dateien tauschen können, wächst von Tag zu Tag. "Wenn es die Musikindustrie schafft, das Modell zu bestätigen und ein Wiederaufflammen ihrer Einnahmen sieht, werden vielleicht auch andere Medienbereiche auf den Zug aufspringen." (Firebird77)
(via newteevee, thx!)
(Bild via noankmedia, thx!)
Firebird77 von gulli meint: Ein durchaus ansprechendes System, welches jedoch vollends auf der Mitarbeit der User basiert. Dies führt zu einer simplen Frage, die wir weiterreichen möchten: Wäre man bereit freiwillig Daten über die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken, womöglich gepaart mit der Option nur relevante Information wie Titel und Häufigkeit der Nutzung, zu übertragen?
News Redaktion am Sonntag, 10.05.2009 09:58 Uhr
Firebird77 von gulli meint: Ein durchaus ansprechendes System, welches jedoch vollends auf der noankmediaMitarbeit der User basiert. Dies führt zu einer simplen Frage, die wir weiterreichen möchten: Wäre man bereit freiwillig Daten über die Nutzung von urheberrechtlich geschützten ...
Ich denke es würde reichen zu speichern, wie oft ein bestimmtes Werk von verschiedenen Nutzern getauscht wurde. Ich bezahl ja jetzt auch nicht jedesmal wenn ich mir ne CD/MP3 Datei anhöre. Zu mal ich auch mehr Musik auf meinem MP3-Player höre als auf meinem am Internet angeschlossenen PC. Wie ma ...
Hm irgendwie glaube ich das die Nutzerprofile die dabei entstehen mehr wert sind als die runtergeladene Musik. ...
Im Klassischen Sinne kommt es doch nicht darauf an, wie oft ich ein Album höre, sondern ob es mir die 10 euro für einen Kauf wert sind. Wie oft ich es nach dem Kauf anhöre spielt doch keine Rolle mehr und das ist denke ich auch eine vernünftige Sichtweise. Sonst könnte ich als Musiker ja z.B: ...
Lars Sobiraj am 20.05.2012, 16:54 Uhr
Im US-amerikanischen iTunes Store wurden statt dem Begriff "Jailbreak" lediglich Sternchen zwischen dem Anfangs- und Endbuchstaben angezeigt. Davon waren letztlich alle Kategorien betroffen. So wurden neben Apps auch Klingeltöne, Podcasts, Musikstücke, ganze Alben und eBooks zensiert angezeigt. Laut den Untersuchungen von Shoutpedia waren mehrere Monate lang 95% aller Begriffe davon betroffen.
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